Meßkirch Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut bringt Geld für Stadtkirche St. Martin und deren Innensanierung

Hoher Besuch in der Stadtpfarrkirche St. Martin: Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes, kam gestern Abend nach Meßkirch, um einen Förderbescheid in Höhe von 192 220 Euro für die Innensanierung des Gotteshauses zu überreichen. Dabei wurde die Ministerin auch von mehreren Seiten auf die Haltung des Hauses Fürstenberg angesprochen, das sich bislang noch nicht dazu geäußert hat, ob die an die Kirche angebaute Nepomukkapelle ebenfalls saniert werden soll.

Die Kirche sei ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung und deshalb freue sie sich besonders über das vorbildhafte Engagement der Gläubigen vor Ort, die 400 000 Euro für die Sanierung gesammelt hatten, sagte sie an die Adresse des Baufördervereins St. Martin gewandt.

Von dessen Vertreter Lothar Bix sowohl als auch von Landeskonservatorin Ulrike Plate und von Beate Maier, stellvertretende Leiterin des erzbischöflichen Bauamts in Konstanz, wurde die Ministerin bei dieser Gelegenheit indes auf einen seit langem existierenden Missstand hingewiesen: Auch wenn die Kirche ab kommendem Jahr für rund 1, 9 Millionen Euro saniert werden wird, bedeute das nicht, dass die Nepomuk-Kapelle an ihrer Seite ebenfalls gerichtet wird. Denn die sei im Besitz des Hauses Fürstenberg und dort gebe es keinen Entschluss, die Kapelle zu sanieren. Dabei, sagte Maier: "Es wäre im Interesse aller, wenn sie instand gesetzt würde." Dekan Christoph Neubrand schloss an: "Die verdreckte Nepomukkapelle ist nicht das, was man will" und er verwies darauf, dass die nicht sanierte Kapelle noch mit Hausschwamm befallen sein werde, wenn die Martinskirche bereits saniert und von diesem befreit sind wird. Bix stellte fest: "Die Nepomukkapelle ist bauhistorisch der wertvollste Teil der Kirche."

Ministerin Hoffmeister-Kraut hörte die vorgetragenen Argumente an und erfuhr so auch von Maier, dass einem Architekten des Fürstenhauses eine Kostenberechnung für die Kapellensanierung durch das erzbischöfliche Bauamt zur Verfügung gestellt wurde, bis auf ein Dankesschreiben bislang aber noch keine weitere Reaktion eingegangen sei.

Nicole Hoffmeister-Kraut wird von Karl Hermann (rechts) vom Bauförderverein über die Besonderheiten der Meßkircher Stadtkirche informiert. Die Ministerin attestiert den Meßkirchern eine hohe Identifikation mit ihrer Kirche.
Nicole Hoffmeister-Kraut wird von Karl Hermann (rechts) vom Bauförderverein über die Besonderheiten der Meßkircher Stadtkirche informiert. Die Ministerin attestiert den Meßkirchern eine hohe Identifikation mit ihrer Kirche. | Bild: Gregor Moser

Karl Hermann erläuterte der Ministerin im Anschluss die Historie und die reiche Ausstattung der Kirche und Lothar Bix informierte abschließend noch über die Anstrengungen, die der Bauförderverein seit Beginn der Nullerjahre unternommen hatte, um das notwendige Geld zu sammeln. "Wir sind eine starke Mannschaft", fasst er zusammen, was die Ministerin dazu bewog, den Meßkirchern ein "großes Kompliment" auszusprechen.

 

Die Nepomukkapelle

Die Entstehung der Nepomukkapelle in Meßkirch stand mit dem Bau der St.-Martins-Kirche in keinem ursächlichen Zusammenhang und resultierte aus einer persönlichen Verehrung Fürst Froben Ferdinands von Fürstenberg-Meßkirch für den böhmischen Brückenheiligen. Für die Innengestaltung der Kapelle engagierte Fürst Froben Ferdinand keine geringeren als zwei weitum bekannte Münchener Barockkünstler, die Brüder Cosmas Damian Asam, den berühmten Freskomaler, und den nicht weniger bedeutenden Egid Quirin Asam, der sich als Stuckateur einen Namen gemacht hat. Als die Martinskirche 1770/1772 umgebaut und barockisiert wurde, entstand eine stilistische Verbindung von St. Martinskirche und Nepomuk-Kapelle. Die Kapelle zählt zu den bedeutendsten Barockbauten Süddeutschlands. Letztmals in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts renoviert. Karl Hermann erläuterte der Ministerin, dass sich die Kirchengemeinde wünsche, die Kapelle eines Tages wieder als Taufkapelle zu nutzen und Lothar Bix hielt fest, dass der Bauförderverein weiter aktiv bleiben wird und auch für die Sanierung der Kapelle seinen Teil beitragen wolle. (ath/mos)

 

 

 

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