Pfullendorf Güterverkehr zwischen Altshausen und Pfullendorf rollt bald wieder

Die Gemeinden Altshausen, Ostrach und Pfullendorf haben die 25 Kilometer lange Bahnstrecke für rund 300 000 Euro gekauft. Ein Logistiker will in Ostrach einen Containerterminal eröffnen, wo bis Jahresende drei bis fünf Güterzüge wöchentlich mit Containern aus Nordseehäfen umgeschlagen werden können.

Vor 14 Jahren rollte der letzte Güterzug von Pfullendorf nach Altshausen und wenn alles klappt, könnten ab Jahresende wöchentlich drei bis fünf Zugpaare auf der Bahnstrecke fahren, die dann an einem neuen Containerterminal in Ostrach be- und entladen werden. Bei einem Pressegespräch informierten am Dienstag die Bürgermeister von Pfullendorf, Ostrach und Altshausen, dass ihre Kommunen die 25 Kilometer lange Strecke für 300 000 Euro gekauft haben. Der Kaufpreis wird im Verhältnis 37,5 : 37,5 : 25 Prozent aufgeteilt.

Nach Stilllegung der Strecke vor mehr als einem Jahrzehnt hatten sich Kommunen, Unternehmen und die Landkreise Sigmaringen und Ravensburg zur „Interessengemeinschaft Bahn“ zum Erhalt der Strecke zusammengeschlossen. „Jetzt haben wir eine reelle Chance zur Reaktivierung des Güterverkehrs“, erklärte Thomas Kugler, dass vor zwei Jahren die Kaufverhandlungen mit der Bahn über die Strecke begannen. Zusätzlich sei nun die Offerte des auswärtigen Logistikunternehmens gekommen, der Container von Nordseehäfen via Bahn bis nach Ostrach transportieren und dort umschlagen will. Der im gestrigen Pressegespräch nicht namentlich Genannte habe schon Vorverträge mit den Hafenbetreibern abgeschlossen und auch die Finanzierung sei auf gutem Wege.

Eisenbahnbetriebsleiter Frank von Meißner erläuterte die Konzeption: Demnach gibt es aktuell auf der Strecke zwischen Singen und Ulm keine Umschlagmöglichkeit für Container und diese „Lücke“ will der Unternehmer schließen. Firmen aus der Region, Ravensburg, Friedrichshafen bis zur Ostschweiz könnten künftig in Ostrach ihre Container abholen und anliefern. „Der Lkw-Verkehr wird sich nur leicht erhöhen“, ergänzte hierzu Bürgermeister Christoph Schulz. Die Züge würden nachts im Norden losfahren und ab 7 Uhr in Ostrach ankommen.

Gerhard Schaidmann von der baden-württembergischen Nahverkehrsgesellschaft sieht in der Wiederaufnahme des Güterverkehrs einen wichtigen Beitrag für den Erhalt der Infrastruktur und zusätzliche Chancen für die Personenbeförderung. Bekanntlich verkehrt aktuell der „Radexpress“ im Zwei-Wochen-Takt zwischen Pfullendorf und Altshausen und bei entsprechender Nachfrage wäre ein Wochentakt denkbar. Die Kaufoption für die Strecke wäre Ende 2015 ausgelaufen, was zu einer Erhöhung des vertraglich fixierten Preises geführt hätte. Dass sich die Kaufverhandlungen über zwei Jahre erstreckten, führt Wirtschaftsförderer Felix Kretz auch auf die Struktur der Bahn zurück. Als Streckeneigentümer profitieren die Gemeinden übrigens von Landeszuschüssen für den Unterhalt und Betrieb, die bis zu 75 Prozent betragen. Mit den Nutzungsentgelten für den Radexpress und den neuen Güterzügen sei auch die Finanzierung von technischen Umrüst- und Nacharbeiten gesichert.
 

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