Der Sportverein (SV) Volkertshausen sorgt einmal mehr mit einem Großprojekt für Furore. Schufen sie mit enormen Eigen-Einsatz von Vereinsmitgliedern vor einigen Jahren einen neuen zweiten Sportplatz, so konnten sie nun ihr erstes eigene Clubheim einweihen. Dank weiterer Eigenleistungen, vieler Sponsoren und kräftigen Zuschüssen von Gemeinde und Sportbund bleiben dem Verein bei Baukosten von 520 000 Euro noch Verbindlichkeiten von 30 000 Euro. "Der SV Volkertshausen besteht seit 105 Jahren. Nun haben wir erstmals ein eigenes Clubheim und Umkleidekabinen, die wir nicht mehr mit anderen Vereinen teilen müssen", erklärte Vorsitzender Reiner Zimmermann strahlend. Bisher hatte der Sportverein sein Domizil in der Wiesengrundhalle integriert. Diese wird nun aber neu gebaut.

"Die Gemeinde hätte wieder dafür gesorgt, dass der Sportverein in der neuen Halle ihr Clubheim und Umkleidekabinen erhält. Wir waren aber bereit, über alles zu reden", betonte Bürgermeister Alfred Mutter. "Es war unser großer Wunsch, ein eigenes Clubheim zu bauen und mein Ziel, als ich vor vier Jahren den Posten des Vereinsvorsitzenden übernommen habe", so Zimmermann, der früher viele Jahre als Spieler und Trainer beim Sportverein Volkertshausen agierte. "Nach der Kosten-Aufstellung bekamen wir heftige Bauchschmerzen. Dann half ein großes Geschenk. Aus einer Stiftung der Sparkasse Hegau-Bodensee erhielt der Verein 30 000 Euro. Dank einer Bausteine-Aktion konnte der SV Volkertshausen durch Sponsoren und gut 3000 Arbeitsstunden von überwiegend älteren Vereinsmitgliedern weitere etwa 30 000 Euro beisteuern", schilderte Zimmermann.

"Wir haben die gesamten Pflasterarbeiten der Außenanlage selbst getätigt und beim Innenausbau mitgeholfen", sagte Hubert Schädler gegenüber dem SÜDKURIER. Der Chef der "Rentner-Gang", wie sie Reiner Zimmermann nannte, wollte selbst nicht in den Vordergrund rücken, wurde aber für seinen Einsatz und dem der weiteren Helfer vom Vereinsvorsitzenden mit großem Lob gewürdigt. Zimmermann ernannte Bürgermeister Alfred Mutter zum Ehrenmitglied. "Ohne seine außerordentlich große Unterstützung würden wir hier nicht stehen", begründete er.

"Hier wurde Großartiges geschaffen", sagte Pfarrer Engelbert Ruf, bevor er die Weihe des Clubhauses ausführte. "Das ist ein Quantensprung und ein großer Ansporn für die jugendlichen und aktiven Fußballer", führte Reinhard Veit aus, der sich selbst als eifriger Helfer betätigt hatte. Seine impulsiven Worte machten deutlich, wieviel Herzblut er und seine Mitstreiter für den SV Volkertshausen haben. Voll Inbrunst stimmte er das Vereinslied an, das alle mitsangen.

"Viele waren skeptisch, dass auf der schmalen Fläche zwischen beiden Fußballfeldern und dem Tennisplatz das Clubheim gebaut werden kann", so Architekt Joachim Binder. Das Ergebnis könne sich sehen lassen, sagte Binder. Er zeigte auf das lange, lichtdurchflutete Gebäude, das durch Fensterfassaden in Kombination mit Stahl, Holz und Beton besticht. Es gibt in den Kabinen sogar eine Fußbodenheizung. Eine schöne Terrasse ermöglicht einen Blick auf beide Spielfelder.