Von politischem Kabarett bis Klamauk – weit reichte das Spektrum der Giftspritzer bei ihrem Auftritt in der Alten Kirche Volkertshausen. Die Vorsitzende des Vereins Astrid Kenzler-Haidvogel zeigte sich über den guten Besuch positiv überrascht: Die Halle war voll besetzt mit begeisterten Zuhörern.

Es waren nicht immer die neuesten Ereignisse, die die Giftspritzer auf Korn nahmen, aber sie hatten immer einen aktuellen Bezug zu den Geschehnissen der Zeit. Da wurde die Schuldenkrise der Griechen karikiert und die Dieselkriese der Automobilindustrie. "Ruß macht doch der Umwelt gar nix aus", war hier das böse Resümee der Giftspritzer. Ob Seehofer, Petri oder Schulz, alle deutschen politischen Größen bekamen ihr Fett weg. Aber auch die Probleme des täglichen Lebens gingen die Kabarettisten an. Sie sinnieren über die Ungeschicklichkeit des Mannes und fragen musikalisch: "Was macht die Frau zur Frau?"

Die Giftspritzer sind Sigi Mayer, Bernhard Weber, Sepp Leitner und an der Gitarre Wolfgang Kramer. 1997 haben sie sich gegründet. Ihre größten Erfolge waren sicher die Auftritte auf der Konstanzer Fasnet und in der Vertretung Baden-Württembergs in Berlin.

Es ist eine feine Sprache mit vielen Zwischentönen, aber auch mal deftig und herb. Da wird es schon mal deutlich, wenn vom Gülleloch des Nachbarn Alois die Rede ist und der arme Beamte im Landratsamt sich fast gleichzeitig mit drei Anrufern auseinandersetzen muss. Und ganz kompliziert wird es, wenn sich Akademiker hochgestochen und wissenschaftlich über die menschliche Verdauung unterhalten. Dem Übersetzer fällt hier eine bedeutende Rolle zu.

Ob Trump, Erdogan oder Kim Jong-un, alle kommen sie nicht gut raus, wenn die Giftspritzer loslegen. Nach den scharfzüngigen Texten zu den einzelnen Themen wissen die Akteure immer das Geschehen musikalisch zusammenzufassen. Da werden schnell gängige Lieder und Schlager umgedichtet. Das Musikalische ist professionell, die Texte sitzen. Das Publikum dank es den Giftspritzern mit reichlich Beifall. Und ganz besonders steigt die Stimmung, wenn eine Ode an die Badener folgt, das Land und seine Leute heroisch verehrt werden und das Badener Lied geschmettert wird.