Meßkirch Meßkircher Bildungswerk macht Einwohner schlauer

Die Einrichtung trägt zur kulturellen Vielfalt bei und hält Bildungsangebote für alle Generationen bereit.

Schon Benjamin Franklin wusste es: „Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen.“ Das vielfältige Programm des Bildungswerks Meßkirch trägt dazu bei, dass die Bürger lebenslang Lernende bleiben können und bereichert die kulturelle Vielfalt in Meßkirch.

Eine Stadt und Gemeinde sollte sich die Erwachsenenbildung auf die Fahnen schreiben, unterstreicht auch Waldemar Gorzawski, Gesamtleiter des Meßkircher Bildungswerkes. Das Bildungswerk Meßkirch besteht aus der ehemaligen Volkshochschule der Stadt Meßkirch und dem katholischen Bildungswerk der Seelsorgeeinheit Meßkirch. Es greift einerseits die Bedürfnisse auf, die in der Stadt da sind, aber nicht von anderen Institutionen befriedigt werden, und bietet Kurse und Vorträge zu Schule und Erziehung, Beruf und Karriere, Religion und Ethik, Schwimm-, Sprach-, Computer-, Koch-, Kreativ-, Fitness- beziehungsweise Entspannungskurse. Auf der anderen Seite organisiert das Bildungswerk auch kulturelle Veranstaltungen und Studienreisen, die je nach den Wünschen der Teilnehmer mehr oder weniger religiösen Charakter haben.

Insgesamt seien die Kurse, die mit Fitness und Bewegung zu tun haben, sehr gefragt, gibt Gorzawski an. Koch- und Backkurse würden ebenso gerne angenommen. Er hebt auch die wichtige Bedeutung der Schwimmkurse für Kinder im Hallenbad hervor, an denen Kinder aus der ganzen Umgebung teilnehmen. Das Programm des Bildungswerkes unterliegt auch dem Wandel, der mit dem Interesse der Teilnehmer einhergeht. Seit der Eröffnung des Hauses für Musik weitete das Bildungswerk sein Programm in der Kombination mit Vorträgen plus Musik und musikalischer Ausbildung in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Trossingen wie Meisterkursen und Gesangsausbildung aus.

Alle Mitarbeiter des Bildungswerks sind ehrenamtlich tätig. Die Gesamtleitung des Bildungswerks Meßkirch hat Waldemar Gorzawski. Die Leitung der Kurse mit Referenten- und Raumplanung obliegt Ulla Betz. Ihre Vertreterin ist Ulrike Beppler. Sie nimmt die Anmeldungen an und führt die Buchhaltung, Bianca Schatz aus Menningen organisiert die dort stattfindenden Veranstaltungen, Martin Schafheitle ist für die Kasse der kirchlichen Veranstaltungen verantwortlich. Isabell Michelberger kümmert sich um die Veröffentlichungen in der Presse. Anton Sikorsky pflegt die Homepage. Fotodokumentation und Studienreisen sind das Aufgabengebiet von Meggie Ratajczak.

Bei den Studienreisen wird darauf geachtet, den Teilnehmern etwas Spezielles und Besonderes abseits der normalen Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die Kurse und Einzelveranstaltungen des Bildungswerks werden im Hallenbad, der Conradin-Kreutzer-Schule, der Sporthalle des Martin-Heidegger-Gymnasiums, in Dietershofen, im kleinen Saal oder Seminarraum des Herz-Jesu- Heimes oder ab und an im Schloss gehalten. Schulräumlichkeiten stellt die Stadt kostenlos zur Verfügung. „Meine Motivation ist, zur kulturellen Vielfalt und Erwachsenenbildung in Meßkirch beizutragen“, gibt Waldemar Gorzawski an. „Wir gehen auch strittigen Themen nicht aus dem Weg und greifen kontroverse Themen und aktuelle Entwicklungen in der Stadt, Kultur und der Gesellschaft auf“, weist er auf die Veranstaltungen zu den antisemitischen Schriften von Martin Heidegger bereits 2011 und anlässlich der Klosterstadt Campus Galli 2012/13 im Vorfeld der Entstehung hin.

