Was wird wohl herauskommen, wenn man ein Tengener Kind auffordert, einen Feuerwehrmann zu zeichnen? Der Gezeichnete würde wohl dem Kommandanten Wolfgang Veit ziemlich ähnlichsehen. Dies vermutete Tengens Bürgermeister Marian Schreier bei der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Tengen. So sehr verbinde man in Tengen den Namen Wolfgang Veit mit der Feuerwehr.

In seiner Ansprache hob der Bürgermeister hervor, dass sich Veit rund fünf Jahrzehnte aktiv in der Feuerwehr eingesetzt habe, davon über zehn Jahre als stellvertretender, und in den letzten 20 Jahren als Kommandant der Tengener Wehr.

Viele Auszeichnungen in vielen Jahren Arbeit

„Sie haben fast jede Auszeichnung bekommen, die man als Feuerwehrmann bekommen kann“, so Schreier. Außerdem habe Veit Strukturen geschaffen, die zukunftsfähig sind. Als Beispiel nannte der Bürgermeister den selbst erstellten Feuerwehrbedarfsplan.

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Der Kommandant habe das Anliegen vorangetrieben, dass alle Ausrückbezirke gleich ausgestattet sind. „Wolfgang Veit hat sich bei jeder passenden Gelegenheit dafür eingesetzt, dass man dem nachkommt“, betont Schreier.

Kommandant mit Schlitzohrigkeit

Neben dessen Hartnäckigkeit bescheinigte der Bürgermeister dem scheidenden Stadtbrandmeister auch eine gewisse Schlitzohrigkeit. So habe Veit Wege gefunden, dem städtischen Kämmerer Geld für die Feuerwehr zu entlocken. Wege, die selbst dem Bürgermeister unbekannt seien.

Bei der Feuerwehr gebe es die normale Grundausbildung. „In Tengen gibt es noch eine zweite Grundausbildung, die man nur bei Wolfgang Veit bekommt. Und zwar nach den Proben und bei Ausflügen“, erklärte Schreier den rund 180 Besuchern der Generalversammlung, darunter 123 Feuerwehrleute.

Kreisbrandmeister Andreas Egger (v.l.) und der neue Kommandant Uwe Veit (v.r.).
Kreisbrandmeister Andreas Egger (v.l.) und der neue Kommandant Uwe Veit (v.r.). | Bild: Uli Zeller

Veit übergebe eine der stärksten Wehren im Landkreis an seinen Nachfolger Uwe Veit: So gebe es in Tengen bei rund 4.500 Einwohnern 186 aktive Feuerwehrleute. Stefan Kienzler, Vorsitzender des Konstanzer Feuerwehrverbandes, bescheinigte dem scheidenden Tengener Kommandanten eine umtriebige Art und ein offenes, schelmisches Wesen.

Claus Preter, der in der Generalversammlung als stellvertretender Kommandant wiedergewählt wurde, blickte zurück: „Für mich war es eine angenehme, schöne und lehrreiche Zeit an deiner Seite, Wolfgang.“ Viel habe sich in den letzten 20 Jahren verändert. Gleich geblieben sei aber das Vertrauen der Bürger: Wenn sie die 112 anrufen, tun die Feuerwehrmänner alles, was in ihrer Macht steht.

Wolfgang Veit im Interview

Wolfgang Veit (Jahrgang 1957) wurde zum Ehrenkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Tengen ernannt. Der scheidende Stadtbrandmeister war über zehn Jahre stellvertretender und zwanzig Jahre Kommandant der Tengener Wehr. Und das sagt er selbst:

Herr Veit, was waren Ihre schwierigsten und gefährlichsten Einsätze als Feuerwehrmann?

In den 1980er-Jahren hat die große Mühle in Blumenfeld gebrannt. Es war Brandstiftung. Das Feuer wurde von mehreren Seiten aus gelegt. Sehr nachgegangen ist mir auch ein Verkehrsunfall in Richtung Blumenfeld, bei dem ein Kind verstorben ist. Als Einsatzleiter erinnere ich mich auch an den richtig großen Brand in einer Schreinerei in der Tengener Schulstraße. Ich bin froh, dass es dort keine schwer Verletzten gab.

Worüber freuen Sie sich am meisten aus Ihrer Zeit als Kommandant?

Ich bin dankbar, dass wir immer alle Einsatzkräfte wieder heil nach Hause gebracht haben. Es ist nie etwas Schlimmes passiert. Wir haben wahnsinnig viel Glück gehabt.

Gibt es auch lustige Erlebnisse?

Natürlich. Zum Beispiel hat mir die Hilzinger Feuerwehr einmal einen Christbaum aus lauter Fahrrädern vors Haus gestellt. Und als wir letztes Jahr nach dem Christbaumverkauf noch Bäume übrig hatten, haben wir diese bei den Hilzingern vor dem alten Feuerwehrhaus aufgestellt – natürlich voll dekoriert.

Was würden Sie Ihren Kameraden gerne zum Schluss sagen?

Ich konnte nur so viel bewegen, weil meine Mannschaft und die Führungskräfte mitgezogen haben. Meine Kameraden sind immer voll hinter mir gestanden. Ich wünsche ihnen, dass sie die Kameradschaft weiterhin so gut pflegen. Und vor allem, dass sie immer gesund wieder heimkommen.

Fragen: Uli zeller