Pfullendorf Einrichtung eines stationären Hospizes wird geprüft

Im Zollernalbkreis wird die Einrichtung eines stationären Hosipzes geprüft, wobei eine Kooperation mit dem Landkreis Sigmaringen wünschenswert beziehungsweise als notwendig erachtet wird.

Die Begleitung sterbenskranker Menschen haben sich die Mitglieder der Hospizgruppe zur Aufgabe gemacht und Bernadette Möhrle übernimmt die Koordination der ehrenamtlichen Helfer. Sie würde es absolut begrüßen, wenn die Vorschläge, dass im Kreis Sigmaringen ein stationäres Hospiz eingerichtet wird, umgesetzt werden. "Ein Hospiz ist notwendig. Es braucht auch nicht soviele Plätze zu haben", erklärt sie auf Anfrage des SÜDKURIER, dass der Bedarf vorhanden ist. Immer wieder gebe es entsprechende Anfragen, wobei nach ihrer Überzeugung die Sterbensbegleitung von Demenzkranken künftig ein großes Thema werden wird.

Am kommenden Montag beschäftigt sich der zuständige Kreistagsausschuss des Zollernalbkreises mit der Thematik. Vorausgegangen sind zwei von Landrat Günther-Martin Pauli initiierte Gesprächsrunden mit Vertretern von Hospizgruppen, Kirechen, DRK, AOK, Caritas, Diakonie bis hin zu den Sozialdiensten. Grundsätzlich befürworteten die Runden die Idee eines stationären Hospizes. Der Gesetzgeber schreibt eine Mindestgröße von acht und eine Maximalgröße von 16 Plätzen vor, wobei man je 50 000 bis 60 000 Einwohner für einen Platz berechnet. Da die benachbarten Landkreise schon über eigene Hospize verfügen oder entsprechende Kooperationen haben, bliebe nach Angaben des Zollernalbkreises nur der Landkreis Sigmaringen als Kooperationspartner übrig. "Der Zollernalbkreis hat bei uns angefragt, ob im Landkreis Sigmaringen Bedarf für ein Hospiz besteht. Konkrete Gespräche hierzu gab es noch nicht", bestätigt Sabine Stark, Pressesprecherin des Landratsamtes Sigmaringen, auf Anfrage des SÜDKURIER das grundsätzliche Interesse.

Auch die SRH-Kliniken GmbH bezeichnet die Einrichtung eines Hospiz im Kreis als sehr wünschenswert und unterstützt gerne Ideen und Vorschläge, wie Sprecherin Julia Waßer auf Anfrage des SÜDKURIER erklärte. Ansonsten sei man in keine konkreten Pläne involviert.

Eine andere Möglichkeit wäre, dass in einem Pflegeheim ein oder zwei Hospizzimmer eingerichtet und Sterbenskranke dort gepflegt werden. Wolfgang Scheitler, Leiter des spitälischen Alten- und Pflegeheims, steht einer solchen Idee sehr skeptisch gegenüber. Er verweist auf den besonderen Charakter von Pflegeheimen, wo man den Bedürfnissen von Sterbenskranken oft nicht gerecht werde könnte, denn beispielsweise jüngere Betroffenen seien körperlich fit und nicht pflegebedürftig. Die laufenden Betriebskosten werden übrigens von der Krankenkasse zu 95 Prozent übernommen, bestätigte AOK-Sprecher Thomas Müller.


Verlustübernahmegarantie wurde nie in Anspruch genommen

Das Hospiz im Landkreis Tuttlingen wurde im Oktober 2011 eröffnet und verfügt über acht Zimmer. Acht hauptamtliche Mitarbeiter und über 70 Ehrenamtliche kümmern sich um die Gäste. Träger des Hospizes ist der Verein "Hospiz am Dreifaltigkeitsberg" und zur Finanzierung wurde eine Stiftung eingerichtet und benachbarte Landkreise übernehmen einen weiteren Kostenanteil. Der Landkreis Tuttlingen hat zwei Jahre lang nach Eröffnung eine Verlustübernahmegarantie von 120 000 Euro übernommen, die nie abgerufen werden musste.

Die jährliche Auslastung des Hospizes liegt bei 90 Prozent und der Verlust beträgt 50 000 bis 70 000 Euro.

In Singen wurde im Oktober 2016 ein Hospizprojekt gestartet und zwar mit dem Umbau einer Villa, die die Stadt von einer Unternehmerin samt großem Grundstück geerbt hatte. Das stationäre Hospiz soll in einem Neubau an das Villengebäude angekoppelt werden und geplant sind acht stationäre Plätze. Der Bezug soll im nächsten Jahr erfolgen. Mittel aus Spenden, dem deutschen Hilfswerk und einem Bankdarlehen stehen zur Verfügung. Das jährliche Defizit wird auf 70 000 Euro geschätzt. Der Landkreis Konstanz hat beschlossen, den Träger mit jährlich bis zu 50 000 Euro zur Verlustabdeckung zu unterstützen, zunächst auf zehn Jahre befristet. (siv)

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