Ehrungen, Landespolitik und interne Probleme beschäftigten die Besucher des SPD-Adventskaffees in Volkertshausen. Eine Premiere gab es an diesem Nachmittag auch: Landesvorsitzender Andreas Stoch absolvierte seinen ersten Besuch in einem Ortsverein.

Die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Melanie Geiges, begrüßte die Genossen und den frisch gewählten Vorsitzenden der SPD in Baden-Württemberg, Andreas Stoch. Stoch widmete sich den wichtigen politischen Themen. Es sei richtig, dass der Bund die Länder bei der Digitalisierung in den Schulen unterstütze, ohne sich in andere Belange der Schulpolitik einzumischen. Bei den anstehenden hohen Investitionen dürfe man die Länder nicht alleine lassen. Ein weiteres Anliegen der SPD sei die Behandlung von Langzeit-Arbeitslosen. Man müsse diesen Menschen eine Chance geben und Perspektiven eröffnen. "Wir müssen die Leistungen in den Vordergrund rücken und den Menschen die Würde wiedergeben", fordert der Sozialdemokrat.

Innerparteilich sei die Führung im Land verhakt gewesen, so Andreas Stoch. Er wolle die Partei wieder zusammenführen, denn die Kraft der SPD sei für den Menschen da und nicht für innere Auseinandersetzungen. Solidarität sei angesagt, so wie es in der SPD vor Ort sichtbar sei, appellierte der Landesvorsitzende.

Aus seinen Händen nahm Heinz Lattner die Ehrung für 50 Jahre Mitgliedschaft entgegen. Lattner, 1934 geboren, habe das klassische SPD-Profil. 1968 in die SPD eingetreten, habe er Schlosser gelernt und dann seinen Techniker gemacht. Er engagiere sich in Sportvereinen, war Gemeinderat und lange mit vielen Funktionen in der SPD tätig. Zudem sei er schon 50 Jahre Mitglied in der Gewerkschaft.

Kreisvorsitzender Tobias Volz nahm weitere Ehrungen vor. Ebenfalls 50 Jahre gehört Burkhard Holzhauer der SPD an. Holzhauer wurde 1935 in Allensbach geboren und war Krankenpfleger im PLK Reichenau. Auch er habe sich innerhalb der Partei in vielen Positionen engagiert, war auch Ortsvorsitzender. Zudem ist Burghard Holzhauer Ehrenmitglied Männerchor Allensbach und seit 60 Jahren aktiv, ist Gründungsmitglied des DRK Allensbach und Gründungsmitglied der Seglervereinigung Gnadensee Allensbach sowie Sänger im Bodan X-tett.

Schließlich wurde Heinrich Tiemann für seine 50-jährige Mitgliedschaft geehrt. Geboren 1951 in Villingen, trat er 1968 in die SPD in Villingen ein und war mit 17 Jahren jüngster Ortsvereinsvorsitzender. Tiemann studierte in Konstanz Wirtschafts-, Politik- und Rechtswissenschaften. Danach begann für ihn eine steile Karriere in der Bundes-SPD. Lange führte er die politische Abteilung im Vorstand der SPD und für die Bundestagsfraktion. In der Rot-Grünen Regierung leitete er im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung die Zentralabteilung und war schließlich Ministerialdirektor im Bundeskanzleramt. Er fungierte danach als Staatssekretär in verschiedenen Ministerien und engagierte sich in den vergangenen Jahren in mehreren Bundes- und Landtagswahlkämpfen.