Leibertingen Neuer Info-Point bei Burg Wildenstein informiert über den Luchs

Unter großer Anteilnahme wurde am Mittwoch der Luchs-Infopoint Burg Wildenstein eröffnet. Der Tuttlinger Landrat Stefan Bär, der zugleich Vorsitzender des Naturparkvereins Obere Donau ist, sah dort den idealen Ort für ein solches Informationsangebot, da die Burg mit ihren jährlich rund 50 000 Besuchern ein "Hot Spot" für Besucher in der Region sei.

Der Luchs – und mittlerweile gebe es nebst Friedl und Tello vielleicht sogar noch zwei weitere Tiere in der Region – sei ein geheimnisvolles Tier, sagte der Landrat und folgerte: "Deswegen sind wir in der Pflicht gegenüber den Bürgern, über den Luchs aufzuklären, aber auch diese Besonderheit unserer Region herauszustellen." Genau dies soll in dem neuen Info-Point anhand von zwölf Schautafeln geschehen. Wichtig sei dabei auch eine gute Kommunikation mit Jägern und Schäfern. Leibertingens Bürgermeister Armin Reitze verwies im Zusammenhang mit den Fällen, in denen in den vergangenen Monaten Nutztiere durch den Luchs gerissen worden waren darauf, dass solche Vorkommnisse eben auch zur Natur dazugehörten und es für den Menschen da angeraten sei, einmal ein Stück zurückzutreten. Denn in der Gesamtschau sei es eine tolle Sache, dass der Luchs wieder seinen Weg zurück in die Region fand. Es sei dies auch eine gute Gelegenheit klarzumachen, dass man nicht etwas erreichen kann, wenn jeder immer nur das tue, was er will, sagte Reitze.

Ein Luchs begrüßt die Besucher. Im Inneren des Pavillons wird beispielsweise darüber informiert, wie Luchse mittels Fotofallen und Telemetrie nachgewiesen werden.
Ein Luchs begrüßt die Besucher. Im Inneren des Pavillons wird beispielsweise darüber informiert, wie Luchse mittels Fotofallen und Telemetrie nachgewiesen werden.

Das neue Informationsangebot auf Gemarkung Leibertingen sei aufgrund einer Kooperation von der Welt-Naturstiftung (WWF), der Gemeinde Leibertingen und des Naturparks zustande gekommen, stellte Landrat Bär klar. Gekostet habe das Projekt rund 50 000 Euro. Dabei waren auch Sponsoren nach Leibertingen gekommen, ohne die der Info-Point nicht errichtet hätte werden können. Landrat Bär begrüßte so das Unternehmer-Ehepaar Bülow aus Stuttgart sowie Uta Simmler aus Lauchringen. Die Gemeinde Leibertingen hatte den Baugrund zur Verfügung gestellt und war als Bauherr aufgetreten.

Zudem soll die Unterhaltung des Pavillons, der von der Firma Holzbau Riester erstellt worden war, in den Händen der Gemeinde liegen. Bürgermeister Reitze hielt fest, dass die Gemeinde diese Last gerne tragen werde und verwies darauf, dass der Neubau, der binnen eines Jahres erstellt wurde, auch eine gute Gelegenheit gewesen sei, den gesamten Parkplatz bei der Burg Wildenstein zu überarbeiten.

Dass sich der WWF gezielt für bedrohte Tierarten einsetzt, sei mit diesem Projekt gezeigt worden, sagte Karl Gutzweiler von der WWF-Geschäftsstelle in Frankfurt a.M.. Er erinnerte auch daran, dass das Donautal vor rund 170 Jahren das letzte Gebiet im Land war, aus dem der Luchs verschwand und als ausgerottet galt. Umso mehr gelte es, das Wiederauftauchen der Tiere in der Region wertzuschätzen. Der Info-Point sollte in dem Zusammenhang auch eine Anlaufstelle für Jäger werden, um sich über das Tier zu informieren. Gabi Gröneveld vom WWF erläuterte, dass das Obere Donautal mit seinem vielen Rotwild und der dünnen Besiedlung der ideale Lebensraum für den Luchs ist. Dabei seien Friedl und Telo auf ihrer Suche nach einem Weibchen derzeit bis in den Stuttgarter Raum unterwegs.

Dass der Luchs, der in Deutschland in den siebziger Jahren wieder ausgewildert wurde, hier einst weit verbreitet war, darauf hatte Landrat Bär schon aufmerksam gemacht. Denn woher sonst sollten Redewendungen wie "Ohren wie ein Luchs" oder "abgeluchst" stammen, so der Landrat.

Bildnachweiseaus dem Donautal

Bernd Schneck, Geschäftsführer des Naturparkvereins Obere Donau, beschreibt die Funktionen und Aufgaben des neuen Luchs-Infopoints:

  • Besonders bemerkenswert am Luchs-Infopoint seien zwei große Schaukästen, in denen Spuren von Luchsen, Schädelreplikate und vor allem aktuelle Entwicklungen und Meldungen zum Luchs präsentiert werden sollten, sagt Bernd Schneck. Geschäftsführer des Naturparkvereins Obere Donau. Dieser Bereich werde auch in Zukunft in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden. Karl Gutzweiler von der WWF-Geschäftsstelle in Frankfurt a.M. ergänzte, dass die Informationen für den Schaukasten mit den aktuellen Informationen von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg in Freiburg kommen sollten.
  • Erstellt worden seien die Informationstafeln von dem Verein Wildwege in Zusammenarbeit mit der FVA sowie der Naturpark-Geschäftsstelle.
  • Viele Bildnachweise die in dem Pavillon zu sehen sind, stammten aus dem Oberen Donautal, sagt Schneck. Grafiken erläuterten den Besuchern das Beutespektrum des Jägers, wozu im Einzelfall auch Schafe und Ziegen gehören könnten, sowie die Todesursachen der Tiere. (mos)

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