Meßkirch Alfred Mittermeier in Meßkirch: Geniales "Ausmisten" mit politischem Kabarett

Alfred Mittermeier liefert im Meßkircher Schlosskeller eine Pointe nach der anderen und hat auch das Konzept für ein selbstständiges Bayern im Gepäck.

Die Besucher im Meßkircher Schlosskeller kamen vor Lachen kaum zum Durchatmen, denn der bayrische Kabarettist Alfred Mittermeier knallte ihnen mit seinem Programm "Ausmisten" die Pointen geradezu um die Ohren. Mit Sprachwitz jonglierte er die Wörter, indem er ihre Doppeldeutigkeit kreativ ausnützte. Dabei bewegte er sich auf politischem und gesellschaftlichem Terrain. Es überraschte, dass er sogar mit Erläuterungen zu karg klingenden Schlagworten wie Länderfinanzausgleich, Genderdiskussion oder Regierungsbildung einen solch starken Lachreiz auslösen konnte. Manchmal brachen sich auch kleine "Ohhh" Bahn, wenn Mittermeier ganz gewagt die Grenzen der politischen Korrektheit streifte. Doch da seine Gedanken und Formulierung originell und kreativ waren, konnte man ihm dies nicht übel nehmen – zumal er Wahrheiten aussprach.

Alfred Mittermeier bewegte sich zuweilen in atemberaubender Geschwindigkeit durch aktuelle Themen und Dauerbrenner, seien es das Finanzloch in Berlin, die Großmacht China, der Konflikt zwischen Donald Trump und Kim Jong Un, die deutsche Parteienlandschaft oder das Selbstverständnis der Bayern. Zum Milliardendefizit der deutschen Hauptstadt stellte er fest: Wenn es hieße, in Berlin wird gebaut, hielten alle in Deutschland den Geldbeutel fest zu. Um den Berliner Flughafen sollten sich am besten die Chinesen kümmern – dann sei er in vier Wochen fertig, aber halt alles aus Plastik.

Sein Herzensthema fand Mittermeier mit seinen Landsleuten: Die Bayern könnten sich prima selbstständig machen, meinte er, sie hätten ja schon eine eigene Partei, die sie mehrheitlich wählen, die es aber sonst in Deutschland nicht gibt – die im Übrigen dort auch keiner wählen würde. Und diejenigen, die es wagten, den Bayern den Beitritt zur EU zu verweigern, die dürften nicht mehr aufs Oktoberfest kommen. Statt den Euro gäbe es in Bayern die Währung "Diridari", auf deren Scheinen und Münzen nur bayrische Landsleute abgebildet würden. Auf den Hunderterschein käme Papst Benedikt, ein Scheinheiliger in diesem Fall, auf den Fünfzigerschein Mooshammer. Bei der Frage: Hast du Moos?, könnte man dann Antworten: "Moos hammer." Auf dem Zehnerschein könnte Edmund Stoiber prangen, denn der sei ideal zum Abstottern. Die 1-Cent-Münze sei für Dobrindt reserviert, damit der auch mal etwas wert sei.

Mit der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten hätten die Amerikaner jemanden zum Bademeister gemacht, bei dem es nicht mal zum Seepferdchen reiche, entrüstete sich Mittermeier. Das "Yes, we can" von Barack Obama laute bei Trump "Ihr könnt mich mal". Der Kabarettist wunderte sich, warum sich Donald Trump so sehr über den nordkoreanischen Präsidenten ärgere. Kim Jong Un sage doch ebenfalls "America first", wenn er seine Hand auf dem roten Knopf habe.

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