Herdwangen-Schönach Brüder nach Schlägerei vor Gericht

Mit Geldauflagen hat das Amtsgericht Sigmaringen eine handfeste Schlägerei nach einer Fasnet-Veranstaltung am 7. Januar vor der Ramsberghalle in Großschönach quittiert.

Sigmaringen/Herdwangen-Schönach – Damit ging das Strafverfahren gegen zwei Brüder (24 und 20 Jahre) für diese glimpflich zu Ende. Sie waren wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt worden.

Aus der Anklage ging hervor, dass es bereits im Laufe des Abends in der Halle zwischen Kontrahenten zu Sticheleien gekommen war. Nach Abschluss der Veranstaltung kam es dann vor der Halle zu einer kurzen, aber heftigen Schlägerei, bei der ein 33-Jähriger eine Kopfverletzung erlitt, die im Krankenhaus genäht werden musste. Während der ältere Angeklagte seinen Gegner in den Schwitzkasten genommen haben soll, habe sein jüngerer Bruder das Opfer mit Fußtritten malträtiert. Eine Woche nach den turbulenten Ereignissen erstattete das Opfer Strafanzeige.

In der Verhandlung berichtete der 24-jährige Angeklagte, dass ihm vom Opfer bereits im Laufe des Abends angekündigt worden sei, draußen vor der Halle auf ihn und seinen Bruder zu warten. Vor der Halle sei dann alles sehr schnell gegangen. Das Opfer, das er noch von der Schule her kenne, habe auf jeden Fall zuerst zugeschlagen. Der Angeklagte schilderte dies mit den Worten: „Ich habe einen Schlag aufs Auge bekommen und Sternle gesehen. Ich habe dann zurückgeschlagen und dann sind wir auf dem Boden gelegen.“ Dann seien Security-Mitarbeiter gekommen und hätten ihn weggezogen.

Als Folge der Schlägerei habe er Nasenbluten bekommen und ein blaues Auge gehabt. Er sei wegen dieser Verletzungen auch zum Arzt gegangen. Vor Ort habe das Opfer zunächst auf eine Strafanzeige verzichtet, doch eine Woche später dann seine Meinung geändert. Mithilfe eines Anwalts sei es dann gelungen, das Opfer zu entschädigen. Der 33-Jährige habe 1000 Euro und seine Anwaltskosten erhalten. Auch der 20-jährige Angeklagte sagte aus, dass das Opfer bereits in der Halle angekündigt habe, draußen auf ihn und seinen Bruder zu warten. Als er dann hinaus gekommen sei, sei sein Bruder mit dem Opfer bereits am Boden gelegen. Sein Bruder habe das Opfer mehr oder weniger im Arm gehabt. Was zuvor passiert sei, habe er gar nicht gesehen. Vorsorglich wies der 20-Jährige darauf hin, dass er Halbschuhe angehabt habe.

Das als Zeuge geladene Opfer sagte aus, dass er wie alle Beteiligten angetrunken gewesen sei und sich nicht mehr so genau an die Ereignisse erinnern könne. Sein Kumpel habe Ärger gehabt und wahrscheinlich gestichelt. Er sei deshalb dazwischengegangen und dann sei er aus der Halle gelaufen. Dort habe er einen Schlag auf den Hinterkopf bekommen und den habe er auch bemerkt. Wer ihm diesen Schlag verpasst habe und ob diese Verletzung von einem Fußtritt stamme, könne er nicht sagen. Am Boden habe man sich dann hin und her gewälzt, bis die Security sie getrennt habe. Die Kopfverletzung sei zwar genäht worden, aber arbeitsunfähig sei er nicht gewesen. Folgeschäden habe er auch keine. Das Opfer bestätigte den Erhalt einer außergerichtlichen Zahlung von einem Schmerzensgeld durch die Vermittlung von zwei Anwälten.

Ein Mitarbeiter einer Security-Firma hatte gemeinsam mit seinem Chef für ein schnelles Ende der Schlägerei gesorgt. Als die Tür aufgegangen sei, habe er einen dumpfen Schlag gehört. Das Opfer sei auf dem Boden gelegen. Der ältere Angeklagte habe auf dem Opfer gelegen und sein jüngerer Bruder habe nach dem Opfer getreten. Der Security-Mitarbeiter berichtete weiter, dass er dem Opfer aufgeholfen und es verarztet habe, bis die Polizei eingetroffen sei. Zwar habe vor der Halle zunächst eine aufgeheizte Situation geherrscht, die habe sich aber sehr schnell beruhigt.

Der Inhaber der Sicherheitsfirma bestätigte den Ablauf der Ereignisse. Man sei in der Halle über eine Schlägerei vor der Tür informiert worden. Er berichtet über diesen Einsatz kurz und knapp mit den Worten: „Wir sind aus der Halle hinaus und haben die Leute auseinandergetan." Auf dem Boden sei jemand gelegen und über ihn darüber eine zweite Person, die man auf die Seite geschoben habe. Zunächst habe man sich um den Geschädigten gekümmert. Zweifelsfrei identifizierte der Inhaber der Security-Firma den 24-Jährigen als den Mann, der auf dem Opfer gesessen habe. Dabei habe dieser Angeklagte auf das Opfer eingeschlagen und dessen jüngerer Bruder habe auf das Opfer eingetreten.

Der Mann, der in der Halle gestichelt haben soll und nicht an der Schlägerei beteiligt war, sagte aus: „Ich wollte mich einmischen, aber ich wurde dabei zurückgehalten." Beide Angeklagten sind bisher unbescholten gewesen, bedauerten die Schlägerei und hatten sich auch bereits beim Opfer in aller Form entschuldigt. Der 20-Jährige berichtete dem Gericht darüber hinaus, dass ihn seine Mutter wegen der Schlägerei ordentlich „verseckelt“ habe.

Der Verteidiger der beiden Brüder verwies in seinem Plädoyer darauf, dass seine Mandanten die Schlägerei vor der Halle sehr bedauern, sich bereits beim Opfer entschuldigt haben und ihm auch Schmerzensgeld bezahlt hätten. Er plädierte abschließend dafür, den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung fallenzulassen. Der Staatsanwalt signalisierte, dass er einer Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage zustimmen würde.

Zu diesem Ergebnis kam auch das Gericht. In einem Beschluss wurde verkündet, dass das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 500 und 300 Euro vorläufig eingestellt werde. Den Betrag in Höhe von insgesamt 800 Euro erhält die Opfer-Organisation „Weißer Ring“.

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