Meßkirch Edwin Ernst Weber erhält den Friedrich Schiedel Wissenschaftspreis zur Geschichte Oberschwabens

Edwin Ernst Weber, Archivdirektor und Leiter des Stabsbereichs Kultur und Archiv beim Landratsamt Sigmaringen, erhielt im Renaissance-Saal des Meßkircher Schlosses den renommierten "Friedrich Schiedel Wissenschaftspreis zur Geschichte Oberschwabens" überreicht.

Damit zeichnet der Stiftungsrat die zahlreichen Publikationen und profunden Forschungen Webers aus. Harald Sievers, Landrat des Landkreises Ravensburg und im Vorstand des Stiftungsrats, nahm die Preisübergabe vor. Elmar L. Kuhn, ehemaliger Vorsitzender der Gesellschaft Oberschwaben für Geschichte und Kultur, erläuterte auf kompetente und unterhaltsame Weise in seiner Laudatio das Schaffen des Preisträgers. Für den feierlichen musikalischen Rahmen sorgte das Vokal-Quartett des Chors St. Johann Sigmaringen mit Mathias Trost (Tenor), Hermann Brodmann (Tenor), Uli Ott (Bariton) und Wolfgang Schnitzer (Bass).

Das Meßkircher Schloss sei ein würdiger Ort für die 10. Verleihung des "Friedrich Schiedel Wissenschaftspreises zur Geschichte Oberschwabens". Es sei ein kulturelles Aushängeschild, dessen Strahlkraft weit über Meßkirch hinaus wirke. Der Preis, der an herausragende Historiker verliehen werde, wie Harald Sievers betonte, trage dazu bei, das Bewusstsein für die Geschichte Oberschwabens zu schärfen. Der Ravensburger Landrat begrüßte unter anderen die Tochter des Stifters, Ursula Schiedel, deren Teilnahme an der Preisverleihung ihre Wertschätzung zeige.

Der Ravensburger Landrat Harald Sievers (rechts) überreichte an Edwin Ernst Weber die Urkunde des "Friedrich Schiedel Wissenschaftspreises zur Geschichte Oberschwabens" im Rahmen der Feierstunde im Festsaal des Meßkircher Schlosses.
Der Ravensburger Landrat Harald Sievers (rechts) überreichte an Edwin Ernst Weber die Urkunde des "Friedrich Schiedel Wissenschaftspreises zur Geschichte Oberschwabens" im Rahmen der Feierstunde im Festsaal des Meßkircher Schlosses. | Bild: Isabell Michelberger

"Es ist kaum ein Ort denkbar, der passender wäre", ging auch Laudator Elmar L. Kuhn auf das Schloss der Grafen von Zimmern ein. Es gehöre zum einen zu den wichtigen Tätigkeitsfeldern von Edwin Ernst Weber, der hier die Kreisgalerie einrichtete und leitet. Zum anderen sei Graf Froben Christoph von Zimmern als Geschichtsschreiber sozusagen ein Vorgänger, ergänzte er schmunzelnd. Der ehemalige Vorsitzende der Gesellschaft Oberschwaben für Geschichte und Kultur, zeigte sich als außerordentlicher Kenner von Webers Publikationen. 164 Beiträge zu fast allen Themengebieten der oberschwäbischen Geschichte habe Weber verfasst. Dabei sei er vielfach auf das Spannungsfeld Stadt/Land, Obrigkeit/Untertanen eingegangen. Ein wissenschaftlicher Paukenschlag habe seine 826-seitige Dissertation im Jahr 1991 bedeutet, in der er den bäuerlichen Widerstand im Territorium der schwäbischen Reichsstadt Rottweil im 17. und 18. Jahrhundert untersuchte. "Es gibt bis jetzt kein vergleichbares Werk", betonte Kuhn. Die Arbeit sei ein Ergebnis aufwendiger, zeitintensiver Studien, die auf andere Territorien übertragbar seien und ein Verstehen der je eigenen Geschichte ermöglichten.

