Herdwangen-Schönach Rathaussturm mit Eselohren, Berggeistern und Dreizipfelrittern

Die Flotte der „HS Airways“ wird bis Aschermittwoch am Boden bleiben, alle Flüge vom „Willi Siebler Airport“ sind seit Donnerstag gestrichen. „Schultes, pack deine Sachen“, forderte Hubert Baur von den Eselohren den Bürgermeister respektive Flugzeugkapitän auf.

Ralph Gerster und seiner Crew von der Verwaltung blieb gar nichts anderes übrig, als den Rathausschlüssel an die Narren abzugeben. In der Gemeinde Herdwangen-Schönach ist jeder Widerstand ohnehin zwecklos, rücken die Narren am „Schmotzigen“ doch gleich mit drei Abordnungen an: Eselohren aus Herdwangen, Dreizipfelritter aus Großschönach und Berggeister auf Aftholderberg. Angeführt von Matthias Buhl sorgten die „Hedos“ mit Guggemusik vom Feinsten gleich mal für Super-Stimmung im Narrenkeller.

Die Narren beklagten sich darüber, wie sehr der Bürgermeister seine Mitbürger und vor allem die Vereine quält, namentlich den früheren Gemeinderat Hubert Müller, der das umfangreiche Fotoarchiv von Josef Mosbach hatte sichten müssen. Auch die Vereine leiden. „Mir solled etz au nu die Hallenbühne renoviere“, beschwerte sich Baur. Und Dreizipfelritter-Präsident Stefan Blender beklagte sich: Im Jubiläumsjahr 40 Jahre Herdwangen-Schönach „müssen die Vereine schuften wie Sau“.

Für Berggeist Barbara Pudimat war es die erste Rathausentmachtung als neue Chefin, hat sie doch erst im November 2013 das ehrenvolle Amt angetreten. Weibliche Verstärkung hatte sie gleich mitgebracht: eine Gruppe von Apfelweible. Solidarisch zeigte sich auch Herdwangens Narrenmutter Benedikt Braun und skandierte mit den Apfelweible: „Frauenpower an die Macht!“ Keinen Zweifel ließ Pudimat daran, was den Aftholderbergern, „den wahren Machern“, gegen den Strich geht. „Die Perle der Gemeinde“ werde nie erwähnt und im Ortsnamen tauche sie gleich gar nicht auf.

Dabei sei „Afteberg“ doch die Hauptstadt, wenn nicht gar das Beverly Hills von Herdwangen-Schönach. Weil Aftholderberg aus Narrensicht aufgewertet werden soll, haben die Berggeister ein neues Autokennzeichen für die Gesamtgemeinde beantragt. Den Prototyp überreichten sie sogleich an den Bürgermeister: A – Berg 40. Gerster schien mit dem neuen Kennzeichen nicht ganz konform zu gehen, stellte aber in Aussicht: „Vielleicht bekommt ihr einen Walk of Fame.“

Während der Schultes eine dunkelblaue Pilotenuniform trug, repräsentierte die Verwaltung die Länder, die „HS Airways“ anfliegt. „Ich hab etwas Besonderes vor, ich öffne euch zur Welt das Tor“, verkündete Gerster. Die Narrenvorstände wurden kurzerhand als Stewardessen angelernt und mussten im Narrenkeller pantomimisch die Sicherheitsinstruktionen darstellen. Somit war die Rache gleich auf den Fuß gefolgt. Denn kurz zuvor hatten die Rathäusler Mund-zu-Mund-Akrobatik leisten müssen, bei der es galt, eine Spaghettinudel in ein Makkaroni-Röhrchen einzuführen.

Den Rathaus-Schlüssel musste Gerster zwar abgeben, doch dafür bekam er von den Dreizipfelrittern eine Karbatsche geschenkt. Ob er bis zum Preisschnellen den richtigen Schwung raus hat, wird sich zeigen. Die Großschönacher Schnellergilde feiert nämlich heute ihr großes Jubiläumsfest zum 30-jährigen Bestehen.

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