Volkertshausen – Die Bürgermeisterwahl in Volkertshausen am Sonntag, 20. Januar, ist für einige eine Premiere: Von den rund 3100 Einwohnern sind 2465 Wahlberechtigte, davon können 112 erstmals im demokratischen Wahlprozess ihre Stimme abgeben. Theoretisch konnten sie unter den vier Kandidaten bereits ihren Favoriten wählen: Mit der Wahlbenachrichtigung erhielten die 1116 wahlberechtigten Männer und 1349 wahlberechtigten Frauen auch das Formular für die Briefwahl. Und die wird immer beliebter: 150 Einwohner haben bisher Briefwahlunterlagen angefordert und teils auch erhalten, wie der Amtsleiter Martin Gschlecht vor wenigen Tagen berichtete. Bereits bei der Landtagswahl 2016 wurde im Hegau verstärkt per Brief gewählt: In Singen waren es 2011 noch 2222 Briefwähler und 2016 rund 3400, in Engen wuchs die Zahl von rund 700 auf über 1020 und in Aach um etwa 100 Anträge auf 275.

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Wer per Brief wählen möchte, muss das bis Freitag, 18. Januar, um 18 Uhr beantragen. Dafür muss das Formular, das der Wahlbenachrichtigung laut Martin Gschlecht angefügt ist, im Rathaus eingehen. Dann erhält der Wahlberechtigte seine Unterlagen, die er wiederum im Rathaus abgeben muss. Wer nachweisen kann, dass seine Unterlagen nicht angekommen sind, erhält diese bis Samstag, 19. Januar, um 12 Uhr direkt im Rathaus. Und sogar am Wahltag ist es theoretisch noch möglich, per Brief zu wählen – aber nur, wenn der Wähler kurzfristig erkrankt war. „Das kommt selten vor“, erklärt Gschlecht. Er rechnet damit, dass rund ein Fünftel der Stimmen per Post abgegeben wird. Wer klassisch wählen möchte, kann das im Kultur- und Bürgerzentrum Alte Kirche. Dort ist das Wahllokal für die beiden Wahlbezirke. Und dort sind auch Minderjährige willkommen: Unter den 112 Erstwählern sind 27 Jugendliche im Alter von 16 Jahren sowie 26 Siebzehnjährige. Dass Jugendliche vor ihrer Volljährigkeit wählen, ist in Baden-Württemberg seit 2013 erlaubt.

Gibt's einen zweiten Wahlgang?

Entscheiden müssen sich die Wähler dann zwischen den vier Bürgermeister-Kandidaten Markus Falk, Marcus Röwer, Elke Baumgärtner und Markus Mike Bumiller. Sie haben sich zum Stichtag am 27. Dezember beworben. Um die Bürgermeisterwahl gleich im ersten Wahlgang zu entscheiden, bräuchte einer der Kandidaten die absolute Mehrheit von über 50 Prozent. Beim zweiten Wahlgang genügt die einfache Mehrheit, sodass eine Stimme entscheiden kann. Vor dem zweiten Wahlgang können sich weitere Kandidaten bewerben, die beim zweiten Urnengang dann ebenfalls auf der Wahlliste stehen.

Gezählt werden die Stimmen laut dem Amtsleiter dann an verschiedenen Orten: Die Briefwahlunterlagen werden im Sitzungszimmer des Rathauses ausgewertet, die Ergebnisse der Wahllokale in der Alten Kirche. Dafür braucht die Gemeinde 21 Wahlhelfer: acht pro Wahlbezirk und fünf für den Briefwahlbezirk. Gschlecht greift dafür auf ein erfahrenes Team zurück, wie er erklärt: Die zwölf Gemeinderäte unterstützen die Gemeinde bei jeder Wahl, wenn sie nicht selbst zur Wahl stehen. Auch Mitarbeiter der Gemeinde zählen Stimmen aus. Sie sind besonders bei der Kommunalwahl am 26. Mai gefragt, wenn Gemeinderäte naturgemäß nicht das Wahlergebnis ermitteln dürfen. „Da muss man ein wenig nach Wahlhelfern suchen“, sagt Gschlecht mit Blick auf die gesetzlich festgelegte Zahl von Unterstützern. Für ihn heißt es 2019: Nach der Wahl ist vor der Wahl.

Bei der SÜDKURIER-Podiumsdiskussion am Dienstag, 15. Januar, können sich die Kandidaten ab 18.30 Uhr im Gasthaus Mohren präsentieren. Moderiert wird der Abend von den Redakteuren Daniel Schottmüller und Albert Bittlingmaier