Heute bringen Mathis, Mira und Ella etwas Besonderes aus dem Kindergarten mit: „Ein Glas Heimat“ steht auf dem Etikett. Im Glas befindet sich Samen für Bienenweide. „Die Kinder können die Bienenweide bei sich zuhause säen“, erläutert Tengens Hauptamtsleiterin Birgit von Glan, die sich für Tengen mit diesem Projekt beim einer Ausschreibung des Förderprogramms „Trägerspezifische innovative Projekte“ (TIP) des Landes Baden-Württemberg beworben hat.

Das könnte Sie auch interessieren

„Und gerne können die Samen auch auf öffentlichen Flächen gesät werden“, ergänzt Tengens Bürgermeister Marian Schreier. Die Bienenweide soll wachsen, so wie das Projekt Kids heimatfit sich ebenfalls weiter entwickelt.

Tengen hat den Zuschlag erhalten

Die Heimatakteure, das sind Personen aus Tengen, bringen sich nun für das Projekt in Position. Beim Pressetermin in der Tengener KiTa konnten bereits Kisten aus Fichtenholz begutachtet werden, die für das Projekt ebenfalls eine wichtige Rolle spielen werden. Sie wurden in der Schreinerei Andreas Löchle im Tengener Teilort Büßlingen gefertigt.

Heimatakteure werden aktiv

Bald sollen die Heimatakteure verschiedene Themen aus dem Sozialraum Tengen in die Kisten packen. Damit kommen Dinge in den Kindergarten, die dort sonst nicht auftauchen. Als Beispiel nennt Birgit von Glan eine Nähmaschine, die in der Kiste von Schneiderin Daniela Spälte aus Tengen-Beuren steckt.

So sehen die Kisten der Aktion Kids heimatfit aus. Sie bestehen aus Fichtenholz und wurden von der Schreinerei Andreas Löchle in ...
So sehen die Kisten der Aktion Kids heimatfit aus. Sie bestehen aus Fichtenholz und wurden von der Schreinerei Andreas Löchle in Tengen-Büßlingen gefertigt. Es gibt insgesamt 40 Kisten an vier Standorten in Tengen, die voller Heimat für die Kinder der Kita-Einrichtungen stecken. | Bild: Uli Zeller

In der Kiste von Imker Andreas von Luckner sei ein Bienenkorb zu finden. Und ein kleines Haus zum Löschen steckt in der Kiste von Feuerwehrgerätewart Sebastian Fürst, Tobias Huber (Abteilungskommandant Büßlingen-Beuren) und René Simon (Abteilungskommandant Watterdingen-Weil).

Insgesamt vier Kitas beteiligt

Weitere Kisten seien eine Klangkiste, eine Schlemmerkiste und eine Waldbox. Auch Kisten zum Thema Prävention, Pflanzenkunde und Pferde sind dabei. Stationiert sind jeweils zehn Kisten an vier Standorten: In den drei Kindertagesstätten in Tengen, Watterdingen und Büßlingen, sowie in der Kita Kastanienzwerge im Ärztehaus.

Das könnte Sie auch interessieren

Da passiert gleich was

Ohne viel Aufwand könnten die Heimatakteure so zu verschiedenen Zeiten des Jahres eine Stunde bei den Kindern gestalten. „Und jedes Mal, wenn die Kisten aufgestellt werden, sehen die Kinder schon: Ah, da passiert gleich was“, erläutert von Glan einen Vorteil des Projekts.

In den nächsten Wochen werden die Kisten gepackt. „Wir helfen dabei, die Kisten zu packen, das erforderliche Material zu besorgen und alles vorzubereiten. Und wir unterstützen auch bei der Durchführung“, erläutert Erzieherin und Fachwirtin Martina Jesse. Das Projekt soll dann in Zukunft dauerhaft in den Kitas durchgeführt werden.

Speziell auf Tengen zugeschnitten

Das Projekt sei speziell zugeschnitten auf Tengen, betont Hauptamtsleiterin Birgit von Glan: „Wir sind keine Großstadt, in der die Kindergartengruppe schnell mit der Straßenbahn ins Haus der kleinen Forscher fahren kann“, fasst sie die Bedürfnisse der Flächengemeinde mit acht Teilorten zusammen. Sobald man in Tengen etwas unternehmen wolle, müsste man viele Eltern für Fahrdienste einbinden.

Im Büro von Fachwirtin Martina Jesse, links neben Hauptamtsleiterin Birgit von Glan, wird das Projekt Kids heimatfit organisiert. Mit ...
Im Büro von Fachwirtin Martina Jesse, links neben Hauptamtsleiterin Birgit von Glan, wird das Projekt Kids heimatfit organisiert. Mit Hilfe von Menschen aus Tengen, sogenannte Heimatakteuren, soll den Kindern der vier Kitas Wissenswertes aus ihrem Heimatort nähergebracht werden. | Bild: Uli Zeller

Tengens Bürgermeister Marian Schreier hob hervor, dass in Kindertagesstätten der Aspekt der Bildung immer wichtiger würde und das Projekt diesen Anspruch erfülle. Zudem werde es immer wichtiger, multiprofessionelle Teams zu bilden: „In Tengen greifen wir hierzu auf Leute aus der Dorfgemeinschaft zurück“, so Schreier.

Das könnte Sie auch interessieren

Wenn die Bienenweide von Mathis, Mira und Ella blüht, werden, wenn alles so klappt, wie die Verwaltung es sich vorstellt, hoffentlich auch schon die ersten Pflänzchen der Heimatakteure in den Herzen der Tengener Kinder aufgehen.