Zum zweiten Mal stellen die Mitglieder der Künstlergruppe „Neue Meister“ in Volkertshausen aus. Realismus im Stil der alten Meister bedeutet kurz gesagt: so genau wie möglich zu malen, fast fotografisch wirkende Realität darzustellen. Aber was ist Realität?

Handwerk der alten Meister als Vorbild

Rund 60 Besucher hatten sich in der „Alten Kirche“ bei herrlichem Sommerwetter eingefunden, um eine Antwort auf diese Frage zu finden. Rudolf Greiner, Kurator und Kunsthistoriker aus Tübingen versuchte in seiner Einführung eine umfassende Antwort zu geben. Der Realismus der „Neuen Meister“ beziehe sich auf das Handwerk der alten Meister, zum Beispiel Gesichter möglichst bis hin zur letzten Pore der Haut darzustellen, so der Kurator.

Künstlergruppe mit fünf Mitgliedern

Die Künstlergruppe mit Ines Scheppach, Gerd Baanuscher, Siegfried Zademack, Joachim Lehrer, Roland Heyder und Michael Krämer stellt seit 20 Jahren national und international aus. Sie wollen die Realität erfassen und auf die Leinwand bringen.

Greiner verglich es mit der Musik: Da gab es einen Bob Dylan, der neue Texte geschrieben hat, mit wichtigen Themen die gesellschaftspolitisch relevant waren. Die Bilder werden dem Betrachter in der Zusammenstellung der Dinge zunächst unklar sein. Aber mit ihrer Realität wollen die Künstler etwas erreichen, so der Kunsthistoriker, es habe etwas philosophisches, etwas metaphysisches.

„Alles ist niemals bloß Realität“

Zu sehen sind visionäre Tiere und Menschen, magische Landschaften, religiöse Motive und Bilder zwischen Idylle und Katastrophe. Alles hochpräzise dargestellt. Jeder der Künstler hat seine eigene Technik entwickelt. So sind die Bleistiftzeichnungen von Ines Scheppach so fein gezeichnet, dass sie als Bild erscheinen, erklärt Rudolf Greiner den Besuchern. Alles ist niemals bloß Realität – es ist Schönheit, fasst der Kunsthistoriker zusammen.

Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Ute Giese. Mit ihren verschieden Flöten interpretierte sie Melodien von alten und neuen Meistern. Die Ausstellung ist bis zum 1. September jeweils sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.