Kreis Sigmaringen 363 000 Fahrgäste nutzen 2017 den Regiobus

Zu einem Erfolgsmodell hat sich der Regiobus entwickelt, der seit 2016 die Städte Sigmaringen, Pfullendorf und Überlingen im Stundentakt verbindet.

Die Kreisverwaltung ist dem Anspruch, das Bedürfnis der im ländlichen Raum lebenden Bevölkerung mit neuen Verkehrsangeboten zu befriedigen, wieder ein gutes Stück näher bekommen. So bei der technischen und organisatorischen Umgestaltung der Verkehrssysteme unter dem Gesichtspunkt von Effizienz und Nachhaltigkeit. Landrätin Stefanie Bürkle widmete sich bei ihrer Neujahrsansprache ausführlich dem Thema Mobilität und vergab bei den Busprojekten allerbeste Noten.

Regiobus: Für den Landkreis Sigmaringen habe sich der Regiobus als absolutes Erfolgsmodell erwiesen, freute sich die Kreischefin. Sie konnte dies mit eindrucksvollen Zahlen untermauern: 363 495 Menschen sind 2017 per Regiobus befördert worden – im Einführungsjahr zuvor waren es 333 955 Nutzer und somit ein Plus von nahezu 30 000 Fahrgästen. Der Regiobus verkehrt stündlich zwischen Sigmaringen über Pfullendorf nach Überlingen. Dieses von den Bürgern prima angenommene Angebot stößt auch anderweitig auf Interesse. Bürkle informierte, dass sie und ihre Mitarbeiter über die Kreisgrenzen hinaus aufgefordert worden seien, darüber zu berichten. So beim 8. Innovationskongress zum Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) des Landes im vergangenen Frühjahr in Freiburg. Die gut funktionierende Linie hatte auch in der Stadt Meßkirch Begehrlichkeiten geweckt. Doch mit einer zweiten Regiobuslinie von Sigmaringen in Richtung Stockach stehen die Aussichten eher schlecht. Was auch daran liegt, dass die Konstanzer Landkreisverwaltung so gut wie kein Interesse bekundet, sich anteilig an der Finanzierung eines Regiobusses in Richtung Meßkirch zu beteiligen.

Bürgerbusse: Außerhalb der Beförderungszeiten des ÖPNVs ist über ehrenamtliches Engagement den Bürgern von Ostrach und Pfullendorf ermöglicht worden, mobil zu sein, sagte Bürkle: "Genau das bedeutet ein großes Stück Lebensqualität vor allem bei uns im ländlichen Raum." So stelle der Weg zum Arzt, die Fahrt um Einkaufen oder der Besuch von Bekannten, die am anderen Ende einer Stadt oder Gemeinde wohnen, sich nicht mehr als unüberwindbare Hürde dar für jene Menschen, die über kein Auto verfügen oder nicht selber fahren können. "Diese bürgerschaftlich organisierten Bürgerbusse sichern Mobilität und Teilhabe", brachte es die Landrätin auf den Punkt. Es sei für die Zukunftsfähigkeit des Landkreises als Wirtschafts- und Wohnstandort von zentraler Bedeutung.

Der mit moderner Niederflurtechnik ausgestattete Bürgerbus von Pfullendorf habe sich längst bewährt und könne immerhin auf 19 000 beförderte Fahrgäste im abgelaufenen Jahr zurückblicken. Als "Pionier" für ergänzende Mobilitätsformen sei der Bürgerbusverein Ostrach ausgewählt und bei einer Fachtagung des Bundesministeriums für Verkehr und digitaler Struktur in Bad Saulgau so bezeichnet worden. Eine Delegation des Bundesministeriums habe die Gelegenheit wahrgenommen, ihr wurde der Bürgerbus bei einer Praxisrunde durch Ostrach vorgestellt: "Das kam sehr positiv an", bekräftigte die Landrätin.

Bundesstraße 311: Stefanie Bürkle stellte mit Genugtuung fest, dass in diesem Jahr in die Planungen entlang der Bundesstraße 311 zwischen Mengen und Meßkirch eingestiegen werden könne. Mit von der Partie sind neben dem Landkreis der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben, der Nachbarlandkreis Ravensburg sowie die sich daran beteiligenden Gemeinden. Begleitet würde dies von Bürgerinitiativen aus Krauchenwies-Göggingen und Inzigkofen. "Beide Bürgerinitiativen befassen sich tiefgreifend und konstruktiv mit diesem doch recht komplexen Thema", anerkannte die Kreischefin.

Schiene: Im Grundsatz wolle der Landkreis daran festhalten, den Bahnhalt in Storzingen zu stärken, sagte Bürkle. Es soll keine Parallelfahrten zwischen Storzingen und Sigmaringen auf Bus und Schiene geben. "Lediglich der Schülerverkehr zur ersten Unterrichtsstunde von Stetten nach Sigmaringen soll zukünftig per Bus erfolgen, um den Schülern eine verlässliche Beförderung und damit einen guten Start in den Tag zu ermöglichen", versprach die Landrätin, mit den Gemeinden Optimierungen zu prüfen.

Gemeinsames Konzept

Die Regiobus-Linie Donau-Bodensee wird von den Verkehrsunternehmen KVB Sigmaringen und DB Zugbus Regionalverkehr Alb-Bodensee (RAB) betrieben. Das Konzept ist in enger Abstimmung der Landkreise Sigmaringen und Bodensee entstanden. (jüw)

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