Vergangenes Jahr feierte Pfarrer Engelbert Ruf sein 40. Priesterjubiläum, jetzt verabschiedet er sich aus Volkertshausen und tritt in den Ruhestand.

Aus gesundheitlichen Gründen habe er den Erzbischof gebeten, in den Ruhestand entlassen zu werden. Diese Bitte wurde angenommen und so gibt der Seelsorger Ruf zum 1. Juli sein Amt ab. Gerne hätte er, wie Pfarrer Ruf in einem Gespräch versichert, persönlich „auf Wiedersehen“ gesagt. Dies sei aber aufgrund der Corona-Krise leider nicht möglich. Sobald die Gelegenheit gegeben ist, wolle er dies aber nachholen.

Engelbert Ruf wollte schon als Kind Geistlicher werden

Zurückblickend erzählt der Seelsorger, dass es für ihn ein Glück gewesen sei, Pfarrer zu werden. Gott den Menschen näher bringen, Sakramente spenden, Kranke salben und im Namen des Herren Sünden vergeben sei für ihn eine gute und erfüllende Aufgabe gewesen. Pfarrer habe er schon immer werden wollen. Als Kind habe er zelebriert und seine Schwester musste ministrieren. Als Gewand diente die Abdeckung der mütterlichen Nähmaschine. Gerne habe er als Jugendlicher ministriert und musste den Jüngeren die damals noch in Latein gehaltene Messe in Deutsch synchron vorlesen.

Nur einmal hat er auf eine Predigt verzichtet

Die Frage nach den Höhepunkten in seinem Amt beantwortet Engelbert Ruf gemäß seiner Einstellung. Es waren die Gottesdienste am Sonntag mit der Gemeinde. Man kenne sich persönlich und blicke in viele vertraute Gesichter. Doch einmal, erzählt Ruf, habe er beim Betreten des Kirchensaals einen Entschluss gefasst: Heute predige ich nicht. Ihm sei es nie egal gewesen, wer im Gottesdienst anwesend war, aber diesmal waren es sehr wenige und keine bekannten Besucher. Für ihn sei es schmerzlich zu erfahren: „Ich will nicht in den Gottesdienst“, begründet Ruf seine damalige Entscheidung.

Engelbert Ruf erwähnt nochmal, dass er nicht aus Groll gehe, wenn auch die Entwicklung in der Kirche nicht nach seinen Vorstellungen verlaufe. Schon in der Vergangenheit hat Ruf betont, dass sich die Kirche für Frauen und Verheiratete öffnen müsse, um dem Priestermangel zu begegnen. Größere Seelsorgeeinheiten oder digitale Messen hülfen da wenig. Der Pfarrer sei als Vertrauensperson für die Menschen da, und das ginge nur auf persönlichem Weg. Hinsichtlich von Skandalen in der Kirche auf allen Ebenen seien die Schwächen der Menschen die Ursache. Auch der Seelsorger lege nicht mit seiner Weihe automatisch die Menschlichkeit ab.

Den Garten mit Laufenten vermisst er jetzt schon

Jetzt ziehe er in den Schwarzwald, in seine Heimatgemeinde Breitnau. Hier habe er eine Wohnung gemietet, bei der auch ein kleiner Garten sei. Denn den wildromantischen Garten mit seinen Laufenten vermisse er schon. Beschäftigen werde er sich vornehmlich mit dem Thema „Die Kirche als Gemeinde vor Ort“. Darüber werde er viel lesen und Schriften studieren. Es sind die persönlichen Beziehungen als Christen in den Gemeinden.

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