Meßkirch Kreutzer-Chor präsentiert Lieder aus zwei Jahrhunderten

Beim Konzert im Festsaal des Meßkircher Schloss erlaubte der Kreutzer-Chor mit seinem Programm "Bunte Blätter" eine musikalische Zeitreise. Vereint wurden Volkslieder aus dem 19. Jahrhundert, slawische Tänze sowie amerikanische Melodien wie "Moon river".

Mit einer bunten Auswahl von Chorliedern aus zwei Jahrhunderten erfreute der Kreutzer-Chor unter der Leitung von Franz Raml die Konzertbesucher im Festsaal des Meßkircher Schlosses. Die musikalische Zeitreise begann mit Liedern von Franz Schubert und erstreckte sich bis zu amerikanischen Songs wie "Moon river", die heute eine ähnliche Popularität erreichen wie die damaligen Volkslieder. Am Klavier begleitete Jürgen Jakob, der mit Franz Raml das Konzert mit vierhändigen Klavierstücken bereicherte.

Bärbel Hermann, Vorsitzende des Kreutzer-Chors, begrüßte die Gäste im nahezu voll besetzten Festsaal. Der Titel des Konzerts "Bunte Blätter" könne sich auf die malerischen herbstlichen Blätter in der Natur beziehen, vor allem aber auf Notenpapier. Die einzelnen Blätter seien in diesem Konzert jedoch nicht wild durcheinander gewirbelt, sondern "Franz Raml hat sie zu einem schönen Wald geordnet", beschrieb die Vorsitzende. Der Abend stand dann nicht nur im Zeichen von Dichtung und Musik, sondern integrierte ebenso Tanzmusik in Anlehnung an die alten Griechen. Bereits damals galten alle drei Elemente – Dichtung, Tanz und Gesang – als untrennbare Verbindung, wie der Konzertbesucher dem Programm entnehmen konnte.

Die musikalischen "Bunten Blätter" des Kreutzer-Chors unter der Leitung von Franz Raml zogen zahlreiche Zuhörer in den Festsaal des Meßkircher Schlosses. Jürgen Jakob begleitete die Lieder am Klavier. Bild: Isabell Michelberger
Die musikalischen "Bunten Blätter" des Kreutzer-Chors unter der Leitung von Franz Raml zogen zahlreiche Zuhörer in den Festsaal des Meßkircher Schlosses. Jürgen Jakob begleitete die Lieder am Klavier. Bild: Isabell Michelberger

Der erste Teil des Konzerts widmete sich vorwiegend dem 19. Jahrhundert mit einem kraftvollen "An die Sonne" und der feierlichen zelebrierten "Hymne an den Unendlichen" von Franz Schubert. Von dem berühmten Komponisten und Organisten Max Reger stammten die weiteren Volkslieder. Kleine Liedeinheiten rahmten Franz Raml und Jürgen Jakob mit zwei Militärmärschen von Franz Schubert sowie drei "Slawischen Tänzen" von Antonin Dvorák. Vor der Pause erklang der wohl bekannteste Slawische Tanz Nr. 8, der temperamentvoll und energiegeladen den ersten Teil des Konzerts abschloss.

Franz Raml (vorne) und Jürgen Jakob spielten fünf Slawische Tänze für Klavier zu vier Händen von Antonin Dvorák und zwei Militärmärsche von Franz Schubert. Bild: Isabell Michelberger
Franz Raml (vorne) und Jürgen Jakob spielten fünf Slawische Tänze für Klavier zu vier Händen von Antonin Dvorák und zwei Militärmärsche von Franz Schubert. Bild: Isabell Michelberger

Die beiden Volkslied-Arrangements von Carsten Gerlitz brachten den Zuhörern näher, wie reizvoll im 20. Jahrhundert die Liedtradition aufgegriffen wurde. Gerlitz entwickelte aus "Leise zieht durch mein Gemüt" und "Jetzt fahr'n wir übern See" eine aufregende jazzige Variante mit Überraschungselementen. Die drei rumänischen und slowakischen Volkslieder von Bela Bartok klangen schwungvoll und fröhlich. Dazu passten die "Sechs Rumänischen Volkstänze für Klavier solo" von Bartok, die zu den populärsten Werken des Komponisten zählen. Jürgen Jakob spielte sie eindrucksvoll und virtuos.

Besonders gefielen dem Publikum die amerikanischen Songs, das melodische "Moon river" von Henry Mancini und das Chor-Medley aus der "West Side Story" von Leonard Bernstein, das mit seinem tänzerischen Schwung ansteckend wirkte. Dabei zeigte der Chor, welch kraftvolles Volumen er entwickeln kann. Er arbeitete die verschiedenen Stimmungen gut heraus. Die Sängern ließen ihre Zuhörer an der Freude am Singen teilhaben und bedankten sich für den lang anhaltenden Applaus mit dem Song "Bridge over troubled water". Das begeisterte Klatschen des Publikums verleitete sie abschließend noch zu einer weiteren Zugabe.

Chor

Der Kreutzer-Chor kann auf eine über 160-jährige Geschichte zurückblicken. Er wurde 1847 als Männerchor "Singverein" gegründet. 1930 erhielt er als gemischter Chor seinen jetzigen Namen. Seit März 2012 stehen die etwa 35 aktiven Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Franz Raml. Chorproben finden freitags um 20 Uhr statt.

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