Tengen in den 1960er-Jahren: Ein VW-Bus mit Blaulicht und Martinshorn dient als erster Rettungswagen des Tengener Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes. Man kann sich leicht vorstellen, wie schwierig es werden konnte, wenn sich dieses Gefährt mit 34 PS bei Schnee und Eis die Berge nach Wiechs hinaufschieben musste.

Beim Bürgerempfang in der Randenhalle der Stadt Tengen weckte der ehemalige Wiechser Ortsvorsteher Klaus Schultheiß solche Bilder. Und das nicht ohne Grund. Denn geehrt wurden zwei Größen des Tengener Ortsvereins, die ob ihrer langen Mitgliedschaft solche Situationen miterlebt haben mussten: Georg Schala aus Wiechs am Randen und Georg Wesle aus Blumenfeld.

Gut besucht war der Bürgerempfang der Stadt Tengen, bei denen Bürger, die ehrenamtlich viel geleistet haben, in drei Kategorien geehrt wurden. Bild: Uli Zeller
Gut besucht war der Bürgerempfang der Stadt Tengen, bei denen Bürger, die ehrenamtlich viel geleistet haben, in drei Kategorien geehrt wurden. Bild: Uli Zeller

Freiwillige Helfer mussten für den schnellen Einsatz mit dem Krankenwagen ausgebildet werden – und rund um die Uhr einsatzbereit sein, so Schultheiß. In der alten Gärtnerei neben dem Blumenfelder Krankenhaus wartete das Fahrzeug auf seinen Einsatz. Und die ehrenamtlichen Helfer standen parat – und unterstützten im Krankenhaus.

Das könnte Sie auch interessieren

„Es müssen tausende Stunden sein, die hier ehrenamtlich geleistet wurden“, so Schultheiß. Als weitere Aufgaben käme der Einsatz bei Festen und Feuerwehrabschlussproben hinzu. Nicht zu vergessen, die Übungen des Katastrophenschutzes, das Durchführen von Blutspendenterminen und die Sammlung von Altkleidern.

Viele Aufgaben, die auch Georg Schala und Georg Wesle bereitwillig übernahmen. Klaus Schultheiß fasst zusammen: „Beide waren von Anfang an dabei. Darum möchten wir uns bei ihnen für ihr Lebenswerk bedanken.“

Rotkreuzarbeit seit 55 Jahren

Georg Wesle habe seine Rotkreuzarbeit in Engen begonnen und 1967 zum Ortsverein Tengen gewechselt. Als Vorstand und Kassierer unterstützte er den Verein. „Und wenn mal etwas nicht so recht lief, war er derjenige, der das ansprach und regelte“, erläuterte Schultheiß.

Als gelernter Schreiner habe er nicht nur gute praktische Ideen gehabt – sondern konnte diese auch gleich umsetzen. Bei allen Baumaßnahmen sei Wesle führend von der Planung bis zur Ausführung dabei gewesen.

Schon bei der Gründung mit dabei

„Georg Schala war seit der Gründung des Tengener DRK-Vereins am 4. Dezember 1966 dabei“, berichtet Schultheiß über den weiteren Geehrten. Über viele Jahre sei er Bereitschaftsführer und Ausbilder gewesen – und habe in seiner aktiven Zeit Hunderte in Erster Hilfe ausgebildet. Sämtliche Maler- und Tapezierarbeiten habe Georg Schala stets sofort erledigt. Was aber wohl am meisten hervorstach: „Sein Markenzeichen ist sein Humor und sein freundlicher Umgang mit Mitmenschen.“

Tengens Bürgermeister Marian Schreier bekräftigte bei der Übergabe der Urkunde: „Georg Wesle und Georg Schala haben den Grundstein für den Tengener Ortsverein des DRK gelegt. Bis heute gibt es in Tengen einen regen, intakten Ortsverein.“