Pfullendorf Kommentar zu Alno: Salamitaktik

Auch gestern erlebte der objektive Alno-Beobachter dasselbe Spiel wie seit Jahren – Mitarbeiter wie Öffentlichkeit erfahren nur das, was beim börsennotierten Unternehmen veröffentlichungspflichtig ist.

Vollkommen aus dem Rampenlicht verschwunden ist der bisherige Mehrheitsgesellschafter Tahoe, und damit die Prevent-Unternehmensgruppe der Familie Hastor. Wobei, das Licht der Öffentlichkeit hat dieser Investor ohnehin nie gesucht, obwohl man sich das Alno-Engagement viele Millionen Euro kosten ließ. Was ist in den vergangenen Monaten passiert? Die Traditionsfirma und die wichtigsten Tochtergesellschaften haben Insolvenz angemeldet, und jetzt wurde mit Pino wahrscheinlich die profitabelste Konzernfirma verkauft. Vor Jahren hat Ex-Vorstandschef Müller bekanntlich die Marke „Impuls“ verkauft, und dank dieses Erlöses konnte man in dem Jahr gute Geschäftszahlen präsentieren. Der Produktionsstandort Enger, wo 400 Leute die Wellmann-Küchen produzieren, hat sicher gute Chancen auf eine Fortführung, denn in Ostwestfalen sitzt die geballte Küchenmöbelindustrie.

Das schwierigste Verkaufsobjekt ist Pfullendorf, wobei die Marke Alno sicher noch einige Millionen Euro wert sein dürfte. Entscheidend wäre zu wissen, was die neuen Darlehensgeber vorhaben, die mit ihren sechs Millionen Euro die Oktoberlöhne sichern. Sie haben den Kredit nach Medieninformationen pfandrechtlich abgesichert, auch über Immobilien am Standort Pfullendorf. Nicht ganz nachvollziehbar ist der Produktionsstopp, den Insolvenzverwalter Hörmann vor zweieinhalb Wochen festsetzte. Zuerst wurde verkündet, dass Alno und Pino Massedarlehen in Millionenhöhe erhalten, und damit Geld, um Material zu kaufen. Dann zahlt die Agentur für Arbeit drei Monate Löhne und Gehälter, was die Herstellkosten für die Küchenschränke eindeutig verringert. Trotzdem wurde die Produktion auf niedrigstem Niveau fortgesetzt, und zuletzt eingestellt. Wie sollen bei diesem Vorgehen überhaupt noch Verkaufserlöse in die total leere Kasse fließen?

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