Meßkirch Vater schlägt Mutter und mehrere Passanten

Das Amtsgericht Sigmaringen hat den Angeklagten zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er mehrere Menschen verletzt hat. Auch die Mutter des gemeinsamen Kindes soll getroffen worden sein. Der Mann hatte laut Polizei kurz nach der Tat 1,8 Promille im Blut.

Wegen vorsätzlicher und versuchter gefährlicher Körperverletzung verurteilte das Amtsgericht Sigmaringen unter Vorsitz von Richterin Elisabetta Carbotta einen Mann zu einer Geldstrafe von 600 Euro. Auch die Kosten des Verfahrens trägt laut Urteil der Angeklagte. Aus der von Staatsanwältin Natalie Frank verlesenen Anklageschrift ging hervor, dass der Mann am 5. Oktober 2016 nach Meßkirch gekommen war, um seiner kleinen Tochter zum Geburtstag zu gratulieren und Geschenke zu überreichen. Obwohl die alleinerziehende Mutter des Kindes bereits im Vorfeld erklärt habe, dass dies an diesem Tag wegen eines wichtigen beruflichen Termins nicht möglich sei, war der Angeklagte bereits früh morgens angereist. Er habe den ganzen Tag versucht, mit seiner Tochter Kontakt aufzunehmen. Als die Mutter am Abend von der Arbeit nach Hause kam, habe sie einem Treffen im Bäcker-Café in einem Einkaufsmarkt zugestimmt. Vorsorglich habe sie dazu einen Begleiter mitgenommen, der sich im Café in Sichtweite befand.

Bei dieser Begegnung kam es dann laut Anklageschrift im Beisein des Kindes zwischen Mutter und Vater zu einer Rangelei. In der Verhandlung berichtete die Mutter dem Gericht über das Gespräch in dem Café: "Er wollte mit mir draußen vor dem Markt reden. Das habe ich abgelehnt." Daraufhin sei der Vater ihrer Tochter am Tisch aufgestanden und sie habe ihr Handy aus der Tasche geholt, das er ihr dann weggenommen habe. Bei dem Versuch, ihr Handy zurückzuholen, habe sie einen Schlag abbekommen, durch den sie laut eigener Aussage zu Boden ging. Als sie wieder zu sich kam, habe ihre Tochter „wie am Spieß geschrien“.

Der erste Zeuge vor Gericht war der von der Mutter des Kindes zum Treff vorsorglich mitgenommene Begleiter. Der 36-Jährige berichtete, dass er am Nachbartisch gesessen habe, als es zum Handgemenge zwischen Mutter und Vater gekommen sei. Der Angeklagte habe versucht, der Mutter das Handy wegzunehmen und dabei sei es zu einem Handgemenge gekommen. Der Vater sei jedoch der Mutter körperlich überlegen gewesen. Deshalb sei er selbst aufgestanden, um die Frau zu unterstützen. "Daraufhin hat der Angeklagte von der Mutter abgelassen und ist sofort auf mich losgegangen." Er habe Schläge ins Gesicht bekommen. An der Kasse des Cafés habe ein Mann die Auseinandersetzung beobachtet und sei zur Hilfe geeilt. Auch ein weiterer Besucher des Cafés sei in den Vorfall verwickelt und verletzt worden.

Gemeinsam haben die beiden Männer laut Aussage des Zeugen den Angeklagten aus dem Bäcker-Café gedrängt. "Etwa zwei Minuten später ist der Angeklagte jedoch zurückgekommen und hat einen Stein in den Laden geworfen", sagte der Begleiter der Mutter. Eine Frau habe noch geschrien und dann sei der Stein in Kopfhöhe an ihm vorbei geflogen. Er schloss seine Aussage mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass er vom Tisch erst aufgestanden sei, als der Angeklagte handgreiflich geworden sei. Er habe dem Angeklagten auch zuerst gesagt: „Lassen Sie es doch, das bringt jetzt auch nichts.“ Der habe ihn jedoch umgehend und ohne Vorwarnung angegriffen.

Der aus Berlin angereiste Zeuge von der Kasse bestätigte vor Gericht, dass auch er der Frau helfen wollte. Er habe den Angeklagten festgehalten und zur Tür gebracht. Als er wieder an der Kasse war, sei der Angeklagte mit einem Stein zurückgekommen. Er habe auch die Wurfbewegung gesehen und gehört, wie es dann gekracht habe.

Die von der Mutter alarmierte Polizei beendete die Auseinandersetzung. Der zwischenzeitlich geflüchtete Angeklagte wurde mithilfe der Zeugen gefunden und vorläufig festgenommen. Ein Kommissar vom Polizeirevier Sigmaringen berichtete dem Gericht, dass der Angeklagte auf Anordnung in Gewahrsam genommen wurde. Eine im Krankenhaus entnommene Blutprobe habe einen Wert von 1,8 Promille ergeben.

In ihrer Urteilsbegründung betonte Richterin Carbotta, dass sich aus ihrer Sicht ein großer Teil der Anklage bestätigt habe. Die Körperverletzung zum Nachteil des Begleiters wurde ihr "absolut glaubhaft geschildert". Auch die versuchte gefährliche Körperverletzung mit dem Steinwurf sei erwiesen, sagte die Richterin. Nicht erwiesen habe sich hingegen, dass die Mutter des Kindes zu Boden gegangen sei.

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