Meßkirch Karl Mägerle berichtet seit 45 Jahren aus der Heimat

Als "Schreiberling" bezeichnet sich Karl Mägerle mit einem verschmitzten Lächeln gerne selbst. Dabei ist diese Bezeichnung falsch. Denn Karl Mägerle ist eine Institution in der Region und dieser Tage jährt es sich zum 45. Mal, dass er begann, für die Heimatzeitung SÜDKURIER zu schreiben. Zunächst noch unter dem Kürzel "ka" und nun schon seit vielen Jahren unter "km" berichtet er aus seinem Heimatort Menningen und aus den umliegenden Orten.

Dabei wusste "km" immer, über was er schreiben wollte und über was nicht und tat das auch. Selbst über Jahrzehnte als Ortschafts- und Gemeinderat sowie als Ortsvorsteher in der Kommunalpolitik aktiv, wollte er über diese nie selbst berichten. Bürgermeister Arne Zwick und dessen Vorgänger Robert Rauser hätten stets ein wachsames Auge darauf gehabt, ob aus seiner Feder etwas aus nichtöffentlichen Gemeinderatssitzungen in die Zeitung kam oder ob er anderweitig Informationen weiter gab, erinnert er sich und lacht. Denn fündig wurden die Bürgermeister nie. Das konnten sie auch nicht werden. Denn hier trennte Mägerle immer scharf und tut es noch. Sein großes, beachtenswertes Engagement als Berichterstatter galt und gilt vielmehr dem Leben außerhalb der Ratssäle und der kommunalpolitischen Gremien; sein Herz schlägt für die Berichterstattung über das Vereinsleben und über die Menschen der Region.

Durch seine Arbeit als SÜDKURIER-Reporter habe er immer gewusst, was los ist, lacht er und sagt dies sei einer seiner Beweggründe gewesen. Früher, als er noch nicht im Ruhestand war, verlangte ihm das ein gehöriges Maß an Disziplin; galt es doch mitunter, um fünf Uhr aufzustehen und den Bericht vom vergangenen Tag noch vor Arbeitsbeginn auf der Schreibmaschine zu tippen und in der Redaktion in Meßkirch abzugeben. Dabei war seine Mitarbeit für den SÜDKURIER zeitweise ein wahres Familienunternehmen. So erinnert er sich mit einem Schmunzeln, dass sich im Krankheitsfalle stets Vertretungen in den Reihen seiner siebenköpfigen Familie fanden. "Unter meinem Zeichen haben alle meine fünf Kinder schon einmal geschrieben", stellt er fest.

In seinem Heimatort Menningen war er zudem über Jahre der Ansprechpartner für die Anzeigenabteilung des SÜDKURIER, wenn es darum ging, samstags oder sonntags Traueranzeigen aufzunehmen und dies mit den Angehörigen abzustimmen. "Es war immer interessant und ich bin mit vielen Leuten zusammengekommen", blickt er auf die vergangenen 45 Jahre seiner journalistischen Tätigkeit zurück und so wissen auch viele Menschen in der Region, dass sie sich mit ihren Anliegen an Mägerle wenden können.

Absolute Höhepunkte seiner Arbeit für den SÜDKURIER seien die Reisen mit der Blasmusik-Kapelle Peng nach Südamerika und Florida gewesen, erinnert er sich mit einem Leuchten in den Augen. Damals berichtete er dann regelmäßig von Übersee nach Hause. "Das war das Höchste für mich." Und obgleich schon mehr als zehn Jahre her, komme es immer noch vor, dass er darauf angesprochen werde. Um das alles zu schaffen, musste Mägerle immer offen sein. Nicht nur den Menschen sondern auch den vielen technischen Veränderungen gegenüber, die das Zeitungsgeschäft mit sich brachte. Wurden Berichte anfangs noch handschriftlich verfasst, stand er auch in Südamerika früh auf, um den tags zuvor bestellten Internetzugang für die Übermittlung seiner Texte und Bilder zu nutzen und machte auch danach nicht Halt. Kurz: Hinter "km" verbirgt sich kein Schreiberling, sondern ein Unikat im besten Sinne des Wortes, das der Region hoffentlich noch sehr lange erhalten bleibt.

 

Freie Mitarbeit

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