Ostrach Gemeinderat Ostrach lehnt Bauvoranfrage in Habsthal ab

Landwirt will ein Haus abseits der Stallungen in unmittelbarer Nachbarschaft von Kloster Habsthal bauen.

Einig waren sich die Mitglieder des Gemeinderates bezüglich ihrer ablehnenden Haltung für ein Baugesuch in Habsthal. Einem Landwirt wurde vor Jahren im Tal neben dem Kloster der Bau einer Maschinenhalle aus nicht mehr nachvollziehbaren Grünen genehmigt, wie Bürgermeister Christoph Schulz erklärte. Jetzt hat eine von dem Landwirt mitgegründete Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) angefragt, ob er in Nachbarschaft ein Wohnhaus bauen darf und hat dafür zwei mögliche Standorte angegeben. Der Ortschaftsrat hat dem näher zum Kloster liegenden Platz zugestimmt, erklärte Schulz. Der Rathauschef ergänzte, dass das Landwirtschaftsamt solche Bauanträge seit einigen Jahren sehr kritisch sehe, wenn Landwirte sich bei Bauten im Außenbereich auf die so genannte Priviligierung berufen, aber das Wohnhaus nicht bei den Stallungen errichtet wird. Dem Bauherrn wurde in der vorletzten Gemeinderatssitzung der Bau von drei Hähnchenmaststellen genehmigt. Es gebe noch keine schriftliche Stellungnahme, aber die Behörde habe signalisiert, das Vorhaben abzulehnen. Noch keine Reaktion gibt es vom Denkmalamt, das involviert ist, weil der geplante Bau sich in unmittelbarer Nähe zum Kloster befinde. Er habe schon beim damaligen Bau der Maschinenhalle Bedenken gehabt, gestand Matthias Andelfinger (SPD) und Wolfgang Richter (CDU) fragte, ob der Bauherr nicht in der Ortsmitte eine Baumöglichkeit habe. "Das ist für mich nicht nachvollziehbar", erklärte Karl Schmid (CDU) mit Blick auf die Regelung des privilegierten Bauens. "Warum will der Landwirt nicht bei seinen 30 000 Hähnchen wohnen?", erklärte Jörg Schmitt (SPD), dass man nach der damaligen Hallengenehmigung keinen zweiten Fehler machen sollte.

Martin Widmer (FW) fragte angesichts dieser Größenordnung, ob es sich noch um einen Vollerwerbslandwirt handle. Hätte der Hähnchenmäster 30 000 und ein Hühnchen in den Ställen, würde er als gewerblicher Betrieb eingestuft, erklärte Rathauschef Schulz. Die Priviliegerung könne nur gelten, wenn Wohnhaus und Stallungen am selben Standort seien, fragte Arno Demattio (SPD), wer denn die Bauvoranfrage gestellt habe. "Die GbR ist Antragssteller", vermutet Schulz aufgrund der Gesellschafterstruktur, dass eine Generation außerhalb der eigentlichen Hofstelle ein Wohnhaus bauen wolle, was in der Landwirtschaft durchaus üblich sei. Man dürfe die Priviligierung nicht falsch auslegen, mahnte Demattio, um spätere Antragssteller, die sich auf diesen Passus berufen, nicht zu benachteiligen. Dann ließ Bürgermeister Schulz abstimmen, wobei er er seitens der Verwaltung keine Beschlussempfehlung abgab: "Das stelle ich Ihnen frei!" Alle Gemeinderäte hoben dann bei "Nein" die Hand.

 

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