Der Laudator zählte die zahlreichen wichtigen Betätigungsfelder Edwin Ernst Webers auf, vom Archivar, Galerieleiter, Kulturmanager und Tagungsleiter, denen er sich mit Begeisterung und Sachverstand widme. Auch die Geschichte seines Wohn- und Lieblingsorts Inzigkofen mit dem Kloster gehöre zu seinem beliebten Forschungsobjekt.

"Es ist mir eine angenehme Pflicht, mich bei Menschen zu bedanken, die mich unterstützt haben", erklärte Weber. Er sei stolz darauf, in den Kreis hochverdienter Wissenschaftler aufgenommen zu werden. Der Tradition entsprechend ging der Preisträger auf den gastgebenden Ort ein und erläuterte die Geschichte Meßkirchs als Herrschaftssitz, als liberale Hochburg und als Geniewinkel.

Die Gäste der Preisverleihung freuten sich allesamt über Webers verdiente Auszeichnung. Darüber hinaus erlebten sie beim abschließenden Empfang einen weiteren unschätzbaren Aspekt seiner Tätigkeit: Es gehört zu seinen Verdiensten, dass Wissenschaftler sowie Kunst- und Kulturschaffende im Landkreis regelmäßig zusammentreffen und daraus ein gewinnbringendes Miteinander entsteht.

"Die einzigartige Arbeit von Edwin Ernst Weber wurde mit guten Reden gewürdigt. Seine Dokumentierung der oberschwäbischen Geschichte halte ich für sehr wichtig. Sie bringt einem die Gegend näher", sagt Waltraud Selg aus Sigmaringendorf.
"Die einzigartige Arbeit von Edwin Ernst Weber wurde mit guten Reden gewürdigt. Seine Dokumentierung der oberschwäbischen Geschichte halte ich für sehr wichtig. Sie bringt einem die Gegend näher", sagt Waltraud Selg aus Sigmaringendorf. | Bild: Isabell Michelberger
"Wir sind stolz auf unseren so verdienten Mitbürger. Von Inzigkofen ist eine große Abordnung gekommen, um Edwin Ernst Weber zu ehren. Gerade bei einer der vergangenen Führungen haben wir festgestellt: Der Landkreis wäre ärmer ohne ihn", sagt Gerhard Klein aus Inzigkofen.
"Wir sind stolz auf unseren so verdienten Mitbürger. Von Inzigkofen ist eine große Abordnung gekommen, um Edwin Ernst Weber zu ehren. Gerade bei einer der vergangenen Führungen haben wir festgestellt: Der Landkreis wäre ärmer ohne ihn", sagt Gerhard Klein aus Inzigkofen. | Bild: Isabell Michelberger

Stifter

"Meinen Erfolg habe ich dem sozialen und gesellschaftlichen Umfeld zu verdanken, in dem ich tätig sein konnte. Mit der Stiftung werde ich der Verantwortung, die ich als Unternehmer und als Bürger trage, gerecht." So begründet der Unternehmer, Geschäftsmann und Senator e.h. Friedrich Schiedel (1913-2001), geboren in Baierz bei Bad Wurzach, die Gründung seiner Stiftung im Jahr 1986.

Schiedel schuf und unterstützte zahlreiche karitative Einrichtungen, trat aber auch als Mäzen für die Förderung von Kultur und Wissenschaft hervor. Der "Friedrich Schiedel Wissenschaftspreis zur Geschichte Oberschwabens" wird seit 1999 im zweijährigen Turnus vergeben. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und unterstützt die Erforschung der Geschichte Oberschwabens sowie die Herausbildung und Verbreitung eines objektiven oberschwäbischen Geschichtsbewusstseins.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Herbstliche Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Meßkirch
Meßkirch
Leibertingen
Meßkirch
Meßkirch
Meßkirch
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren