Ostrach Kiesbaggerei Weimar will Abbaugebiet erweitern

Die Firma Kiesbaggerei Weimar plant die Ausdehnung des Abbaugebiets im Waldgebiet Wagenhart. Es geht um eine Fläche von 29 Hektar. Über die Pläne informierten die Geschäftsführer gut 120 Bürger in der Buchbühlhalle.

Die Kiesbaggerei Weimar plant eine Erweiterung des Kiesabbaus in den Kernbereich Süd im Waldgebiet Wagenhart um 29 Hektar. Darüber informierten die Geschäftsführer Norbert Schmid, Andreas Drewing und Peter Zepf zusammen mit dem Ingenieurbüro Dörr. Etwa 120 Bürger kamen in die Buchbühlhalle zu der als „Bürgeranhörung“ angekündigten Veranstaltung. Bürgermeister Christoph Schulz korrigierte in seiner Ansprache den Anlass: „Heute Abend ist es kein offizieller Verfahrensschritt“, erklärte er und merkte an, dass deshalb die Bezeichnung „Bürgeranhörung“ für ihn missverständlich sei. „Besser wäre, die Veranstaltung Bürgerinformation zu nennen.“ Diese erfolge in einem sehr frühen Stadium, betonte er. Ingenieur Axel Dörr stellte das Vorhaben vor: „Der heutige Anlass ist der Umzug des Gebiets von Jettkofen nach Wagenhart, weil der Rohstoff zuneige geht.“ Und weil ein Kieswerk ein paar „Kreuzerchen“ kosten würde, brauche es eine Investitionssicherheit, fuhr Dörr fort. „Deshalb wollen wir zeigen: Was plant die Antragstellerin, was sagt das Landratsamt und dann geht es noch in den Gemeinderat.“

Mit der Umweltverträglichkeitsprüfung beschäftige sich das Unternehmen schon eine Weile, informierte der Ingenieur. Dabei stehe die Flora und Fauna im Fokus und die Frage, wie soll es nach einem Abbau aussehen, denn das Gelände wird hinterher wieder verfüllt. Von den geplanten 29,4 Hektar werden knapp 27 Hektar eigentliche Abbaufläche sein. Für die Dauer des Abbaus seien 23 Jahre geplant. „Das ist Stand 2015 und das Kieswerk steht erst in fünf Jahren. Damit sind es nur 17 Jahre und eine sehr knappe Zeit, um alles bezahlt zu bekommen.“ Die Kultivierung sei überwiegend mit Laubmischwald geplant. Die Verkehrsflüsse würden sich nicht grundsätzlich ändern. 97 Prozent würden die Ortsumfahrung Ostrach Richtung Sigmaringen und Pfullendorf nutzen, ein Prozent käme nach Tafertsweiler und zwei Prozent nach Hoßkirch. Damit ergebe sich eine Entlastung für Tafertweiler. Der Ortsvorsteher von Jettkofen, Jürgen Arnold, betrachtet die Pläne als „wesentliche Entlastung“ für sein Gebiet. „Wir begrüßen es, wenn das Kieswerk abgebaut wird“, erklärt er auf Nachfrage vom SÜDKURIER. „Die Flächen sind weitgehend abgebaut“, informierte er und prognostizierte, dass „der aktive Abbau überschaubar werden wird.“ Und damit auch der Lastwagenverkehr, der Staub und Lärm, der dann entfallen würde. „Wir erhoffen uns für Jettkofen eine Naherholungsmöglichkeit, denn das gibt eine Chance fürs untere Ostrachtal.“ Der See bliebe erhalten, womit er die Erweiterung sieht: „Das Pfrunger-Burgweiler Ried fürs Wandern und der Jettkofer See fürs Schwimmen.“

Abschließend beantwortete Schmid die Fragen aus dem Publikum und informierte, dass der Eigentümer des erweiterten Grundstücks ausschließlich das Haus Königsegg sei und dass sich das Kieswerk im bezahlten Eigentum befinde. Wie es einmal in seiner ausgeprägten Form aussehen würde, müssten einmal Schmids Nachfolger entscheiden, denn für ihn sei nun die Erweiterung Süd fix.

 

So sieht der Plan aus

Das neue Kieswerk im Wagenhart wird das Kieswerk in Jettkofen ersetzen, aber es ist derzeit noch in der Planungsphase. Die Inbetriebnahme ist für 2019/2020 vorgesehen. Die Entfernung zur nächsten Wohnbebauung vergrößert sich von bisher 330 Meter in Jettkofen auf mindestens 1500 Meter. Die Rekultivierung muss möglichst rasch dem Abbau folgen und wird bereits währenddessen getätigt. Geplantes Rekultivierungsende: 2047; Abbauende: 2037. Der Standort des zukünftigen Kieswerks hat Änderung der Abbaureihenfolge zur Folge. Seeformen werden angepasst: Grundwasserschutz, Kiesabbau und zukünftige Kieswaschwassernutzung harmonieren. Der Trockenabbau geschieht unverändert mittels Radlader, der Nassabbau mittels Bagger oder mit Eimerkettenbagger. Ein 30-Meter-Streifen verbleibt im Süden als Sichtschutz.

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