Gut besucht war die Veranstaltung des Kulturvereins Alte Kirche. Mehr als 100 Besucher, gefühlt waren die Frauen in der Überzahl, waren neugierig auf das wahre Gesicht des Mannes. Die Toilette stand beim Programm „HahnDrang„ im Fokus. Umrahmt wurde dieses heikle Thema unter der Nabelschnur, wie es in der Ankündigung hieß, durch vielfältige Szenen aus dem Alltagsleben der Männer, sei es in der Kneipe oder beim Suchen nach der Geliebten. Erstaunlich, wie ohne Sprache das Geschehen begreiflich gemacht werden kann.

Astrid Kenzler-Haidvogl, Vorsitzende des Kulturvereins, führte in die Vorstellung ein. Die stupiden Masken verraten nicht, was in der Person vor sich geht. Allein die Gestik der Akteure lässt es zu, dass Gefühle ausgedrückt werden. Sei es bloßes Schulterzucken oder die Abwehrbewegung der Hände – es entsteht Leben in den liebevollen starren Gesichtern.

Die begleitende Musik versetzte das Publikum in die nötige szenarische Stimmung. Da putzte hinter der Theke der Kellner endlos die Gläser, da wird gezeigt, warum die Putzfrau im Urinierbecken ein kleines Fußballtor anbringt, und der traurig dreinschauende, einsame Mann doch noch zum glücklichen Happy End kommt. Erstaunlich ist, wie lange Donald Trump pinkeln kann und wie sich Männer gegenseitig helfen wenn sie vorm Urinal stehen und keine Hand frei haben.

Da staunt man nicht schlecht, wie lange Donald Trump ‚pinkeln‘ kann. Das Maskentheater Dox nimmt Männergewohnheiten aufs Korn.
Da staunt man nicht schlecht, wie lange Donald Trump ‚pinkeln‘ kann. Das Maskentheater Dox nimmt Männergewohnheiten aufs Korn. | Bild: Günther Vasel

Seit fünf Jahren sind sie zusammen, der Chef der Truppe, Walter Koch, mit seinen Akteuren Sabine Harlecic´, Xenia Fox (sie musste wegen einer Verletzung pausieren), Harald Dietz und Manfred Jait. Alle kommen aus der Region und wollen mit ihren Masken die Stärken und Schwächen der Menschen zeigen. Die Masken fertigen sie selbst an. Ist sie fertig, diskutiert eine Gruppe den Charakter der Figur. Damit steht die imaginäre Person fest und der Schauspieler schlüpft in diese Rolle. Dem Publikum hat es gefallen.