Neuhausen ob Eck Neue Nistplätze für Uhus im Schotterwerk

2017 hatte sich ein Uhu-Paar einen Nistplatz im Steinbruch der Firma Stotz in Neuhausen ob Eck gesucht. Weil der Bereich jetzt umgestaltet werden muss, haben Mitarbeiter des Unternehmens in Abstimmung mit Behörden und Zusammen mit einem Naturschützer zwei alternative Nistplätze in einer Kalksteinwand des Kieswerks geschaffen.

Uhus, die größte in Deutschland vorkommende Eulenart, gehören zu den geschützten Vögeln. Sie nisten gern in Felswänden und Nischen. Steinbrüche gehören inzwischen zu ihren Favoriten. Auch in den Neuhausener Steinbruch der Firma Storz hatte es 2017 ein Uhu-Pärchen gelockt. Hoch oben in einer Kalksteinwand nisteten sie – allerdings in einem Bereich, der bald abgebaut werden soll. Jetzt schufen Firmenmitarbeiter und Naturschützer zwei Alternativen – deutlich ruhiger und komfortabler, teilt die Firma mit.

„Wenn unsere Uhus diese Plätze nicht annehmen, bin ich ihnen persönlich böse." Martin Kellers Stimme hört sich etwas krächzend an aus dem Funkgerät. Der Leiter des Storz-Schotterwerks hängt in 40 Metern Höhe im Korb eines Mobilkrans, dessen Ausleger bis zum Anschlag ausgefahren ist. Zusammen mit Olaf Oczko, Vogelschützer und Experte für Uhus, schlägt Keller in die Kalksteinwand einen neuen Nistplatz für die Eulenvögel, die diesen Steinbruch zu ihrem neuen Zuhause gewählt haben. Die künstliche Höhle ist deutlich geschützter vor Wind und Wetter als das bisherige Nest. Sollte sie nicht gefallen, gibt es eine Alternative.

„Wir freuen uns natürlich sehr über unsere neuen Steinbruchbewohner“, sagt Susanne Gräfin Kesselstatt, geschäftsführende Gesellschafterin von J. Friedrich Storz Baustoffe. „Das zeigt, dass sich Gesteinsabbau und Natur durchaus vertragen. Allerdings hat sich dieses Pärchen bislang einen ziemlich unpassenden Ort für sein Nest ausgewählt.“ Es lag in unmittelbarer Nähe der Brechanlagen, wo reger Schwerlastverkehr herrscht, auf einem Felsvorsprung, ungeschützt vor der Witterung. Nicht gut für ihre Familienplanung, aber auch nicht gut für die Storz-Unternehmensplanung, denn diese Felswand muss für einen weiteren Abbau umgestaltet werden.

Neben der Firmenchefin stehen Johannes Luippold vom Baurechts- und Umweltamt des Landkreises Tuttlingen sowie Manfred Boll, ehrenamtlicher Kreis-Naturschutzbeauftragter. Sie beraten das Unternehmen bei der Anlage der neuen Nistplätze. „Erstaunlich, wie gut sich solche Tiere mit einem Industriebetrieb arrangieren“, sagt Boll. „Es ist erfreulich, dass sich die Uhu-Populationen wieder positiv entwickeln. Und da spielen Abbaustätten eine wichtige Rolle.“

Die beiden halbkreisförmigen Höhlen bieten ausreichend Platz für die Eltern und für ein oder zwei Junge. In Deutschland, so wissen die Experten, hat sich der Bestand an Uhus wieder erfreulich verbessert auf rund 2000 Brutpaare – nicht zuletzt dank Schutzmaßnahmen wie dieser im Storz-Steinbruch.

Wichtig sei, ergänzt Gräfin Kesselstatt, dass Behörde, Unternehmen und Naturschutz an einem Strang ziehen. „Dieser Steinbruch hat eine erhebliche Bedeutung für unseren bislang größten Auftrag, das Daimler Prüf- und Technologiezentrum bei Immendingen. Die Uhus sind uns sehr willkommen, aber wir müssen eben dieses Zusammenleben auch organisieren.“ Jetzt müssen die Uhus neue Wohnung nur noch annehmen. Das wird man spätestens im Frühjahr wissen.

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