Wie in ganz Deutschland ist auch in Volkertshausen der Corona-Pandemie vieles zum Opfer gefallen. Die Einwohner erduldeten Isolation, das Vereinsleben kam zum Erliegen und der Gemeindesäckel hat stark gelitten. Ebenso seien die mitmenschlichen Kontakte, die auch er als Bürgermeister liebe, derzeit nicht möglich, sagt Marcus Röwer. Die Verwaltung hingegen hatte viele Aufgaben zu erfüllen. Dennoch sieht der Bürgermeister zuversichtlich ins neue Jahr.

Auch die Kultur kam in der Alten Kirche zu Jahresanfang 2020 noch zu ihrem Recht, wie hier beim Auftritt der Familie Lürig aus Aach im Februar. Wie lange die Durststrecke dauern wird, kann niemand voraussagen.
Auch die Kultur kam in der Alten Kirche zu Jahresanfang 2020 noch zu ihrem Recht, wie hier beim Auftritt der Familie Lürig aus Aach im Februar. Wie lange die Durststrecke dauern wird, kann niemand voraussagen. | Bild: Günther Vasel

In den Baugebieten Leimgrube und Öhmdweg konnten laut Röwer die restlichen Erschließungsarbeiten erledigt werden. Von den reservierten Bauplätzen seien fast alle verkauft, bei einigen fehle noch der notarielle Vertragsabschluss. Und schon machte sich die Gemeinde Gedanken, wie es mit dem Bauen weitergehen soll. Immerhin ist die Gemarkung von Volkertshausen doppelt so groß wie Monaco, aber auch hier ist die zur Verfügung stehende Fläche endlich. Da bleiben nicht viele Alternativen. Verdichtete Bebauung und architektonisch intelligent geplante Mehrfamiliengebäude wären Ansätze. Andererseits solle der Charakter der Gemeinde nicht stark verändert werden, so Röwer.

Die Fasnet in Volkertshausen war zu Jahresbeginn, wie hier bei Ehrungen, noch kein zentrales Thema in Bezug auf Corona. Da wird es 2021 sehr viel stiller werden.
Die Fasnet in Volkertshausen war zu Jahresbeginn, wie hier bei Ehrungen, noch kein zentrales Thema in Bezug auf Corona. Da wird es 2021 sehr viel stiller werden. | Bild: Günther Vasel

Gute Fortschritte habe die neue Internetseite der Gemeinde gemacht. Im Gegensatz zur bestehenden Lösung habe die Gemeinde mehr Eingriffsmöglichkeiten, die Handhabung sei praktikabler und die Bürgernähe sei gewährleistet. In Sachen EDV sei es im vergangenen Jahr gut vorangegangen. Bestens bezahlt habe sich die IT-Betreuerin Ursula Amann gemacht. Nicht nur im Rathaus habe sie ihr ganzes Wissen einbringen können, auch die Grundschule habe von Amann profitiert. Frühzeitig hatte der Gemeinderat in einer Sondersitzung die Weichen für den Ausbau der EDV gestellt. Die erforderlichen 97 iPads konnten bestellt werden und sind auch schon ausgeliefert.

„2020 war ein schwieriges Jahr für die Gemeinde. Das Vereinsleben blieb auf der Strecke und die finanzielle Situation war angespannt“, sagt Volkertshausens Bürgermeister Marcus Röwer. Dennoch blickt der Rathauschef positiv ins nächste Jahr.
„2020 war ein schwieriges Jahr für die Gemeinde. Das Vereinsleben blieb auf der Strecke und die finanzielle Situation war angespannt“, sagt Volkertshausens Bürgermeister Marcus Röwer. Dennoch blickt der Rathauschef positiv ins nächste Jahr. | Bild: Günther Vasel

WLAN ist in jedem Klassenzimmer verfügbar. Hier sei Volkertshausen einen guten Schritt weiter als viele Schulen in den Umlandgemeinden, sagt der Bürgermeister. Auch beim Breitbandausbau stehe die Gemeinde in den Startlöchern. Hier gelte es noch die neuen Richtlinien abzuwarten, denn bis jetzt gelten Gemeinden als förderwürdig, wenn sie unter 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) Datendurchsatz verfügen. Das solle sich auf 100 Mbit/s erhöhen. Dann werde nochmals geprüft.

In der katholischen Kirchengemeinde in Volkertshausen gab es ebenfalls einen Wechsel. Nachdem Pfarrer Ruf in den Ruhestand verabschiedet wurde, leitet jetzt Pfarrer Werner Mühlherr die Seelsorgeeinheit.
In der katholischen Kirchengemeinde in Volkertshausen gab es ebenfalls einen Wechsel. Nachdem Pfarrer Ruf in den Ruhestand verabschiedet wurde, leitet jetzt Pfarrer Werner Mühlherr die Seelsorgeeinheit. | Bild: Günther Vasel

Wenn man in Volkertshausen Bezug und Verbrauch an elektrischer Energie in Relation setzt, würden 91 Prozent aus erneuerbarer Energie gedeckt. Die Energiewende geschehe vor Ort, freut sich Röwer. Der Bebauungsplan für die Solaranlage an der Autobahn sei ein lokaler Beitrag zur Energiewende, versichert der Bürgermeister der 3200-Einwohner-Gemeinde.

Das ist im neuen Jahr 2021 geplant

Großes Projekt: Die Sanierung der Straße nach Steißlingen werde laut Bürgermeister Marcus Röwer 2021 umgesetzt. Im Zuge der Fahrbahnsanierung werden auch teilweise die Wasser- und Abwasserleitungen erneuert und sicher auch Leerrohre für den Breitbandausbau verlegt. Die Gehwege werden ebenfalls erneuert. Dafür hat die Gemeinde schon mal 600.000 Euro im Haushalt 2021 eingestellt. 110.000 Euro sind für die Abwasserbeseitigung in der Wehrisstraße vorgesehen. Beide Tiefbauarbeiten werden von großen Verkehrsproblemen begleitet. An dieser Stelle bitten Bürgermeister und Gemeinde schon heute die Bevölkerung um Verständnis.

Baumaßnahmen: Außerdem stehen die Sanierungen der Dächer des Schulhauses und der Alten Kirche an. Trotz der knappen Finanzmittel soll nach Möglichkeit der Skater-Park gebaut werden. Standort wird vermutlich an der Wiesengrundhalle sein.

Unterkünfte: Schwer auf dem Herzen liegt dem Bürgermeister die Unterbringung der zugewiesenen Flüchtlinge. Trotz Aufrufen im Amtsblatt und Aussicht auf Zuschüsse konnte bisher kein weiterer Wohnraum gefunden werden. Die Gemeinde zahle laut Bürgermeister Röwer die Miete. Die Unterbringung in Containern sei nicht nur kostenintensiv (Wasserver- und entsorgung, Stromanbindung), sondern auch der Integration nicht förderlich. Die Menschen könnten sich nicht in Nachbarschaften eingliedern, würden sie doch gerne als normale Nachbarn behandelt werden.

Nachwuchs: Ein besonderes Ereignis steht Bürgermeister Röwer ins Haus. Marcus Röwer und Ehefrau Susanne werden im März Eltern. Erziehungsurlab werde der werdende Vater nicht nehmen, sicher aber viel mit der jungen Familie verbringen.