Meßkirch Holz für die Ablachtal-Bahn: Firma kann keinen Kontakt zu Bahnunternehmen aufnehmen

Potenzial für den Güterverkehr auf der Strecke der Ablachtal-Bahn sieht Christian Schröter, Büroleiter Forst bei der Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern in Sigmaringen. Zwei mal zehn Waggons, die, mit Holz beladen, von Schwackenreute nach Mengen gebracht werden, seien in einer Woche denkbar.

Im Jahr könnten so sicher 50 000 Festmeter Holz auf der Schiene transportiert werden und auch im angrenzenden Landkreis Konstanz, ist sich der Forst-Fachmann sicher, würde es Bedarf für den Holztransport auf der Ablachtal-Bahn geben.

Für eine Verlagerung des Rundholz-Transports auf die Schiene sprächen die Einführung der Lkw-Maut auf den Bundesstraßen sowie die geplante Halbierung der Trassengebühr, wie sie seitens der Politik angekündigt worden ist. Dabei hat die Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern in der Vergangenheit keine gute Erfahrung mit den Besitzern der Bahnstrecke gemacht. Konkret: Mit der Ablachtal-Bahn GmbH in Konstanz und deren damaligen Geschäftsführern Ulrich Bohnacker, Inhaber von Tegometall, und Hans-Gerd Gnad.

So sei man vor einigen Jahren ein Geschäft miteinander eingegangen, bei dem das Sigmaringer Forstunternehmen als Feigenblatt dazu dienen sollte, das Tegometall seine Belieferung des Sauldorfer Werks der Kosten wegen auf die Straße zurückverlegen konnte, ist sich Schröter sicher. Denn schließlich sollte es auf der mit Steuergeld instand gesetzten Schienenstrecke auch ohne die Nutzung durch Tegometall noch weiter einen Zugbetrieb geben.

Diese Erkenntnis sei ihm aber erst gekommen, nachdem das Geschäft abgeschlossen war und es nach dem damaligen Rückzug von Tegometall von der Schiene zu einer solchen Erhöhung der Trassengebühr gekommen sei, dass der fürstlichen Unternehmensgruppe nur noch der Ausstieg blieb, der damals zum Glück noch möglich gewesen sei.

Dennoch steht für Schröter fest: „Sobald als möglich und bei anderen Konditionen wie beim ersten Mal wären wir wieder bereit, Holz auf der Ablachtal-Bahn zu transportieren.“ Es habe immer wieder auch schon Versuche in diese Richtung gegeben, doch habe bei Tegometall respektive der Ablachtal-Bahn GmbH niemand kontaktiert werden können, bedauert der Büroleiter.

Die momentanen Probleme an der Bahnstrecke mit dem Biber, der den Bahndamm bei Sauldorf und auch weiter in Richtung Mühlingen durchlöchert hat und mit dem durch das Tier am Damm aufgestauten Wasser, bezeichnet Schröter als vorhersehbar. "Das kommt dann, wenn nichts auf der Strecke passiert." Und Schröter merkt an: Nicht vergessen werden dürfe auch, welche Kosten es mit sich bringt, wenn die Gleise infolge ihrer Nichtbenutzung über einen längeren Zeitraum zuwachsen und dann wieder von dem Bewuchs befreit werden müssen. Dabei sei die Infrastruktur für den Holztransport auf der Strecke vorhanden. Der Verladebahnhof in Schwackenreute, sagt Schröter, biete gute Voraussetzungen für eine Wiederinbetriebnahme. Es gebe dort genügend Platz auf den Gleisen und auch davor, um das Holz zu lagern.

Seitens der Ablachtal-Bahn war auf die Vorwürfe seitens der Sigmaringer Unternehmensgruppe keine Auskunft zu bekommen.

Rückblick

Der Landesrechnungshof hatte, wie im Juli berichtet, die Ablachtal-Bahn zuletzt als Bahnstrecke kritisiert, in die beträchtliche Summen investiert wurden, ohne dass viele Züge darauf fahren würden. So wurde unter anderem mit fünf Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II im Jahr 2009 die Strecke von Sauldorf nach Stockach saniert. (mos)

 

Ihre Meinung ist uns wichtig
Herbstliche Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Meßkirch
Meßkirch
Meßkirch
Meßkirch
Meßkirch
Meßkirch
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren