Pfullendorf Bilanz zur Pfullendorfer Fasnet fällt positiv aus

Zunftmeister Andreas Narr ist zufrieden mit der Saison 2018. Die Stegstrecker nehmen bereits das Stadtjubiläum im Jahr 2020 ins Visier.

Die Fasnet 2018 endete gestern Abend. Die Verantwortlichen der Stegstreckerzunft wie auch die Polizei ziehen eine positive Bilanz der zurückliegenden närrischen Tage. Jugendschutzteams der Polizei waren seit dem Schmotzigen in Pfullendorf unterwegs gewesen. Besondere Vorfälle gab es während dieser vorbeugenden Einsätze nicht, sagte Polizeisprecher Bernd Schmidt auf Nachfrage dieser Zeitung. Einige Male sei Jugendlichen Alkohol abgenommen worden – siehe auch die untenstehende Meldung "Fausthieb gegen Hästrägerin".

Im Vergleich zum vergangenen Jahr lagen am Dienstag weniger leere Flaschen und Scherben sowie Konfetti in den Straßen der Altstadt, durch die der Umzug am Fasnetmändig gezogen war. Diese Beobachtung machte Juri Sarri vom städtischen Bauhof, der mit seinen Kollegen bereits ab 7 Uhr in der Stadt unterwegs war, um sauber zu machen. Eingesetzt wurde am Dienstag auch die Kehrmaschine, um die fasnächtlichen Spuren zu beseitigen. Etwas mehr zu kehren gab es am vergangenen Freitag auf dem Marktplatz, so Sarri. Hier hatten die Kehlbachratten anlässlich des närrischen Streckgerichts am Schmotzigen für einen ordentlichen Konfetti-Teppich gesorgt.

Gestern Abend verbrannten die Hexen auf dem Marktplatz wieder die Fasnet. Etliche Besucher ließen sich das flammende Spektakel trotz kühler Witterung nicht entgehen.<em> Bild: Siegfried Volk</em>
Gestern Abend verbrannten die Hexen auf dem Marktplatz wieder die Fasnet. Etliche Besucher ließen sich das flammende Spektakel trotz kühler Witterung nicht entgehen. Bild: Siegfried Volk | Bild: Siegfried Volk

Andreas Narr, Chef der Stegstrecker, zog gestern Mittag in einem Gespräch mit dieser Zeitung ein sehr zufriedenes Fazit der zurückliegenden Fasnet. Er freute sich sehr darüber, dass das Ochsen-Einspannen am Schmotzigen inzwischen in den Köpfen aller Fastnachter angekommen sei. Auch die Jugendparty danach sei gut angenommen worden. Manchmal benötige es eben eines langen Atems, bis eine Neuerung erfolgreich sei. Auch stellte er fest, dass die Zahl der Schnurrer-Gruppen im Vergleich zu den Vorjahren wieder zugenommen habe. Gefreut hat ihn auch der Erfolg des Abi-Jahrgangs, der ein Bewirtungszelt in der Uttengasse betrieb. Hier endete am Montag der Umzug und die Abiturienten bewirteten die Narrenschar. Die Zunft unterstützte die Gymnasiasten beispielsweise in Fragen der Logistik.

Grundsätzlich werde das Konzept der Pfullendorfer Fasnet auch in den nächsten Jahren beibehalten. Wobei auch nach der Saison 2018 kritisch Bilanz gezogen werde, um möglicherweise Kleinigkeiten zu optimieren. Zeitnah werde es deshalb eine Sitzung des Beirats geben, sagte Narr. Für die meisten Aktiven der Pfullendorfer Zunft beginnt heute wieder der berufliche Alltag. Und daneben müssen noch die letzten Utensilien der Pfullendorfer Fasnet abgebaut und aufgeräumt werden.

Hexenverbrennung auf dem Marktplatz.
Hexenverbrennung auf dem Marktplatz. | Bild: Siegfried Volk

Als sein persönlich schönstes Erlebnis bezeichnete Andreas Narr die Abschiedszeremonie, die die Zunft am Sonntagabend auf dem festlich beleuchteten Marktplatz für Sonja und Paul Woerz, dem Wirtsehepaar des Traditionsgasthauses "Deutscher Kaiser", organisiert hatte. "Das war ein sehr emotionaler Moment", sagte Narr im Rückblick. Im Sommer wird der "Kaiser" in seiner bisherigen Form geschlossen.

Und dann nimmt die Zunft bereits das Jahr 2020 in den Blick. Das Stadtjubiläum werden die Stegstrecker auch als Plattform für die heimische Fasnet nutzen. Mit der Hauptversammlung der Vereinigung der schwäbisch-alemannischen Narrenzünfte (VSAN), die die Stegstrecker im Januar ausrichteten, hatten sie Werbung dafür gemacht. Im April werden während eines Klausurwochenendes die ersten organisatorischen Fragen besprochen, so Narr. Dazu treffen sich die Mitglieder des Narrenrats und des Beirats. Die Zunft will auf eine ähnliche Struktur wie für die VSAN-Versammlung bauen.

Fausthieb gegen eine Hästrägerin

Weitgehend friedlich verlief die Fasnet in Pfullendorf und Aach-Linz. Dennoch waren Polizei und Rotes Kreuz einige Male gefragt:

  • Einen Faustschlag auf den Hinterkopf handelte sich eine Teilnehmerin des Umzugs am Fasnetmändig, gegen 15.30 Uhr in der Höhe des Hotels Adler, ein. Nach den Angaben von Polizeisprecher Bernd Schmidt hatte eine Mutter der Hästrägerin den Schlag verpasst, als diese ihrem Kind ein Bonbon reichen wollte. Die Mutter habe den Schlag damit begründet, dass der Narrensamen nicht mehr aus der Kleidung zu entfernen sei. Die Hästrägerin wurde nach dem Vorfall kurz im Pfullendorfer Krankenhaus untersucht, nachdem sie über Schmerzen geklagt hatte. Zu der Mutter gibt es bisher keine Angaben. Hinweise können an den Pfullendorfer Polizeiposten gerichtet werden.
  • Zwei betrunkene Jugendliche wurden bei der Polizei aktenkundig. In Aach-Linz hatte am Sonntag ein 17-Jähriger drei Promille Alkohol im Blut, so die Polizei. Ebenfalls in Aach-Linz kümmerten sich die Helfer des Roten Kreuzes um einen betrunkenen 16-Jährigen. Die Rotkreuzler verständigten dessen Vater, der seinen Sohn abholt. Ein solches Vorgehen habe in der Regel eine sehr heilsame Wirkung sagte Mathias Werz von der Bereitschaftsleitung des Pfullendorfer DRK-Ortsverbandes. Während des Umzugs in Aach-Linz waren sieben Mitglieder des DRK im Einsatz. (dim)

Ihre Meinung ist uns wichtig
Mehr zum Thema
Fastnacht in der Region Linzgau-Zollern-Alb: Tausende Narren in der Region Linzgau-Zollern-Alb machen jedes Jahr während der fünften Jahreszeit die Straßen unsicher. Alle Berichte und Bilder zur Fastnacht in der Region finden Sie im närrischen Online-Dossier. Alle Termine zu Fasnachtsveranstaltungen haben wir hier zusammengestellt:
>Termine Pfullendorf >Termine Meßkirch.
☀ Einzigartige Sonnenstücke vom See ☀
Neu aus diesem Ressort
Pfullendorf
Pfullendorf
Pfullendorf
Pfullendorf/Kreis Sigmaringen
Aach-Linz
Pfullendorf
Die besten Themen