Herdwangen-Schönach Widerstand gegen Fracking

Die Demonstration gegen die umstrittene Erdgas-Fördermethode endete mit mit einer Kundgebung vor dem Rathaus.

„Wir wollen ein Fracking-Verbot und ein fossiles Handelsverbot“, sagte Annamaria Waibel, Vorstandsmitglied der Pfullendorfer BUND-Gruppe. Die Menschen seien verunsichert. „Ich bin empört, was man mit uns macht“, sprach Lydia Röbig-Föringer deutliche Worte.

Eine Gruppe von etwa 50 Menschen demonstrierte beim weltweiten Antifrackingtag in Herdwangen, um ihren Widerstand gegen Fracking deutlich zu machen. Zum „Global Frackdown“, ein weltweiter Tag gegen diese Gasbohrungen, fanden länderweit Veranstaltungen statt. Mit Transparenten, Rasseln und Trommeln zogen die Demonstranten vom Treffpunkt am Wohnhaus von Helmut Bussmann zum Rathaus und hielten dort eine Kundgebungab. Ihr Ziel war es, die Bevölkerung zu informieren, „dass wir Angst haben, dass das Fracking doch kommen könnte“, so Bussmann. Dorothea Pfeiffer verdeutlichte die Situation: „Besonders, wenn die Freihandelsabkommen Ceta und TTIP kommen, wird es gefährlich.“ Sie sieht die große Gefahr, dass sich die Klagerechte zuungunsten der betroffenen Bürger auswirken könnten. „Das wird hinter verschlossenen Türen verhandelt, und wenn Firmen und Konzerne zum alten Recht etwas kaufen, können sie nach altem Recht den Vertrag verlängern“, sagt Pfeiffer. „Das ist eine politische Crux, warum das nicht endlich gestoppt wird“, erklärt Bussmann. „2009 hat es die damalige Regierung den Firmen erlaubt, und wenn keine gravierenden Änderungen kommen, dann kann das nicht verboten werden“, schildert er das Dilemma. Eine besondere Bedrohung sieht die Initiative gegen das Fracking auch im Berggesetz.

„Der erste Meter Boden gehört dem Eigentürmer, doch alles, was darunter ist, darauf hat er kein Recht mehr“, informiert Pfeiffer weiter. „Der einzelne Mensch, der davon betroffen ist, hat kaum eine Chance. Deshalb müssen andere darauf hinweisen und unterstützen.“ „Das Bergbauamt hat das Eigentumsrecht und kann die Leute enteignen“, wurde Waibel deutlich. Sie informierte anschließend über die gestartete Unterschriftenaktion: „Eine Million Unterschriften sind das Ziel, nach drei Tagen waren es schon 400 000.“

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