Herr Röwer, konnten Sie denn in den letzten Wochen noch gut schlafen?

Ja, mit dem Schlafen habe ich keine Probleme. Ich bin einfach müde am Ende des Tages. Außerdem ist es meine Art, mit Beziehungen und Aufgaben vor dem Einschlafen im Reinen zu sein.

Haben Sie denn überhaupt mit so einem überwältigten Wahlerfolg gerechnet?

Ich hab mal ganz am Anfang frech von 70 Prozent geträumt. Aber dass es so kommt, hat mich überrascht. Ich bin ehrlich und will authentisch sein, glaube, dass ich gut mit Leuten kann. Das Ergebnis ist ein großer Vertrauensvorschuss, aber auch ein großer Ansporn. Ich habe Respekt vor der Aufgabe.

Ist denn eine so kleine Gemeinde überhaupt reizvoll für Sie?

Volkertshausen hat gegenüber großen Gemeinden und Städten eine kleine Hierarchie. Da ist man näher bei den Menschen. Und ich möchte bei den Menschen sein, sie treffen, einen netten Plausch halten, einfach direkt bei den Menschen sein.

Wie ergeht es Ihrer Frau angesichts der neuen Situation?

Bei ihr gibt es Freude, aber auch etwas Unbehagen. Ich nenne es positiv gespannt auf das, was kommen wird. Wir haben beide viel bei den Pfadfindern gearbeitet und die haben keine Berührungsängste.

Was werden Sie als erstes in Angriff nehmen?

Natürlich muss ich erst mal das Team kennenlernen und eine Basis der Zusammenarbeit schaffen. Dann werde ich einen Orts-Sanierungsplan erstellen beziehungsweise fortschreiben. Dazu ist es erforderlich, die Finanzmittel zu planen, um dann zu sehen, was übrig bleibt. Schnelles Internet ist weiterhin eine wichtige Aufgabe sowie die Wohnraumsituation in Volkertshausen.

Gerade wird viel über Enteignung diskutiert.

Das wäre wirklich der allerletzte Weg, wenn es hier in Volkertshausen überhaupt notwendig wäre.

Kennen Sie sich schon mit dem neuen Rechnungswesen aus Doppik aus?

Theoretisch habe ich mich schon damit auseinandergesetzt, aber nur theoretisch. Da werde ich mich mit dem Rechnungsamt und Christine Wickenhäuser zusammensetzen müssen, um die praktische Seite zu erfahren.

Sie haben ja in der letzten Zeit sehr viel Lob und Anerkennung über Ihren Bürgermeister-Vorgänger gehört. Wie gehen Sie damit um?

Lob und Anerkennung für Alfred Mutter sind bei einer solchen Lebensleistung gerechtfertigt. Es zeigt auch eine große Wertschätzung. Da habe ich schon eine gesunde Demut und mir ist es manchmal etwas mulmig. Am Anfang wird mein Gewicht noch klein sein, aber ich bin überzeugt, dass es größer wird. Ich gehe die Aufgaben zuversichtlich an und werde meinen eigenen Weg gehen. Ein neues Gesicht am Tisch kann auch neue Türen öffnen.

Fragen: Günther Vasel