Ostrach Gutes Jahr für den Gemeindewald in Ostrach

Revierförster Wolfgang Richter hat in der Gemeinderatssitzung die Geschäftszahlen für 2016 vorgestellt. 85.261 Euro an Reingewinn sind durch die Holzwirtschaft im Ostracher Gemeindewald zu erwarten.

Lob für den Ostracher Gemeindewald gab es am Montagabend bei der Sitzung des Gemeinderates. Walter Jäger vom Fachbereich Forst im Landratsamt Sigmaringen sagte: "Es sind tolle Ansätze zu sehen, was die Baumartenvielfalt betrifft." Jäger hielt einen kurzen Fachvortrag über die Fichte, den Baum des Jahres 2017, und schlug vor, den Gemeindewald in einen Fichten-Buchen-Mischbestand umzuwandeln. Dies könne aber in fünf Jahren bei der nächsten Forsteinrichtung besprochen werden. Bei einer Forsteinrichtung werden unter anderem der Waldzustand überprüft und die mittelfristige Planung erstellt. Revierförster Wolfgang Richter erklärte in der Sitzung, dass das Jahr 2016 für den Gemeindewald ein "gutes Jahr" war. In der Summe werden jedes Jahr insgesamt rund 3000 Festmeter Holz geschlagen. Das soll bis 2023 so bleiben. Dabei entspricht ein Festmeter einem Kubikmeter fester Holzmasse ohne Zwischenräume. Vergangenes Jahr waren es 2835 Festmeter Nadel- und 260 Festmeter Laubholz. Für 2017 rechnet Richter mit 2840 Festmetern Nadel- und 260 Festmetern Laubholz. Die Zahlen für 2016 gelten, für 2017 sind sie bislang nur vorläufig, 2018 steht bereits in Planung. Hier geht der Revierförster von 2785 Festmetern Nadel- und 215 Festmetern Laubholz aus.

Für Ostrach ist der Gemeindewald eine wichtige Einnahmequelle. Im zurückliegenden Jahr wurden 216 917 Euro eingenommen. Der vorläufige Plan hatte 203 000 Euro vorgesehen. Dem stehen Ausgaben von mehr als 130 000 Euro gegenüber, womit sich ein Reingewinn von 85 261 Euro ergibt. Im Jahr 2017 werden sich die Einnahmen Richter zufolge auf 260 000 Euro belaufen. Angesetzt hatte der Revierförster mit 214 900 Euro. Die Kosten liegen bei 168 000 Euro anstatt 152 100 Euro. "Wir hatten einen um 20 Prozent höheren Einschlag", sagte Richter. Im August hatte es einen schweren Gewittersturm gegeben, der auch den Wäldern zugesetzt hatte. Außerdem seien Ausgaben für Kulturen angefallen, so der Revierförster. Mit einem Wald muss stets gearbeitet werden. Zum Beispiel werden neue Bäume angepflanzt oder Förster sind mit Käferplagen beschäftigt, von denen schwere Schäden zu erwarten sind. Die Fichte ist beispielsweise sehr anfällig für Käferbefall.

"Bei genügend Wasserdruck harzt sie Käfer ein", sagte Walter Jäger vom Fachbereich Forst. Herrscht jedoch eine Dürreperiode und die Käfer werden übermächtig, so kommt die Fichte "nicht mehr zurecht", wie es Jäger ausdrückte. Die Käfer können sich in die Rinde fressen und den betroffenen Baum damit schwächen. Gesundheit geht verloren: Stürme können gefährlich werden, was die Standfestigkeit betrifft. Hier greifen die Waldarbeiter ein und setzen zum Fällen an. Die Fichte ist dennoch ein sicherer Holzlieferant und auch die Gemeinde Ostrach hat 2016 profitiert. Fördernd wirkte die gute Wasserversorgung durch das Ried.

Die Fläche des Waldes beträgt insgesamt 264,9 Hektar. Das entspricht in etwa der Fläche von 371 Fußballfeldern. Zur Finanzierung des Riedturms waren 10 Prozent des an das Riedgebiet angrenzenden Waldes verkauft worden. Die gesamte Fläche hat sich durch den Verkauf von 287,7 Hektar auf 264,9 Hektar verringert. Einbußen musste die Gemeinde trotzdem nicht hinnehmen. Der Verkauf hat sich nach Angaben der Gemeindevertreter nicht signifikant im Erlös durch den Gemeindewald niedergeschlagen. "Wir haben 10 Prozent Wald verkauft, aber immer noch gleich viel Geld", sagte Bürgermeister Christoph Schulz, was den Rat freute.

Baum des Jahres

Walter Jäger vom Fachbereich Forst im Landratsamt Sigmaringen sprach bei der Gemeinderatssitzung über die Fichte. Der Nadelbaum ist der Baum des Jahres 2017. Die Fichte sei eindeutig der Brotbaum der Holzwirtschaft, sagte Jäger: "Wenn es diesen Baum nicht schon gäbe, müsste man ihn erfinden." Vor allem in Süddeutschland und in den Alpenländern kommt die Fichte vor. Die Erträge aus ihrem Anbau sind groß, da der Nutzholzanteil hoch ist. Sie wird etwa für den Hausbau, die Instrumenten-Herstellung oder als Papierlieferant verwendet. Gefährlich werden können der Fichte unter anderem Käfer und der Klimawandel. "Mit der Fichte hat man eine Hochrisikoaktie im Wald stehen", warnte Jäger. Sind die Niederschlagsmengen in Ordnung, kann die Fichte jedoch zum Beispiel den Käfern standhalten.

In den örtlichen Wäldern findet sich oft schon die vierte oder fünfte Fichtengeneration. Sie ist einfach zu kultivieren und anspruchslos im Anwuchs. Das Ziel der Forsteinrichtungsplanungen sei es, "dass der Nadelholzanteil in den Wäldern nicht unter 65 Prozent sinkt", berichtete der Experte. Nadel- und Laubholz werden gemischt. Gepflanzt werden können auch Douglasien, Tannen, Lärchen und andere Bäume. Baum des Jahres 2018 wird die Ess-Kastanie sein. Ihr werden praktische und kulinarische Vielfalt sowie eine schöne Blütezeit zugeschrieben. Bäume des Jahres werden in vielen Ländern vorgestellt, um den Wert der Wälder in der Gesellschaft hervorzuheben. Der Baum des Jahres wird in Deutschland durch „Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz Stiftung“ und das "Kuratorium Baum des Jahres" bestimmt. Im Oktober wird jeweils der Baum des Jahres für das darauffolgende Jahr vorgestellt.

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