Meßkirch Meßkircher Klosterstadt: Erschließungsarbeiten laufen an

Der Aachener Klosterstadtverein sucht noch nach freiwilligen Helfern, die wochenends auf der Mittelalterbaustelle mitanpacken wollen, die am 22. Juni eröffnet. Landesminister Alexander Bonde hat sich für den 10. Mai auf dem Klosterstadtgelände angekündigt, um eine Lieferung Bau- und Brennholz zu überbringen.

Am Samstag, 22. Juni, ist es soweit: „Campus Galli“, die Klosterstadtbaustelle in Meßkirch im südlichen Kreis Sigmaringen wird nach dreijähriger Vorbereitungszeit eröffnet. In 40-jähriger Bauzeit soll dort mit den Methoden des Mittelalters die karolingische Klosterstadt nach dem St. Galler Klosterstadtplan erbaut werden, der auf der Insel Reichenau entstand.

Nachdem die Stadtverwaltung Meßkirch jüngst die Baufreigabe durch das Landratsamt Sigmaringen erhielt, begannen nun die vorbereitenden Bauarbeiten. Vor zwei Wochen vergab der Technische Ausschuss der Stadt für rund 560 000 Euro Aufträge, um das Gelände zu erschließen und um den Eingangs- und Infobereich inklusive eines Parkplatzes für 150 Autos und 33 Busse zu bauen.

Während mit der Vergabe des „Roten Punkts“ die Erdarbeiten beginnen konnten, arbeitet der Aachener Verein Karolingische Klosterstadt mit dem Vorsitzenden Bert Geurten an seiner Spitze schon seit Monaten daran, dass das Klosterstadt-Projekt ein Erfolg wird. Nach der Eröffnung im Juni sollen die Besucher an 17 Stationen Handwerkern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen können und dabei lernen, wie im Mittelalter gearbeitet wurde. Zu sehen sein werden Korbmacher, Drechsler, Seiler, Imker und Steinmetze. Deren Motto: Muskeln statt Maschinen. Auch einen Steinbruch und einen Heilkräutergarten wird es geben. Ein Film soll zeigen, wie die Klosterstadt in 40 Jahren aussehen könnte. Der Rundweg soll in etwa drei Stunden zu durchlaufen sein, auf einem Marktplatz sollen sich die Besucher verpflegen können und es wird einen kleinen Markt geben.

Gebaut werden sollen zunächst eine Holzkirche und Unterkünfte für die Arbeiter. Ein wissenschaftlicher Beirat mit Matthias Becher, Professor für die Geschichte des Mittelalters an der Universität Bonn und gebürtig aus der Heideggerstadt Meßkirch, soll die Arbeit auf der Baustelle begleiten. Der Beirat soll Sorge dafür tragen, dass auf der Klosterstadtbaustelle soweit möglich mit denselben Methoden wie in der Karolingerzeit gearbeitet wird.

Laut Geurten werden in diesem Jahr zwischen 15 und 20 Angestellte des Klosterstadtvereins auf der Baustelle aktiv sein. Damit auch an den Wochenenden, wenn etwa ein Viertel der Belegschaft fehlt, genügend Arbeiter vor Ort sind, sucht der Klosterstadtverein Freiwillige, die Interesse daran haben, an dem Projekt mitzuarbeiten, das Geschichte, Architektur und Tourismus miteinander verbindet. Gemeinsam mit dem SÜDKURIER veranstaltet der Klosterstadtverein daher ein Casting für Interessierte auf der Klosterstadtbaustelle. „Gesucht werden alle Professionen“, sagt Geurten und er fährt fort: „Bei uns können die Leute träumen, das ist ein bisschen so wie Märklin-Eisenbahn fahren.“ Die freiwilligen Helfer würden angeleitet und sie bekämen mittelalterliche Kleidung von dem Verein gestellt. Zudem sollte es zweimal jährlich ein Fest und eine Vorab-Führung über das Gelände geben.

Unterstützung erfährt das Projekt indes auch von Landesseite: Nachdem das Ministerium für Ländlichen Raum dem Tourismusprojekt bereits 2011 einen Zuschuss über 120 000 Euro gewährte, will Minister Alexander Bonde am 10. Mai 40 Festmeter Eichen- und Buchenholz übergeben.

 

Wer freiwillig an dem Projekt mitarbeiten möchte, kann sich für ein Casting melden:

 

messkirch.redaktion@suedkurier.de

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