Seit über 20 Jahren besucht Ingrid Weigert aus Menningen überwiegend die Fitnessgymnastik für Frauen von Kornelia Heinecke, aber auch Kochkurse und Vorträge des Bildungswerkes. „Toll, dass es das Angebot gibt“, findet Weigert und lobt das Preis-Leistungs-Verhältnis. Thekla Schwartz aus Meßkirch bietet Qigong-Kurse an. „Die Arbeit über das Bildungswerk ist eine gute Möglichkeit viele unterschiedlich interessierte Menschen zu erreichen“, unterstreicht sie und freut sich stets über Jeden, der sich auf die alte chinesische Heilmethode einlässt. Die Kreativ-Kurse „Arbeiten mit Ton, Aquarell und Acryl“ laufen nebeneinander. Die Keramiker schauen, was die Aquareller und Acryler machen und umgekehrt. „So schaut jeder dem anderen auf die Hände und stellt fest, dass es gar nicht so schwer ist“, sagt Kursleiter Bernd Buchta. Eine Dozentin der ersten Stunde ist die Italienischlehrerin Yola Amann.

Bis 1998 wurde von der Stadt Meßkirch eine Volkshochschule geführt und betreut. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde die Volkshochschule als eigenständiges Angebot der Stadt nicht mehr weitergeführt, sagt Bürgermeister Arne Zwick. Ulla Betz, langjährige Teilnehmerin an verschiedenen Kursen, schlug 1998 dem damaligen Bürgermeister Robert Rauser die Weiterführung der Einrichtung unter ehrenamtlicher Leitung vor. Ulrike Beppler, welche die Buchhaltungsarbeiten der Volkshochschule erledigte, hatte Ulla Betz zur Fortführung der Mitarbeit gewonnen. Weitere Sitzungen mit den evangelischen und katholischen Kirchenvorständen waren gefolgt. Heute besteht das Bildungswerk aus der ehemaligen Volkshochschule und dem katholischen Bildungswerk der Seelsorgeeinheit.

Bildung und auch religiöse Bildung sei in unseren Zeiten unerlässlich, da immer mehr Menschen sehr wenig Ahnung über Religion besitzen, sagt der Leiter der Seelsorgeeinheit Meßkirch Karl-Michael Klotz. „Es ist ein großes Geschenk, dass Menschen Bildung in jeglicher Hinsicht wichtig ist und sie sich dafür einsetzen, besonders mit ihrer Zeit der Vorbereitung und Durchführung“, lobt Klotz das Engagement der Bildungswerkmitarbeiter. Bürgermeister Arne Zwick sagt: „Das Bildungswerk ist aus meiner Sicht eine wichtige Säule der Allgemeinbildung, in dem sie das Thema der Bildung über die gedachte zeitliche Linie der schulischen Bildung fortführt und bis ins hohe Alter ein Angebot an Bildung und wissenschaftlicher Auseinandersetzung bereithält.“ Dies geschehe sowohl im sprachlichen, naturwissenschaftlichen, wie auch kulturellen Bereich, was in dieser Breite für die Allgemeinheit in erster Linie nur eine Einrichtung wie ein Bildungswerk leisten könne, stellt er anerkennend fest.

 

Kinderschwimmen stark nachgefragt

Ulrike Beppler ist für die Anmeldungen und Buchhaltung verantwortlich und die Stellvertreterin von Ulla Betz. Sie engagiert sich seit 1998 ehrenamtlich beim Bildungswerk.

Wie viele Bürger nutzten die Bildungsangebote des Meßkircher Bildungswerkes im vergangenen Jahr?

Wir verzeichneten 639 Teilnehmer, davon waren 162 männlich, 477 weiblich.

Kommen die meisten Teilnehmer aus Meßkirch oder aus dem Umland?

Das Verhältnis ist ungefähr eins zu eins. Gerade die Schwimmkurse für Kinder werden von vielen Eltern und Kindern aus dem Umland genutzt.

Wie viele Unterrichtseinheiten verzeichneten Sie 2014?

Wir verzeichneten 861 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten.

Ist die Tendenz steigend oder fallend?

Die Tendenz ist fallend, besonders bei den Sprachkursen.

Welche Angebote sind besonders gefragt?

Kinderschwimmen, Yoga, Vorträge, Augenübungen und Vorträge, die Stadt Meßkirch betreffend.

Woran orientieren Sie sich bei der Programmplanung fürs kommende Programmheft?

Wir orientieren uns am Angebot der Dozenten. Das neue Programmheft ist bereits in Vorbereitung mit einem Tangokurs und einer Studienreise nach Danzig. Hierbei danken wir der Stadt für die kostenlose Zurverfügungstellung der Räume und unseren Sponsoren, die mit einem Inserat die Herstellung des Programmhefts unterstützen.

 

Fragen: Sandra Häusler

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