In Volkertshausen ist die Welt in Ordnung. Nur rund 3000 Einwohner zählt die Gemeinde, doch das Interesse am Geschehen im Dorf ist riesig. Schon zur Wahlausschusssitzung, in der die Namen der Bürgermeisterkandidaten bekannt gegeben wurden, kamen mehr als 50 Besucher. Auch bei den Eigenveranstaltungen der Bewerber ist das Interesse mit teils mehr als 70 Besuchern enorm und zur offiziellen Kandidatenvorstellung kamen rund 700 Menschen. Das Verhältnis zur Gesamtzahl der Einwohner lässt andere Hegau-Gemeinden und erst recht Städte wie Konstanz, Singen oder Radolfzell vor Neid erblassen. Doch Noch-Bürgermeister Alfred Mutter und der Gemeinderat nutzen diesen Schwung nicht für eine lebendige Form des Miteinanders, bei der der Bürger die Kandidaten im direkten Vergleich erleben kann. Als Begründung wird ein Beschluss aus dem Jahr 2003 genannt, wonach nur Volkertshausener die öffentlichen Hallen nutzen oder mieten dürfen. Aber wer darf sich als Volkertshausener bezeichnen? Was verbirgt sich hinter der Borniertheit, die beispielsweise einem interessierten Verein aus der Nachbargemeinde Aach die Anmietung verbietet? Nein, es besteht kein Zweifel: Der Ratsbeschluss passt nicht in eine Zeit, in der Diskussionen im Vorfeld einer Wahl als selbstverständliche Qualität der Information verstanden wird. Bürgerbeteiligung jedenfalls sieht anders aus und so gesehen ist die Welt in Volkertshausen alles andere als in Ordnung.