Ostrach Ein Votum für Schulstandort Burgweiler

Die Grundschule wird ab September 2018 als Außenstelle des Reinhold-Frank-Schulzentrums Ostrachtal geführt. Das wurde vom Gemeinderat Ostrach einstimmig beschlossen.

In der Riedhalle beschloss der Gemeinderat am Montagabend einstimmig, dass die Grundschule Burgweiler ab September 2018 ihre Selbstständigkeit verliert und als Außenstelle des Reinhold-Frank-Schulzentrums Ostrachtal fortgeführt wird. Mehrere Dutzend Zuhörer verfolgten die Diskussion, wobei sich sämtliche Fraktionen angesichts der rückläufigen Schülerzahlen für den Zusammenschluss mit dem Schulzentrum aussprachen, um letztlich den Schulstandort Burgweiler zu sichern. "Wir wissen um die Bedeutung der Schule für unseren Ort", appellierte Ortsvorsteher Wolfgang Richter an die Eltern, dem Schulstandort die Treue zu halten und ihre Kinder in die Familienklassen zu schicken. Weil die Klassenstärke immer mehr abnimmt, werden die Kinder jahrgangsübergreifend in solchen Klassenverbünden unterrichtet.

Diese Vorgehensweise, beziehungsweise das Thema Familienklasse, habe er sich schon vor drei Jahren vorbeugend mit dem damaligen Schulleiter Matthias Andelfinger besprochen, erklärte Bürgermeister Christoph Schulz. Der pensionierte Rektor und SPD-Gemeinderat Andelfinger hatte in den vergangenen Monaten kommissarisch die kleine Schule geleitet und votierte für den Zusammenschluss. "Es ist gut, eine starke Schule im Hintergrund zu haben", wies er auf die gute Ausstattung und die hervorragende Kooperation mit dem im selben Gebäude untergebrachten Kindergarten hin. "Bei welcher Schülerzahl würde das Schulamt die Reißleine ziehen?", fragte Joachim Fürst (Freie Wähler).

Schulz erklärte, dass das Schulamt keine Schulen schließen, aber sich jetzt schon verbalte, dass bei Vertretungsproblemen die Schüler auch wochenweise nach Ostrach gehen müssten. Das Amt habe nach dem Ausscheiden von Matthias Andelfinger auch die vakante Rektorenstelle nicht ausgeschrieben. "Sie hätten wahrscheinlich auch niemanden gefunden", wies Schulz auf die landesweite Debatte um fehlende Grundschullehrer hin. Dies bestätigte auch der neue Leiter des Reinhold-Frank Schulzentrums Ostrachtal, Oliver Paul, der als Gast an der Ratssitzung teilnahm und sich zu Beginn nochmals im Gremium und der Zuhörerschaft vorstellte. Er machte deutlich, dass das Schulzentrum insgesamt mehr Lehrerstunden für die Versorgung in Burgweiler bekommen würde, was aber nicht automatisch eine generelle Vollversorgung für die Außenstelle bedeute. Auch er müsse sich bei Vertretungen an den personellen Ressourcen orientieren und so wollte Paul nicht ausschließen, dass bei Problemen die Burgweiler Schüler vorübergehend in Ostrach unterrichtet würden.

Als "Zeichen der Vernunft" bezeichnete Matthias Seitz (SPD) die geplante Kooperation, wobei man auf die Zusammenarbeit mit Ostrach setze. Sein Fraktionskollegen Jörg Schmitt wies auf das Kombimodell in Magenbuch hin, das sich bewährt habe. "Für Spöck und Kalkreute ist die Schule wichtig", erinnerte Rudolf Birkhofer (CDU) daran, dass beispielsweise die örtlichen Vereine von den dort entstandenen Verbindungen profitierten. Alfred Stecher (CDU) rechnete vor, dass das Einzugsgebiet der Schule etwa 1200 Einwohner betrage, und sodass man jährlich mit neun Schülern rechnen könne, was für die vier Klassen dann mindestens 36 Schüler bedeute und ausreichend sei.

Rathauschef Schulz wies abschließend daraufhin, dass die Vereinbarung erst im September 2018 in Kraft tritt und Rektor Oliver Paul deshalb noch nicht Ansprechpartner bei Problemen in der Grundschule Burgweiler sei.

Schulentwicklung

Es gab im September 2016 insgesamt 53 Einschulungen im Schulbezirk Ostrach, der auch die Teilorte Jettkofen, Laubbach, Tafertsweiler und Wangen umfasst. Im Bezirk Burgweiler mit den Ortschaften Kalkreute und Spöck waren es im vergangenen Jahr 7 und im Bezirk Magenbuch mit Einhart, Habsthal, Levertsweiler 12. Für September 2017 werden für die drei Bezirke 48, 7 und 13 prognostiziert. Für das Jahr 2018 dann 44, 4 und 11 Anmeldungen sein und für 2019 34, 8, und 16. Für das Jahr 2020: 49, 9, 11; für das Jahr 2021: 35, 10, 10; für das Jahr 2022: 43, 6, 12 und für das Jahr 2023: 37, 9, 5. Diese Prognose erfolgte anhand der bekannten Geburten vom 1. Oktober 2009 bis 31. Juni 2017. Zuzüge sowie Wegzüge in die Gemeinde bleiben dabei unberücksichtigt.

Für den Gesamtzeitraum vom September 2016 bis September 2023 geht der Schulträger von 493 Einschulungen aus, darunter 343 im Bezirk Ostrach, 60 im Bezirk Burgweiler und 90 im Bezirk Magenbuch. (siv)

Ihre Meinung ist uns wichtig
Herbstliche Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Ostrach
Ostrach
Ostrach
Ostrach
Ostrach
Ostrach
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren