Die Narrenvereinigung Hegau Bodensee feiert das 60-jährige Bestehen und die Narrenzunft Rehbock wird 111 Jahre alt und lädt von 15. bis 17. Februar zum Narrentreffen nach Volkertshausen. Die Geschichte der Fasnacht in der Gemeinde beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts. Bereits damals gab es Narrengesellschaften, allerdings ohne festen Vereinscharakter. Sie machten Fasnet im Dorf und sorgten für Stimmung.

Fasnachtsspiele waren beliebt

Dazu gehörten die Fastnachtsspiele. Bereits 1862 kam es zu einer Aufführung. Die sieben Helden des Schwabenlandes wurden den Zuschauern mit viel Erfolg dargeboten. Von bis zu 1000 Zuschauern ist in der Chronik die Rede, obwohl Volkertshausen damals nur rund 900 Einwohner zählte. Am 15. März 1908 erfolgte dann im Gasthaus zum Aachtal die Gründung eines Narrenvereins. 51 Mitbürger traten dem Verein bei. Schon 1911 wurde eine Narrenzeitung ins Leben gerufen. Die Auflage von 500 Stück brachte dem Narrenverein einen guten Gewinn. Lobenswert, dass in den Jahren 1931/32 der Gewinn den Erwerbslosen der Gemeinde zur Verfügung gestellt wurde. Nach den Kriegswirren reaktivierte sich 1949 der Narrenverein wieder und nannte sich fortan Narrenzunft Rehbock.

Aufgescheuchter Rehbock

Den Namen verdankt die Zunft einem Zusammentreffen des Volkertshauser Bürgers Karl Schädler mit einem Rehbock, den Schädler beim Weizenmähen im Gewann Wölfesbühl aufgescheucht haben soll. Der nahm den Störenfried auf die Hörner und jagte mit dem Reiter davon bis der Rehbock tot zusammenbrach. Am 21. Februar 1952 wurde dann die Symbolfigur Rehbock offiziell eingeführt. Und passend zum Rehbock bekam die Narrenkapelle auch ein Häs – sie wurde zur Jägerkapelle.

Bacheholzwieb und Nappo

Als zweite Figur wurde schon 1954 das Bacheholzwieb ins Leben gerufen. Die gutmütigen aber etwas herben Gesichtszüge sollen an eine alte Frau erinnern, die einst im "Bachenholz", einem Waldstück bei Volkertshausen lebte und sich vom Sammeln von Lesholz sowie Kräutern und Waldfrüchten ernährte, sagt die Chronik. Die weiteren Figuren sind die Holzer, zuständig für das Aufstellen des Narrenbaums und natürlich der Narrenrat. Herausragende Persönlichkeit ist der Nappo, der Narrenpolizist, der für die notwendige Ordnung zu sorgen hat. Als Vertrauenspersonen, Helfer in Notlagen und Trostspender fungieren die Narreneltern. Im der Kleidung der Jahrhundertwende, oder kurz danach, verkörpern sie die elterliche Fürsorge.

Schon sechs Narrentreffen

In der Geschichte des Vereins schafften es zwei Narrenräte zu Ehrenzunftmeister ernannt zu werden. 1995 war es Heinrich Schädler, dem diese Ehre zu Teil wurde und 2017 wurde Alois Keller, der von 2008 bis 2016 dem Verein vorstand. Jetzt wird die Zunft von Jendo Mirthes geleitet, der, wieder einmal in Volkertshausen, die schwierige Aufgabe hat, ein Narrentreffen durchzuführen. Schon eine Tradition in Volkertshausen, denn von 1968 ist es das 6. Narrentreffen in Volkertshausen. Im Rhythmus von 10 Jahren zieht es die Hegau-Narrenschaft nach Volkertshausen. Denn hier im Gasthaus Mohren fand am 19. April die Gründung der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee statt. 24 Zünfte fanden sich zusammen. Inzwischen ist die Zahl auf 120 Zünfte angewachsen, die sich in sechs Fasnetslandschaften organisiert haben. Die sind: Hegau-Randen, Nellenburg, Heuberg, Rosenegg, Höri-Bodanrück und Linzgau.

Mit Narri-Narro geht es nun in einigen Tagen rund in Volkertshausen. Rund um den 1974 aufgestellte Narrenbrunnen werden alle Volkertshausen mit ihren Gästen aus dem Hegau zünftig feiern.

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