Ostrach Stefany Wohlfahrt ist seit 40 Jahren am Taktstock

Mit 21 Jahren dirigierte sie erstmals den Kirchenchor Einhart, jetzt ehrte ein Jubiläumsfest beim Gottesdienst die Chorleiterin Stefany Wohlfahrt. Dabei gab es natürlich viel Musik, aber auch viele lobende Worte für die Autodidaktin.

Allein die Zahl spricht für sich: Seit 40 Jahren leitet Stefany Wohlfahrt mit viel Charisma und musikalischem Geschick den Kirchenchor Einhart. Jetzt feierte sie ihr Dirigentenjubiläum und jeder Platz in der Einharter Kirche war besetzt, die Gottesdienstbesucher standen gar bis zur hinteren Kirchentür. Auch viele Freunde und ehemalige Chorsänger waren zum Festgottesdienst anlässlich des "Dirigentenjubiläums" gekommen. "Von dem ich erfüllt bin, kann ich weitergeben", sagte Pfarrer Meinrad Huber in seiner Ansprache beim Festgottesdienst, in dem zugleich auch Erntedank gefeiert wurde.

"Sie ist so richtig mit der Musik verbunden", beschrieb Pfarrer Huber die Dirigentin. In seiner Predigt ging er auf das Evangelium ein und fragte, wo der Eckstein im Leben, im Chor und bei der Chorleiterin sei. Stefany Wohlfahrt trage mit dem Kirchenchor Einhart seit 40 Jahren den Gesang in die Welt und transportiere somit die Botschaft von Jesus in modernen und anderen Liedern, unterstrich der Pfarrer. Der Kirchenchor bewies das umgehend und gestaltete den Gottesdienst musikalisch. In den dargebrachten Liedern ging es um die Musik und den Gesang, wie im "Venite venita adoremus" (Kommt alle und lasset uns anbeten) von Kathi Stimmer-Salzeder, oder dem "Magnificat – Meine Seele preist die Größe des Herrn" von Alan Wilson. Rainer Strobel begleitete an Orgel und Piano.

Der befreundete Dekanatchorleiter im Dekanat Sigmaringen-Meßkirch und Verbandschorleiter im Chorverband Zollernal im Schwäbischen Chorverband, Volker Bals, gratulierte mit einem einfühlsamen Solovortrag des alten Spirituals "How can I keep from singing (Wie kann ich nicht singen)?". Beim anschließenden Sektempfang im Probelokal "D' Schual" gratulierte der Chor mit dem Kanon "Fröhlichkeit und leichtes Leben möge dir der Herrgott geben". "Das ist unser Lied", erklärte Sopranistin Monika Frick.

Premiere mit 21 Jahren

Von Kindesbeinen an war Stefany Wohlfahrt im Einharter Kirchenchor dabei, zunächst über ihre Eltern. Im Alter von 21 habe man sie dann erstmals gebeten, bei einem Patrozinium den Ton anzugeben und den Takt zu schlagen. Immer mehr wuchs die junge Frau in ihre Rolle als Chorleiterin hinein, auch ohne zertifizierte Chorleiterausbildung. Zu den bisherigen Chorsängern gesellten sich neue, junge Sänger dazu, die sofort in die große Kameradschaft eingeschlossen wurden. Heute zählt der Einharter Kirchenchor rund 45 Sänger, die überwiegend aus der Seelsorgeeinheit Ostrachtal stammen. Einige nehmen aber auch eine weite Anfahrt zu den Proben und Auftritten auf sich.

Was macht die heute 61-jährige Stefany Wohlfahrt als Chorleiterin aus? Ihre Sänger kennen die Antwort. "Ihr Lächeln, ihre unendliche Geduld, das Feinfühlige und Schöne, das sie ausstrahlt und das sie in den Gesang hineinnimmt", sagte Chorsängerin Hilde Kugler aus Rulfingen. Sopranistin Lioba Schulz aus Ostrach erklärte, dass Stefany Wohlfahrt beim Singen auf viele Details wie die Geschwindigkeit, Lautstärke und die Emotionen achte, welche die Sänger transportieren sollen. "Wir sind mit unserem ganzen 'Ich' dabei in dem Lied. Das ist, was Stefany rüberbringt", betonte sie. Das bestätigte auch Sopranistin Monika Frick aus Bad Saulgau: "Stefany Wohlfahrt möchte mit uns etwas erreichen. Sie nimmt alle mit auf den Weg und begeistert uns für die Musik." Tenor Rudi Kober aus Ostrach bezeichnet sich als Späteinsteiger im Chorgesang und fand: "Es ist eine schöne Kameradschaft im Kirchenchor." Ihm gefalle das abwechslungsreiche Liedgut.

Der Chor selbst schenkte Stefany Wohlfahrt zum Jubiläum eine, von Pfarrer Meinrad Huber gesegnete Kerze mit einem Segensgebet des Heiligen Franziskus. Die Chorsänger hoffen, "Stefany noch recht lange zu haben". Am Nachmittag wurde die Feier im Weithartsaal fortgesetzt.

Zur Person

Stefany Wohlfahrt ist 61 Jahre alt und leitet seit 40 Jahren den Kirchenchor Einhart. Erst kürzlich fand die letzte Aufführung des Musicals "Franziskus – sein Weg zu Jesus" statt, das der Chor zwölf Mal aufgeführt hatte. Am dritten diesjährigen Adventssonntag, 17. Dezember, gestaltet der Kirchenchor Einhart um 18 Uhr sein 25. Adventssingen in der Pfarrkirche St. Pankratius in Ostrach.

Wohlfahrt bringt sich musikalisch auch im "Einharter Dreig'sang", "Quint-Essenz" und der Stubenmusik "Cantilena" ein. Die gelernte Erzieherin ist seit 1999 Töpferin. Ihre Werkstatt hat sie im "Haus Wohlfahrt" in Einhart, das sie mit Mann Franz Wohlfahrt führt. Mit ihm sie auch musikalisch unterwegs.

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