HerdwangenSchönach Bürgerball mit Eseleien am laufenden Band

Der Narrenverein Eselohren Herdwangen veranstaltete einen tollen Bürgerball. Das Publikum lachte sich schlapp über flotte Sprüche und gelungene Darbietungen.

Mit den Programmansagern Hubert Baur und Reiner Schmid hatte der Bürgerball am Samstagabend zwei kompetente Obernarren als Ansager auf die Bühne der Bundschuhhalle gestellt. Was sie da zeitenweise vor geschlossenem Vorhang boten, hatte seinen eigenen Reiz. Mit ihren Sprüchen über fast vergessene Vorfälle erzeugten sie in der ausverkauften Halle bei der Fasnachtsgesellschaft ein freudensprühendes Gelächter aus Schadenfreude und abwägendem Mitgefühl.

Robert und seine Frau, die „Waldsteigresi“, hatten sich ein Jahr lang im Ort umgehört, um die Geschichten beim Bürgerball auf die Bühne zu bringen. Mit ihren zündenden Eseleien hielten sie die Show bühnenwirksam am Laufen. Mit viel Bewegung und dem Sprechgesang „Wenn ich nicht auf der Bühne steh, was wär ich denn dann?“, eroberten darauf die sieben Herdwanger Fasnachtsfiguren vom Eselstall die Bühne. Der Narrenrat rief mit tiefen Verbeugungen ins Narrenvolk „Narri-Narro“, das Eselohr schrie erbärmlich, die Schnellergilde ließ die Karbatsche sausen, der Zimmermann hobelte was es ging, das Griebenschmalzweible lobte ihre selbst gebackenen Grieben, der Silberschweif stand für die Mädchen aus Herdwangen und der Zehntfuxer warf mit Gutsle. Wie alles an diesem Abend ging auch dies in einem einzigen Jubel mit Zugaberufen unter.

Auf einmal war dann die lärmerfüllte Halle mucksmäuschen still, als das „Duo Schwarz und Weiß“ in den Personen Uli Oehme und Heike Baumgart sich über 75 selbst entworfene Plakate unterhielten, ohne auch nur ein einziges Wort zu sprechen. Dafür sprachen die Gesichter Bände. Als bester Urlaubsfreund zeigte sich das gar nicht so wasserscheue Herdwanger Eselohr, als es einem Herdwanger im haieverseuchten Meer das Leben rettete. Einen Superknaller führte das mit Jakobsmuscheln dürftig, aber taktvoll bekleidete Männerballett „Waikiki-Beach-Girls“ auf. Die Girls am heißen Strand von Hawaii waren natürlich Männer, sofort erkennbar an ihren haarigen Beinen und stolzgeblähten Bäuchen. Das einzig echte Girl war eine Frau – in Männerhosen.

In der nächsten Nummer mit „Typisch Mann“ gaben Linda Kelly und Nadine Vogler Einblicke in chaotische Männerwelten. Thomas Warnke als stellvertretender Ehemann war so eine hoffnungslose Person, der von einer Dummheit in die nächste stürzte. Mit „Gerry von den Ex-Klostertalern“ hatte der Bürgerball übrigens eine singende Stimmungskanone an Bord geholt, die das Publikum zum Klatschen und Tanzen brachte.

Die zweite Halbzeit befuhren die „Gelben Engel vom ADAC Herdwangen“ als Gesangstrio. Auch hier hatte sich Konrad Jäger einer lange Zeit in der Gemeinde umgehört und das Ganze gesanglich verarbeitet. Für die zwei am Stockfeld Geblitzten – Bürgermeister Ralph Gerster und Franz Braun – gebe es jetzt ein Navi mit Radar. „Udo Jürgens“ sang einigen vor, dass „mit 66 Jahren bald Schluss ist mit dem Führerschein“. Mit „Born in the USA“ endete ein überzeugender Bürgerball. Zehn Mädchen vom Silberschweif mit der Sängerin Susanne Joos hatten einen grün schimmernden Auftritt als Freiheitsstatuen vor der Skyline von New York und Herdwangen. Da blieb den Programmansagern Hubert Baur und Reiner Schmid dann endgültig die Spucke weg.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Mehr zum Thema
Fastnacht in der Region Linzgau-Zollern-Alb: Tausende Narren in der Region Linzgau-Zollern-Alb machen jedes Jahr während der fünften Jahreszeit die Straßen unsicher. Alle Berichte und Bilder zur Fastnacht in der Region finden Sie im närrischen Online-Dossier.
Herbstliche Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Herdwangen-Schönach
Herwangen-Schönach
Herdwangen-Schönach
Herdwangen-Schönach
Herdwangen-Schönach
Herdwangen-Schönach
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren