Bad Saulgau "Tag der Großmutter": Vom Kochkurs zur Lesung

Heidi und Christina Schmid verbinden in der Lehrküche der Bad Saulgauer Berufsfachschule Kulinarisches mit Biografischem. So führt ein Maultaschenkurs führt zur Lebensgeschichte. Mit vielfältigen Aktionen ist der „Tag der Großmutter“ gestaltet.

Festlich gedeckte Tische fanden die Besucher im Foyer der Helene-Weber-Schule vor, als sie der Einladung der Berufsfachschule Alten- und Sozialpflege zum „Tag in Großmutters Küche“ folgten. Dieser Aktionstag gehörte zu den zahlreichen Veranstaltungen, die unter dem Leitwort „Zukunft gestalten – Vielfalt des Wohnens im Landkreis Sigmaringen“ im Monat Oktober stattgefunden haben. Mit Vorträgen, Gesprächsrunden, Mitmachangeboten und einer Ausstellung haben die Organisatoren des Pflegenetzwerks unter Federführung des Pflegestützpunkts und mit Unterstützung der AOK Bodensee-Oberschwaben ein interessantes und abwechslungsreiches Programm in mehreren Städten und Gemeinden des Landkreises Sigmaringen zusammengestellt.

Kochen, Küchengespräche, Köstlichkeiten

Recht lebhaft ging es in der Lehrküche zu. Dort zeigte Heidi Schmid aus Fridingen an der Donau zusammen mit ihrer Enkelin Christina und tatkräftig unterstützt von Lehrerinnen, Schülerinnen und Schülern, wie man aus Teigbahnen schwäbische Maultaschen und Kartoffelsalat macht. Dabei schauten ihnen weitere Schüler anderer Klassen genau auf die Finger und ließen sich nicht nur jeden Handgriff sondern auch die verwendeten Zutaten erklären. Sie mussten schließlich dazu einen Fragebogen ausfüllen, der hinterher ausgewertet wird. Weitere aufmerksame Gäste waren aus verschiedenen Pflegeheimen im Landkreis gekommen. Diese Einrichtungen sind Kooperationspartner der Alten- und Sozialpflegeschule. Berufseinsteiger und Umschulungspersonal absolvieren in der Bad Saulgauer Schule die theoretische Ausbildung.

Dem Kochkurs schloss sich eine Kulinarische Lesung in drei Akten an, wobei Akt eins das gemeinsame Verkosten der Maultaschen mit Kartoffel- und Blattsalat bildete. Enkeltochter Christina nahm das unter dem Titel „Oma Heidi – Kochbiografie in Gesprächen“ kürzlich von ihr fertig gestellte und im Selbstverlag herausgebrachte Buch in die Hand und las daraus einige Kapitel vor. Darin beschreibt sie die Gespräche, die sie mit der aus dem Bayerischen Wald stammenden Oma neben dem Kochen her geführt und aufgezeichnet hat. Wie so viele Großmütter beherrscht Oma Heidi die Kunst des Kochens unglaublich gut. Für Christinas Buchprojekt ließ sie sich in die Töpfe schauen und verriet Geheimnisse aus ihrer Küche und aus ihrem Leben. Die Gespräche im Buch führen immer wieder zu gutem Essen. Sie sind gespickt mit Anekdoten aus Oma Heidis Mund, wie sie von ihrer Kindheit in der Nachkriegszeit erzählt, von der Flucht vor der Landwirtschaft nach Schwaben und bis zur ayurvedischen Gemüsepfanne in ihrer Küche. Familienbilder und Rezepte zu allen Gerichten, seien es bayerische oder schwäbische Köstlichkeiten, sind in großer Zahl im Buch eingeheftet und unterstreichen das Beschriebene.

Den Abschluss des Aktionstags übernahmen Schülerinnen der Berufsfachschule. Sie ließen in einer kleinen aber unterhaltsamen Schau die an Kleiderständern aufgehängten Kittel- und berufsständischen Schürzen ihre Geschichten erzählen. Dazu gab es für die Gäste Kaffee und ebenfalls in der Lehrküche gebackenes Hefezopfbrot.

Das Buch „Oma Heidi – Kochbiografie in Gesprächen“ von Christina Schmid ist über die Webseite: www.omaheidi.de zu beziehen.

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