19 Jahre leitete sie die Weltverdreher, 19 Jahre führte sie Regie. Jetzt hat Britta Binder die Leitung der Jugend-Theatergruppe abgegeben – und erklärt: „Die Weltverdreher waren mein Baby, jetzt ist es erwachsen geworden.“ Britta Binder wurde 1970 in Lenzkirch geboren. Die Familie kam nach Volkertshausen, als sie fünf Jahre alt war. Binder studierte in Freiburg auf Lehramt und ist heute Leiterin der Grundschule in Beuren.

Langeweile im Erziehungsurlaub

Ihr sei im Erziehungsurlaub langweilig gewesen, erzählt sie, und das damals schon existierende Weihnachtstheater sei nichts für Jugendliche gewesen. Mit Kindern wollte sie nichts machen, aber im lokalen Blättle rief sie dann Jugendliche dazu auf, Theater zu spielen. Zunächst habe sich niemand gemeldet, beim zweiten Versuch dann sich 13 Mädchen.

Das könnte Sie auch interessieren

2003 startete die Gruppe mit „Ronja Räubertochter“. Es sei schwierig gewesen, erzählt Britta Binder, weil die Technik nicht funktioniert habe. Sie erinnert sich auch an „Pippi Langstrumpf“ mit Tanzeinlagen des Turnvereins: „Manchmal war die Garderobe ganz schön eng mit Darstellern und Statisten gefüllt“. Und das Stück „Ariel“ sei sehr aufwendig gewesen, und obwohl es wie bei einem Kriminalstück geknallt und geblitzt habe, sei es gefloppt, erzählt sie. Nur 30 Zuschauer seien da gewesen. Sonst seien die 20 Theaterstücke immer von weit über 100 Besuchern gekrönt worden.

Britta Binder hofft auf Nachfolger

Mit den Darstellern sei es auch nicht immer einfach gewesen. Sie habe die Stücke ausgesucht und teilweise die Bühnenfassung geschrieben. Die Rollen konnten sich die Akteure aussuchen, und nach den ersten Proben zeigte sich dann, ob die Auswahl richtig war. Die Hauptmannschaft sei zwischen 12 und 19 Jahren alt gewesen.

„Die Jugendlichen haben die Aufführungen immer genossen und sich über den Applaus riesig gefreut“, erzählt sie. Sie habe ihren Einsatz und ihr Engagement nie bereut und trotz mancher Schwierigkeit immer Spaß daran gehabt. Britta Binder verlässt die kleine Bühne mit einem lachenden und einem weinenden Auge, und hofft, dass sich ein Nachfolger findet.