Wer durch Tengen-Beuren fährt, sieht in einem Haus an der Hauptstraße ein Schaufenster mit einem großen Holzschild. Pfälzer Stüble ist darauf zu lesen. Es handelt sich um den ehemaligen Einkaufsladen von Beuren.

Heute wohnt hier Edmund Burkhart mit seiner Familie. Den ehemaligen Einkaufsladen hat er zu einem privaten Partyraum umgebaut. Wenn man hinein schaut, fühlt man sich wie in einem Vereinsheim oder einer kleinen Gaststätte.

Mit E-Bike auf Tour

Durch seinen Arbeitgeber, das Unternehmen STIHL in Wiechs, hat er ein sogenanntes Job-Bike. Mit dem Mountainbike, das er seit zwei Jahren von der Firma geleast hat, erklimmt er normalerweise die Berge zwischen Beuren und Wiechs.

Zum Glück handelt es sich um ein E-Bike, sodass er bei Anstiegen elektronischen Rückenwind bekommt. Doch sein Arbeitgeber hat wohl nicht geahnt, dass Edmund Burkhart die Wege zwischen Beuren und Wiechs noch nicht genug sind.

Der Hegau ist ihm nicht genug

Bald machte er sich auf zu größeren Touren. In den Schwarzwald, nach Villingen-Schwenningen oder nach Lahr. Dort kam ihm auch die Idee, die er so formuliert: „Wenn ich noch 100 Kilometer anhänge, wär ich ja daheim.“

Sein Zuhause ist in seinem Herzen die Pfalz geblieben: Bruchweiler-Bärenbach, Dahner Felsland, Pfälzer Wald. Rund die Hälfte seines Lebens hat der 56-Jährige zwar im Hegau verbracht. Er fühlt sich jedoch durch und durch als Pfälzer. „Wer zu mir kommt, betritt Pfälzer Hoheitsgebiet“, sagt er.

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Also hat sich der ehemalige Vorsitzende des Beurener Radsportvereins per E-Mountainbike auf den Weg in die Pfalz gemacht. Gleich auf dem Hinweg schlug das Wetter um und es begann zu regnen. In Straßburg funktionierte sein Navigationssystem nicht mehr und er musste umdrehen, um die richtige Route wieder zu finden.

Bei Hagenau fuhr er an Kanälen vorbei, die den Radweg mit Wasser überspülten, wenn ein Schiff kam. Und im Pfälzer Wald hat er Wildschweine, Rehe und Füchse gesehen. Und manchmal traute er seinen Augen nicht – etwa, als er in einem Garten über 500 Gartenzwerge gesehen hat. Hin und zurück waren es 520 Kilometer, die er an jeweils einem Tag zurücklegte.

„Ein geiler Ritt“

Auf die Frage, ob er die Tour weiter empfehlen würde, sagt er: „Es war ein geiler Ritt.“ Nächstes Jahr will er sich wieder auf den Weg in die Pfalz machen. Dann aber über eine andere Route. Vielleicht über Raststatt oder den Feldberg.

Sein Rucksack wog 11 Kilo, sagt er. Darin befanden sich zwei Ersatzakkus und ein Ladegerät. Bei jeder Fahrt habe er zweieinhalb Akkus verbraucht und fünf Liter Wasser getrunken. Auf dem Rückweg habe er allein auf der Strecke zwischen Hornberg und St. Georgen einen dreiviertel Akku verbraucht.

Und trotz elektronischen Rückenwindes war es anstrengend, die Beine schmerzten – und er wollte irgendwann einfach nur noch nach Hause, sagt er. Und damit meint er sein Pfälzer Reich, das er sich in Beuren eingerichtet hat.