Nur einmal in der zweieinhalbstündigen Sitzung des Gemeinderats erhielt Bürgermeister Marian Schreier Applaus. Und das nicht, als er bekanntgab, dass sich 25 Interessenten für das Neubaugebiet Amtsgarten gemeldet haben. Und auch nicht, als er die Reparatur einer Wasserleitung zwischen Marktstraße und Talheim ankündigte, weil es dort fünf Rohrbrüche gegeben hatte.

Nein, die Räte klopften anerkennend auf ihre Tische, nachdem Thomas Wezstein (Freie Wähler) dem Bürgermeister für seinen Einsatz zur Eindämmung der Corona-Pandemie gedankt hatte. „Wir wissen, dass dafür viele Gespräche notwendig sind und dass viel Verwaltungsarbeit dahinter steckt“, so Wezstein zu Herausforderungen wie Impf- und Testtag.

Gemeinde stellt Halle kostenlos

Schreier erläuterte daraufhin, dass es für den großen Aufwand auch andere Gründe gebe. Etwa die Verteilung der Tengener Bevölkerung auf mehrere Teilorte. Er bestätigte aber auch, dass er mindestens die Hälfte seiner Arbeitszeit rund um Corona einsetze. Eine neue Nachricht hatte der Bürgermeister auch dabei: Ab diesster Woche „stellt die Stadt die Randenhalle jeden Mittwoch kostenlos für die Tengener Allgemeinarztpraxis zur Verfügung.“

Der Gemeinderat attestiert in der Randenhalle dem Bürgermeister fraktionsübergreifend sehr gutes Corona-Management. In der Randenhalle soll nun auch regelmäßig mittwochs von der Tengener Hausarztpraxis geimpft werden.
Der Gemeinderat attestiert in der Randenhalle dem Bürgermeister fraktionsübergreifend sehr gutes Corona-Management. In der Randenhalle soll nun auch regelmäßig mittwochs von der Tengener Hausarztpraxis geimpft werden. | Bild: Uli Zeller

Dort sollen dann Impfungen durchgeführt werden können. An einem Mittwochmittag seien dann jeweils 100-150 Impfungen möglich, je nach verfügbarem Impfstoff. Dadurch, dass es in Tengen eine sehr starke Allgemeinarztpraxis mit mehreren Ärzten gebe, stehe auch mehr Impfstoff zur Verfügung als bei einer Praxis mit nur einem Arzt.

Schreier zeigt sich optimistisch

Max Hahn, Mitinhaber der Tengener Allgemeinarztpraxis, bestätigt auf Nachfrage: „Wir suchen die beste Lösung für die Impfungen.“ In der Praxis sei es nicht ganz optimal. Vor allem, weil die normalen ärztlichen Aufgaben auch weiterhin geleistet werden müssen. „Daher versuchen wir es nun mit einem Praxisimpftag in der Randenhalle. Wenn es gut läuft und alle damit zufrieden sind, werden wir es sicherlich eine Zeitlang so machen“, so Hahn.

Die Tengener Randenhalle wird derzeit auch rund um Corona viel genutzt. Nach Impf- und Testtag soll dort nun auch jede Woche am Mittwoch von der Tengener Hausarztpraxis geimpft werden.
Die Tengener Randenhalle wird derzeit auch rund um Corona viel genutzt. Nach Impf- und Testtag soll dort nun auch jede Woche am Mittwoch von der Tengener Hausarztpraxis geimpft werden. | Bild: Uli Zeller

Bald kämen ja auch noch die Zweitimpfungen dazu. Sollten die Tengener Ärzte aber feststellen, dass es nicht gut läuft, würden sie sicherlich wieder alles in der Praxis machen. „Für uns ist dies alles eine unerwartete neue Situation, die wir so gut wie möglich meistern wollen. Da muss man auch mal Neues probieren. Wir sind sehr dankbar, dass die Stadt im Interesse der Bevölkerung uns ohne großen Aufwand diese Möglichkeit gibt“, so Hahn.

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Man komme sehr schnell voran mit den Impfungen, erläuterte Schreier weiter im Gemeinderat. Die Impfung der ersten beiden Priorisierungsstufen sei demnächst vermutlich abgeschlossen, zeigte sich der Bürgermeister zuversichtlich. Insgesamt gehe es nun zügig voran.

Die Tengener Randenhalle empfängt derzeit viele Menschen zu Aktionen gegen die Pandemie, etwas bei Impf- und Testtagen.
Die Tengener Randenhalle empfängt derzeit viele Menschen zu Aktionen gegen die Pandemie, etwas bei Impf- und Testtagen.

Bald gebe es mehr Impfdosen in Deutschland und die Priorisierung der Impfungen könne aufgehoben werden, zitierte er den Gesundheitsminister. Die Bundesregierung gehe davon aus, dass bis Anfang Juni die Priorisierungen geimpft sein dürften und somit die Termine für alle Impfwilligen geöffnet würden. „Das sind sehr, sehr gute Nachrichten“, fasste Schreier zusammen.

In Anbetracht dessen fragte der SÜDKURIER beim Bürgermeister nach, ob dieses Jahr denn der Tengener Schätzele-Markt wieder wird stattfinden können. Darauf antwortete Schreier: „Dazu können wir noch keine Aussage treffen. Wir werden uns bis zum Sommer entscheiden.“