Pfullendorf Neue Impulse für die Städtepartnerschaft Pfullendorfs

Der Partnerschaft mit der französischen Stadt St. Jean de Braye komme angesichts der turbulenten Zeiten in Europa aktuell eine besondere Bedeutung zu. Dies sagt Pfullendorfs Bürgermeister Thomas Kugler. Das 30-jährige Bestehen der Verbindung der beiden Kommunen wurde jetzt in Frankreich gefeiert. Gemeinsam mit seinem Amtskollegen David Thiberge wirbt Kugler dafür, dass sich Jugendliche aus beiden Städten stärker füreinander interessieren.

Während der Feierlichkeiten anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Verbindung mit St. Jean de Braye bekräftigten beide Seiten die bestehende Städtepartnerschaft. Bereits 2017 war in Pfullendorf auf diese Verbindung angestoßen worden. Neben einer gut 30-köpfigen Delegation um Bürgermeister Thomas Kugler hatte sich auch der Chor „Chips & Flips“ jetzt auf die rund elfstündige Busreise an die Loire gemacht. Kugler verspürte Aufwind für die Partnerschaft mit der französischen Kommune.

Als Gastgeschenke hatten beiden Gruppen Skulpturen aus der Werkstatt des Denkinger Kunstschmieds Peter Klink im Gepäck. Kugler überreichte seinem Amtskollegen während des Festakts eine Jakobsfigur. Die im Auftrag des Chors gefertigte Skulptur symbolisiert die Verbindung zwischen beiden Ländern: Frankreich und Deutschland an einem Stück und gehalten von einer Verbindungsklammer zwischen St. Jean de Braye und Pfullendorf. Kugler lud die Franzosen ein, gemeinsam mit den Pfullendorfern das 800-jährige Bestehen der Linzgaustadt im Jahr 2020 zu feiern. Vor Ort sei diese Einladung auf ein positives Echo gestoßen. Zu welcher Veranstaltung innerhalb des Festjahrs die Franzosen eingeladen würden, sei noch offen, sagte Kugler am Dienstag. Zurzeit würden erste Ideen für die 800-Jahr-Feier entwickelt. Möglich sei, dass es 2020 ein gemeinsames Fest mit einer Delegation aus Allschwil, der Schweizer Partnerstadt Pfullendorfs, geben könnte.

Thomas Kugler überreicht David Thiberge eine Jakobus-Skulptur.
Thomas Kugler überreicht David Thiberge eine Jakobus-Skulptur.

Der Partnerschaft mit St. Jean de Braye komme angesichts der turbulenten Zeiten in Europa eine besondere Bedeutung zu. Dies sagt Pfullendorfs Bürgermeister am Dienstag in einem Pressegespräch. Mit seinem Amtskollegen David Thiberge ist sich Kugler einig, dass es zukünftig wichtig ist, neue Kontakte zwischen Vereinen beider Gemeinden zu ermöglichen. Und Kugler hat es sich auch zur Aufgabe gemacht, Jugendliche für einen solchen Austausch zu begeistern. Wenn Pfullendorfer Vereine nach St. Jean de Braye reisen wollen, dann zahlt die Stadt die Kosten für den Transport mit dem Bus. Weiterhin gut liefen die Austauschprogramme, an denen sich Schüler des Pfullendorfer Staufer-Gymnasiums beteiligen würden, schildert Kugler.

Für ihn ist diese Verbindung wichtig. „Und ich erfahre immer wieder etwas Neues, wenn ich dort bin,“ sagt Kugler. So gehörten während des gut viertägigen Aufenthalts ökologische Akzente in der städtebaulichen Entwicklung der französischen Gemeinde zum Besuchsprogramm. Wie Kugler schilderte, wolle die Kommune mit ihren derzeit rund 20 300 Einwohnern nicht weiter in die Fläche hinaus wachsen. Sondern es werde auch Innenverdichtung gesetzt. Als zusätzliches Plus empfindet Kugler, dass St. Jean de Braye jetzt über einen Straßenbahn-Anschluss nach Orleans verfüge.

Sie gaben ein Konzert zum 30-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen Pfullendorf und St.&nbsp;Jean de Braye. Der Chor „Chips & Flips“ (blaue T-Shirts) trat mit den französischen Chören La Cantarelle und Arpeggio auf. <em>Bild: Ulrich Leibbrand</em>
Sie gaben ein Konzert zum 30-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen Pfullendorf und St. Jean de Braye. Der Chor „Chips & Flips“ (blaue T-Shirts) trat mit den französischen Chören La Cantarelle und Arpeggio auf. Bild: Ulrich Leibbrand

Seit 2001 treffen sich die Sängerinnen und Sänger von „Chips & Flips“ sowie von La Cantarelle/Arpeggio im zwei- bis dreijährigen Rhythmus wechselweise in Pfullendorf oder in St. Jean de Braye. Im Jahr 2016 waren die französischen Sänger zuletzt in Pfullendorf zu Gast. Dass sich zwischen den Chören eine echte und gewachsene Freundschaft entwickelt hat, war bereits beim Empfang deutlich fühl- und spürbar, wie Teilnehmer berichten.

Beide Pfullendorfer Gruppen trafen sich beim Konzert in der Église du Bourg, das die Chöre gaben. Das Programm, das die Chöre in der voll besetzten Kirche boten, begeisterte das Publikum. Beim Abschlussfest luden die Gastgeber ihre Gäste des Chors „Chips&Flips“ in die 50er Jahre an den Montmartre nach Paris ein.

Die französischen Gastgeber winken den Besuchern aus Pfullendorf zum Abschied. Zum Stadtjubiläum, das 2020 gefeiert wird, sind sie bereits von Bürgermeister Thomas Kugler eingeladen worden. <em>Bild: Stadt Pfullendorf</em>
Die französischen Gastgeber winken den Besuchern aus Pfullendorf zum Abschied. Zum Stadtjubiläum, das 2020 gefeiert wird, sind sie bereits von Bürgermeister Thomas Kugler eingeladen worden. Bild: Stadt Pfullendorf

Stadt an der Loire

Pfullendorfs Partnerstadt St. Jean de Braye liegt am Fluss Loire. Die Kommune mit ihren rund 20 300 Einwohnern ist von der Struktur her eine klassische Arbeiterstadt. Richtig Fahrt aufgenommen hat ihre städtebauliche Entwicklung ab 1980, wie Pfullendorfs Bürgermeister Thomas Kugler sagt. St. Jean de Braye ist stark industriell geprägt. Hier findet sich der Hauptsitz des weltweit bekannten Parfüm- und Modekonzerns Dior. (dim)

Ihre Meinung ist uns wichtig
☀ Einzigartige Sonnenstücke vom See ☀
Neu aus diesem Ressort
Pfullendorf
Pfullendorf
Pfullendorf
Pfullendorf
Pfullendorf
Pfullendorf
Die besten Themen