HerdwangenSchönach Räte lehnen Fracking ab

Einstimmiger Beschluss des Gemeinderats

Die mit zwölf Seiten umfangreiche Sitzungsvorlage zur Ratssitzung der Gemeinde Herdwangen-Schönach in Lautenbach zum Thema „Unkonventionelle Gasförderung in Oberschwaben“ (englisch: Fracking) fand nach dem eiligen Vorlesen durch Bürgermeister Ralph Gerster ein schnelles Ende: Nach dem abschließenden Beschlussvortrag durch den Bürgermeister lehnte der Gemeinderat das Fracking auf dem Gebiet der Gemeinde Herdwangen-Schönach und in der gesamten Region einstimmig ab.

Die Gemeinde, so Gerster, berufe sich dabei auf den Umweltausschuss des baden-württembergischen Landtags in Stuttgart. Der habe sich im Februar vergangenen Jahres geschlossen gegen Erdgasbohrungen am Bodensee ausgesprochen. Mit dieser neuen Art der Erdgasförderung seien zu hohe Risiken für den Trinkwasserspeicher Bodensee mit seinen rund vier Millionen Nutzern zu erwarten.

In einer Einschätzung des Umweltbundesamts vom August 2011 zur Schiefergasförderung, so Gerster weiter, werde die Forderung nach einer kritischen Überprüfung der Explorationsverfahren erhoben: Kein Fracking in sensiblen Gebieten wie Trinkwassergewinnungsgebieten, Heilquellen- und Mineralwasservorkommen.

Die Gemeinde Herdwangen-Schönach, sagte Gerster, habe sich bei dem Thema eng mit dem Regionalverband Bodensee-Oberschwaben abgestimmt. Der Verband beurteile die Vergabe von Konzessionen für die Schiefergaserkundung vor dem Hintergrund des Grundwasserschutzes in der gesamten Region als äußerst problematisch. Sowohl der Bodensee als auch die reichhaltigen überregional bedeutsamen Grundwasservorkommen der Region würden einen sehr kritischen Umgang mit der Thematik erfordern. Anders als bei konventionellen Gasvorkommen mit der Erbohrung in gut durchlässigen Gesteinsschichten, bei denen das Gas zum Förderpunkt fließt, sei das unkonventionell geförderte Erdgas an Feststoffe gebunden und könne nur über technische Maßnahmen gefördert werden. Das Fracking geschehe über eine horizontale Bohrung. Um das Erdgas im Gestein zu erreichen, müssten beim Bohren Zuschlagsstoffe und Flüssigkeiten, Wasser und Quarzsand in die Bohrung gepresst werden. Diese können über die entstandenen Risse ins Grundwasser übergehen. Erdbebenrisiken könnten dies noch verschärfen.

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