Herdwangen-Schönach Gäste genießen prächtigen Eulogiusritt in Aftholderberg

160 Reiter und ihre Pferde sowie vier Musikgruppen gestalten einen schönen Eulogiusritt durch Aftholderberg. Pferdesegnung, Gottesdienst im Freien sowie ein gemütlicher Hock beim Gasthaus „Frieden“ sorgen für einen stimmungsvollen Sonntag.

Wenn am Sonntagmorgen in Aftholderberg sanftes Hufeklappern, Wiehern und Schnauben zu hören sind, die Straßen der Gemeinde mit Fahnen und Triumpfbögen herausgeputzt sind und wunderbare Blasmusik um die Pfarrkirche herum ertönt, dann ist es wieder soweit: Die Aftholderberger feiern ihr Eulogiusfest. Zum 157. Mal begeisterte dieses besondere Brauchtum gestern die vielen Zuschauer aus Nah und Fern, denen sich mit 160 Reitern und ihren Pferden sowie vier Musikgruppen prächtige Bilder boten. Bange Blicke hinauf in den dunklen Himmel am frühen Morgen, doch der berüchtigte Aftholderberger Wind erwies sich diesmal als wahrer Segen, pustete er doch die Regenwolken am Vormittag davon. Vor der Pfarrkirche, deren Patron St. Eulogius es zu feiern galt, wurde Pfarrer Josef Maurer, traditionell hoch zu Ross und mit der Eulogius-Reliquie in der Hand, von den Reitern unter den Klängen der Musikkapelle Großschönach abgeholt. Mittendrin im Zug die Eulogius-Büste, getragen von jungen Erwachsenen, die später ihren Platz vor dem Altar im Freien vor der Pfarrkirche fand.

Nun konnten die mit Blumen, bestickten Decken und edlen Sätteln geschmückten Tiere und ihre herausgeputzten Reiter von den die Straßen säumenden Zuschauern bestaunt werden bei ihrem Ritt durch den Ort – allen voran Rittmeister Stefan Jäger und die Reiterkollegen vom Reitverein St. Eulogius. Auch Bürgermeister Ralph Gerster wagte sich in den Sattel. Neben den Gastgebern waren Grupen aus Aach-Linz, Salem, Hitzkofen-Bingen, Pfullendorf, Haidgau, Hasenweiler, Hoßkirch, Hohentengen, Wald und vom Spießhof Herdwangen dabei. Für würdevolle Klänge sorgten Musikgruppen aus Aach-Linz, Herdwangen, Großschönach und die Pfullendorfer Stadtmusik.

Auf der Wiese ritt anschließend Reitergruppe für Reitergruppe den sanften Hügel hinab – wieder ein spektakulärer Anblick –, bevor Dekan Peter Nicola die Pferde segnete. „Traditonen sind wie Laternenpfähle, sie beleuchten den Weg, aber nur Betrunkene halten sich daran fest“. Mit diesem Zitat von Abt Martin eröffnete Nicola seine Festpredigt. „Wir wollen Traditionen wie den Eulogiusritt gerne und mit Freude pflegen. Nicht, weil wir uns daran festklammern, sondern weil uns daran stärken wollen“, erläuterte er. Das Eulogiusfest sei auch heutzutage durchaus kein „alter Hut“, sondern „ein Zeichen für unsere Zeit“. Auch auf den heiligen Eulogius selbst ging Peter Nicola ein: Den Drang, den Glauben weiterzugeben, gelebte Solidarität mit den Notleidenden sowie die Bereitschaft, auch ungewöhnliche Wege zu gehen, um dem Ruf Christi zu folgen – diese Eigenschaften seien besonders hervorzuheben. Eulogius ist Schutzpatron der Pferde. Diese seien Geschöpfe Gottes, deshalb sei es wichtig, achtsam mit ihnen umzugehen. „Lasst uns unseren Weg miteinader und füreinander gehen“, entließ Nicola die Gottesdienstbesucher. Der Tag klang mit gemütlichem Zusammensein beim Gasthaus „Frieden“ aus.

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