Meßkirch Film über Campus Galli dokumentiert Idylle und Wissenschaft

Der Film "Abenteuer Klosterstadt Meßkirch – Bauen wie im Mittelalter" erlebte im Meßkircher Schloss seine Premiere. Filmemacher Reinhard Kungel stellte seinen Film vor, der am 8. Mai im SWR-Fernsehen ausgestrahlt wird. Im Publikum saßen Menschen, die sich seit er ersten Idee zu dem Projekt für die Klosterstadt eingesetzt haben.

Meßkirch – Der Festsaal des Schlosses hat sich zusehends mit Menschen gefüllt, die sich bisher in besonderer Weise für die karolingische Klosterstadt Campus Galli einsetzten. Sie erlebten die Premiere der 75-minütigen Langversion des Films "Abenteuer Klosterstadt Meßkirch – Bauen wie im Mittelalter". Nach der Vorführung erhielt der anwesende Filmemacher Reinhard Kungel begeisterten Applaus, einige riefen "Bravo" und drückten spontan ihre Bewunderung aus. Ihm sei es gelungen, die Stimmung auf der Baustelle einzufangen, das Empfinden der Mitarbeiter und Besucher zu transportieren und eine spannende Chronologie der Baustelle mit ihren Erfolgen und Tiefschlägen zu dokumentieren.

Anton Oschwald begrüßte im Namen des Trägervereins die Premierengäste und bedankte sich sowohl bei der Stadt für deren wichtige Unterstützung als auch bei Bert Geurten, auf dessen Initiative hin das komplexe Projekt karolingische Klosterstadt Campus Galli bei Meßkirch entstehen konnte. "Jeder Einzelne von Ihnen hat mitgeholfen, dass Campus Galli lebt, dass etwas ganz Besonderes hier vonstattengeht", richtete sich Oschwald an das Publikum. Es sei ein Glücksfall gewesen, dass Bert Geurten von Anfang an Filmemacher Reinhard Kungel für das Projekt begeistern konnte und dieser beim Südwestrundfunk sogleich auf Interesse gestoßen sei.

"Wir haben viele denkwürdige Momente in der Vergangenheit erlebt", blickte Bürgermeister Arne Zwick auf die Zeit seit Projektbeginn zurück. Daher sei es schön, diesen glücklichen Moment der Filmpremiere erleben zu dürfen. Die vergangenen drei Jahre fühlten sich an wie 20, so viel sei in dieser Zeit passiert. Siegfried Blust vom Vorstand des Freundesvereins Campus Galli hofft, dass der Film das Projekt noch stärker in der Bevölkerung verankert.

Interessantes zu erzählen hatte Mönch Andreas, der als Holzhandwerker auf der mittelalterlichen Baustelle tätig ist.
Interessantes zu erzählen hatte Mönch Andreas, der als Holzhandwerker auf der mittelalterlichen Baustelle tätig ist. | Bild: Guenther Brender

Der Film startete bei der Idee zu Campus Galli, die Bert Geurten erläuterte, und bei der Geschichte des St. Gallener Klosterplans. Er zeigt die ersten Präsentationen des Handwerks in der Stadtmitte sowie die ersten Versuche mit der mittelalterlichen Technik. Stimmungsvolle Bilder schaffen Atmosphäre.

Jedes einzelne Handwerk beleuchtet Kungel und lässt die Mitarbeiter zu Wort kommen. Mit sehr viel Sympathie schildern sie ihre Motivation, ihr Erleben der Baustelle. Dabei dokumentiert der Film sowohl die handwerklichen Fortschritte als auch die Auseinandersetzung mit den mittelalterlichen Vorgaben und den teilweise daraus entstehenden Konflikten mit den Gesetzen und den modernen Gewohnheiten. "Um authentisch zu sein, müsste ich jetzt meine tropfende Nase am Kleiderärmel abreiben", meinte eine Mitarbeiterin, die wegen ihres Schnupfens zum Taschentuch griff.

Besonders in der ersten Saison mussten die Mitarbeiter extrem flexibel sein und dort aushelfen, wo die Arbeit am dringendsten war. So wurde aus dem Töpfer kurzerhand der Ochsenbetreuer. "Vorher hatte ich noch nie etwas mit Tieren zu tun. Ich hatte als Kind weder einen Hamster noch einen Goldfisch", berichtet der Zwei-Meter-Mann, während die Ochsen neben ihm treu in die Kamera blickten. Szenen wie diese ließen das Publikum immer wieder in heiteres Lachen ausbrechen.

Die Dokumentation zeigt die archäologischen Experimente, wie die Köhlerei, das Brennen von Ton in der Erde, der Glockenguss oder die Eisenverhüttung. Der Zuschauer erlebte hautnah, dass zum Erfolg jede Menge Versuchsreihen und Geduld notwendig sind, die Misserfolge und Frust mit einschließen. wiederzubeleben.
 

Der Film im Fernsehen: Sonntag, 8. Mai, um 20.15 Uhr auf SWR3.

 

"Wir vermissen das Flair und Charisma von Bert Geurten"

Verena Scondo entwickelte zusammen mit Bert Geurten die Idee zu Campus Galli. Im Team starteten sie die Realisierung des Projekts und sind enge Vertraute.


Wie geht es Bert Geurten nach seiner Hirnblutung im Januar?
Er macht Fortschritte und ist auf dem Weg der Besserung. Er spricht und man kann gut mit ihm reden.


Wo ist er im Moment?
Seine Töchter haben ihn in ein Pflegeheim nach Aachen geholt, damit sie sich besser um ihn kümmern können. Ich habe den Eindruck, dass er dort gut aufgehoben ist.




Vermisst er Campus Galli?
Den Eindruck habe ich nicht. Ich glaube, er ist vor allem gerade mit sich und seiner Rekonvaleszenz beschäftigt.

Aber er erinnert sich an sein Projekt?
Das ist ganz von der Tagesform abhängig. Manchmal mischt sich bei ihm Traum und Wirklichkeit. Vor einiger Zeit haben wir ihm ein Foto vom Campus gezeigt, da wusste er im ersten Moment nicht, was das ist. Als ich vor wenigen Tagen mit ihm telefonierte, sagte er: "Ihr habt jetzt bestimmt viel zu tun."

In welcher Weise fehlt er Ihnen und den Mitarbeitern auf dem Campus?
Wir vermissen sein Flair und sein Charisma. Er hat von Anfang an an das Projekt geglaubt, war immer guter Dinge und positiv gestimmt.

Meinen Sie, er kann sich irgendwann wieder dem Projekt widmen?
Er versucht zu kämpfen. Es gibt ja Beispiele von Menschen mit Hirnblutung, die wieder in die Arbeitswelt zurückfanden. Wir wünschen ihm, dass er sich gut erholt und es ihm bald besser geht.

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