Pfullendorf Die Bundschuhhalle bebt beim Bürgerball

Ein tolles Programm erlebten die Besucher in der vollbesetzten Bundschuhhalle bei den „Eselohren“. Besonders Geri der Klostertaler sorgte für Stimmung pur.

Geri der Klostertaler ist Kult in der Szene der volkstümlichen Partymusik. Der Vollblutmusiker spielt Saxophon, Pan-Flöte, Dudelsack, Steirische, Alphorn, Xylophone, Didgeridoo) glänzt als Sänger und bewies am Samstagabend in der Bundschuhhalle in Herdwangen, dass er ein großartiger Entertainer, mit Witz, Humor und einem wohldosierten Wahnsinn ist. Sein ultimativer Partyspaß brachte die Halle schon vor Beginn des Programms zum Kochen. Da brauchte niemand auf gute Stimmung zu warten. Die war einfach da. Und so hatte „Obereselohr“ Hubert Baur leichtes Spiel, das Publikum „auf Linie“ zu bringen. Zusammen mit Reiner Schmid führte er durchs Programm und gab seinem „Co“ dabei einen Einführungskurs ins erfolgreiche Moderieren. Dass der Reiner sich dabei im Laufe des Abends vom Kläranlagenwärter zum Gentleman mauserte, das war ein optischer (und geruchlicher) Gag, der beim Publikum bestens ankam. Übrigens: Die beiden Akteure hielten sich nicht streng an ihr Manuskript sondern reagierten spontan und mit Wortwitz auf Unvorhergesehenes. So muss Fasnet sein! „Das alles sind Esel – das alles sind wir“, sangen die Schneller charmant. Die Aufgabe als „Opener“ des Programms meisterten die Mädels und Jungs bravourös. Mit dem Schlussrefrain „Wir sind stolz auf Herdwangen“ entflammten sie die patriotischen Herzen der Herdwanger Narren.

Konrad Jäger als Geschichtenerzähler griff charmant in die Klamottenkiste und präsentierte Vorkommnisse aus der eigenen Familie. Die Wirren des Alltags kamen locker rüber – und vollkommen ohne Tiefschläge unter die Gürtellinie. Und auch bei Jäger galt: Ein richtiger Narr ist, wer auch über sich selbst lacht.

Viel zu lachen gab es auch auf einer Baustelle. Sogar einen echten Betonmischer hatten die Zimmerleute des Narrenvereins Pascal Amann, Alexander Fischer, Matthias Möhrle, Michael Waibel und Michael Boos) auf die Bühne geschleppt und auch sonst sah es wie auf einer echten Baustelle aus. Sogar an das Bauloch als Arbeiterfalle hatte man gedacht. Und was die Jungs da mit einer Leiter anstellten, das hätte auch in einem Zirkus für Furore gesorgt.

Nach der Pause, in der Geri der Klostertaler so richtig einheizte, ging es mit einer wirklich fulminanten Vorstellung weiter. Maskengruppen der Eselohren und die Line-Dancer hatten sich zusammen getan und präsentierten ein Westerntanz vom Feinsten. Da passte alles: die Kostüme, das Bühnenbild, die Musik und ganz besonders die fröhlichen Gesichter der Akteure. Auch ein Schuss Erotik durfte nicht fehlen und so musste die muntere Truppe – nahezu außer Atem und mit Schweiß im Gesicht – auch noch eine Zugabe tanzen. Der frenetische Beifall war mehr als verdient.

Da hatten es Konrad Jäger und Rainer Brehm als „Schlagerinterpretateure“ schwer, noch einen drauf zu setzen. Mit ihren Versionen von Ireen Sheer, Heino und Drafi Deutscher schafften sie aber auch diese Hürde. Wobei Brehm seinem Spitznamen „Bonsai“ nicht gerecht wurde und sich eher als komikbegabter Mammutbaum erwies. Wie Konrad Jäger die Liedzeilen auf seine Art auslegte, das war eine Klasse für sich. So erfuhr das Publikum auch endlich, dass Heini bei „Blau, blau, blau blüht der Enzian“ ein „Schweizermadel“ zwölf Kilometer durch die Berge gehetzt hat und dann in der letzten Hütte über sei hergefallen ist. Auf so was muss man kommen. Mit dem Schlusslied der beiden Akteure, das zur Melodie von Feliz Navidad „eine frohe Fasnet und ein gutes neues Jahr“ wünschte und dem Finale mit allen Akteuren ging ein wirklich abwechslungsreicher Bürgerball zu Ende. Und das um 22.30 Uhr. Es blieb also noch genug Zeit, sich von Klostertaler Geri in die Partyhölle entführen zu lassen. Wie man hört, seien manche Herdwanger gar nicht mehr rausgekommen.

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