Beuron Bürger vermissen in Beuron Gastronomie und Treffpunkte

Die Ergebnisse der Bürgerbefragung und der Bürgertische waren bei einer Bürgerversammlung, zu der jüngst rund 60 Besucher in den Festsaal des Klosters kamen, ebenso Thema wie die Reformpläne des Klosters. Den demografischen Wandel in Beuron und den Ortsteilen zu meistern, ist seit einiger Zeit das zentrale Thema im Ort.

"Wir wollen die Rahmenbedingungen schaffen, damit dieser Standort erhalten bleibt", sagte Erzabt Tutilo Burger. "Aktuell ist Beuron wie ein Unternehmen, in das nicht mehr investiert wurde." Burger weiter: "Das Kloster und die Gemeinde haben das gleiche Problem. Die Bewohner werden immer älter und einige von ihnen brauchen Pflege."

Diplom-Soziologe Peter Beck moderiert den Veränderungsprozess in der Gemeinde und im Kloster. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Zukunftskonzepten.
Diplom-Soziologe Peter Beck moderiert den Veränderungsprozess in der Gemeinde und im Kloster. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Zukunftskonzepten.

Moderator Peter Beck berichtete über das Vorgehen bei der anonymen Bürgerbefragung und den beiden Bürgertischen in Beuron und Hausen im Tal. Spannend waren für die Mehrzahl der Anwesenden die Ergebnisse der Bürgerbefragung, deren Auswertung Pablo Rischard aus Freiburg vortrug. Der wissenschaftliche Geschäftsführer des Instituts für Sozialforschung AGP vermeldete einen 36-prozentigen Rücklauf von Befragungsbögen. 480 Haushalte wurden angeschrieben, 155 hätten geantwortet. Das ist, nach seinen Aussagen, ein guter, repräsentativer Wert. 89 Prozent der Befragten gab an, gerne in der Gemeinde Beuron zu wohnen. "Das ist eine hohe Zustimmung und der Beleg, dass man hier gut leben kann", sagte Rischard. 79 Prozent der Befragten habe angegeben, dass sie noch ohne Einschränkung mobil seien. Nur die Hälfte aber sah die derzeitige Wohnsituation geeignet, um bis ins hohe Alter in der Gemeinde zu leben. Gastronomie, Treffpunkte und Angebote für Jung und Alt waren, laut Umfrageergebnis, das, was den Menschen wichtig ist, was in der Gemeinde aber kaum vorhanden sei.

Gut besucht war die Bürgerversammlung im Festsaal des Kloster Beuron. Die Einwohnerschaft wurde über die Ergebnisse der Bürgerbefragung und der Bürgertische informiert.
Gut besucht war die Bürgerversammlung im Festsaal des Kloster Beuron. Die Einwohnerschaft wurde über die Ergebnisse der Bürgerbefragung und der Bürgertische informiert.

Unterstützung im Alltag

Dazu passend befasste man sich bei den Bürgertischen mit dem Wohnen und Leben im Alter, dem Gestalten der Zukunft miteinander und dem bürgerschaftlichen Engagement im Netzwerk. Peter Beck berichtete über eine Vielzahl von Ideen, das Zusammenwirken von Kloster und Gemeinde betreffend. Zudem konstatierte er eine große Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren und stellte die geplanten neuen Angebote eines sozial-karitativen Netzwerks vor. Angedacht sei hierbei ein Seniorentreff sowie eine Begegnungs-, Koordinations- und Infostelle.

Gut besucht war die Bürgerversammlung im Festsaal des Kloster Beuron. Die Einwohnerschaft wurde über die Ergebnisse der Bürgerbefragung und der Bürgertische informiert.
Gut besucht war die Bürgerversammlung im Festsaal des Kloster Beuron. Die Einwohnerschaft wurde über die Ergebnisse der Bürgerbefragung und der Bürgertische informiert.

Neu wären auch der Ausbau niederschwelliger Hilfen, als Unterstützung im Alltag sowie eine Tagesbetreuungsgruppe und eine ambulante Wohngemeinschaft. Die ambulante Wohngemeinschaft als vermeintlich bedeutendstes Projekt, würde dann in dem Neubau beim Kloster untergebracht werden, der nach dem geplanten Abriss alter Gebäude entstehen soll. "Jetzt werden große Bretter gebohrt", ist sich Erzabt Tutilo Burger sicher. Doch vorerst noch im Kopf, setzte er hinzu. Denn solche Geschichten bräuchten einen langen Atem.

Bürgerbeteiligung

Diplom-Soziologe Peter Beck (62) aus Zußdorf begleitet zusammen mit Judith Penning den Bürgerbeteiligungsprozess in Beuron. Seit über drei Jahren ist er auch bereits als Berater für das Kloster Beuron tätig. Beck ist bei Vinzenz von Paul gGmbH Soziale Dienste und Einrichtungen angestellt und war als Regionalleiter für Zukunftskonzepte vieler Gemeinde in Süddeutschland verantwortlich.

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