Kreis Sigmaringen Bedarf an Kinderbetreuung wächst stetig

Andreas Birkle analysiert die aktuelle Situation bei der Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Kreistag. Rückgang des Tagespflegepersonals macht dem Landratsamt große Sorge.

Über die aktuelle Kinderbetreuungssituation im Landkreis Sigmaringen ist der Jugendhilfeausschuss des Kreistags bei einer Sitzung im Landratsamt in Kenntnis gesetzt worden. Wie aus dem Bericht des Jugendhilfeplaners Andreas Birkle und des Fachbereichsleiters Jugend, Hubert Schatz, ersichtlich wurde, gelte es für den Kreis und die Kommunen, die Kinderbetreuung anhand gesellschaftlicher und demografischer Entwicklungen bis 2030 vordringlich in den Einrichtungen anzupassen.

Bereits Anfang Oktober hatte Ulrich Bürger vom Landesjugendamt über die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Handlungsfelder der Kinder- und Jugendhilfe im Landratsamt informiert. Dabei wies er in der Altersklasse der unter Sechsjährigen auf einen zehnprozentigen Zuwachs von rund 650 Kindern hin. So steht für die Kreisverwaltung fest: Die Zunahme von Kindern sollte bis 2030 ebenso planerisch berücksichtigt werden, wie eine nachfolgend prognostizierte Abnahme.

Herauskristallisiert haben sich aktuell Probleme bei der Akquise von Tagespflegepersonen, bei stetig ansteigenden Kinderzahlen. Waren 2016 noch 154 Personen in diesem Ressort tätig, so stehen gegenwärtig, im Oktober 2017, 140 Menschen zur Verfügung, von denen derzeit 70 aus dem Vermittlungspool im Einsatz sind. Sie betreuen 252 Kinder. Der Rückgang bei der Neugewinnung von Interessenten habe sich schon zu Jahresbeginn abgezeichnet und dürfte sich 2018 um weitere acht Personen erweitern. Was wiederum zum logischen Schluss führt, dass immer weniger Tagespfleger immer mehr Kinder betreuen müssten. Der Betreuungsschlüssel, der von 2010 bis 2016 durchschnittlich bei 1:2,7 Kindern lag, erhöhte sich auf 1:3,6 Kinder, die gleichzeitig oder über den Tag verteilt, betreut werden. Damit ist das Maximum erreicht, denn mehr als vier Kinder dürfen gar nicht gleichzeitig betreut werden.

Zwar liege die Negativentwicklung bei der Betreuungsquote seit drei Jahren im typischen Landestrend. Doch stellt die Verwaltung als weiteres Manko fest, dass unter den beschriebenen Umständen alle Bedarfsanfragen nach Kindertagespflege so nicht mehr erfüllbar seien. Fehlende institutionelle Betreuungsmöglichkeiten könnten nicht mehr ausgeglichen werden. Der Versuch der Verwaltung, drei anstatt der bislang zwei Qualifizierungskurse 2017 anzubieten, stieß leider nicht auf den gewünschten Erfolg.

Vielerlei Gründe würden für das Ausscheiden aus der Tagespflege genannt. Sei es die Rückkehr in den Beruf oder der Wunsch nach sozialer Absicherung. Auch würden zusätzliche Anreize durch die Kommunen fehlen. An sie appellierte Birkle, mehr Flexibilität in den Betreuungsangeboten anzubieten. Nachgefragt ist die Ganztagesbetreuung für Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt von berufstätigen Eltern. Hier würden von den Kommunen weitere Plätze geschaffen, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Es bedürfe weiterer Anstrengungen, gleichermaßen eine qualitativer Weiterentwicklung. Hierzu empfiehlt der Landkreis, die regelmäßig gebotenen Fortbildungen in Anspruch zu nehmen. Andreas Birkle zielt auf ein gesteigertes Leistungsentgelt für Tagesmütter und -väter ab, worüber die Verbände gerade verhandeln.

Vermittlungsstellen

Suchen Sie eine Tagesmutter oder einen Tagesvater? Die Koordinierungsstelle für Tageseltern in Sigmaringen, Bahnhofstraße 3, vermittelt qualifizierte Tagespflegepersonen für die Betreuung von Kindern im Alter bis zu vier Jahren. Informationen sind unter Telefon 0 75 71/68 11 63, ­E-Mail: tageseltern@fbz-sigmaringen.de erhältlich. Bürozeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag von 9.30 bis 12.30 Uhr und Mittwoch von 13.30 bis 15.30 Uhr.

Personen, die sich für eine Tätigkeit als Tagespflegeperson interessieren – der nächste Kurs startet am 26. Februar – können sich beim Landratsamt, Fachstelle für Kindertagespflege, Telefon 0 75 71/1 02 42 58; E-Mail: ingrid.hoefer@lrasig.de informieren. Bürozeiten: Montags und Donnerstag, 10 bis 14 Uhr. (jüw)

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